Saint-Front-sur-Nizonne

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Saint-Front-sur-Nizonne
Sent Front de Champs Niers
Saint-Front-sur-Nizonne (Frankreich)
Saint-Front-sur-Nizonne
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Périgord Vert Nontronnais
Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Vert Nontronnais
Koordinaten 45° 29′ N, 0° 38′ OKoordinaten: 45° 29′ N, 0° 38′ O
Höhe 153–263 m
Fläche 13,05 km2
Einwohner 156 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 12 Einw./km2
Postleitzahl 24300
INSEE-Code

Kirche von Saint-Front-sur-Nizonne

Saint-Front-sur-Nizonne (okzitanisch Sent Front de Champs Niers) ist eine französische Gemeinde mit 156 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Norden des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Périgord Vert Nontronnais (bis 2014: Nontron). Außerdem bildet sie einen Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der Gemeinde Saint-Front-sur-Nizonne leitet sich ab vom Heiligen Fronto (Sanctus Fronto) und vom Fluss Nizonne. Die nordokzitanische Bezeichnung Champs Niers bedeutet schwarze Felder und spielt auf den fruchtbaren Boden an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Front-sur-Nizonne liegt knapp sechs Kilometer südsüdwestlich von Nontron und 32 Kilometer nördlich von Périgueux.

Die Gemeinde wird von folgenden Nachbargemeinden umgeben:

Zum Gemeindegebiet von Saint-Front-sur-Nizonne gehören folgende Weiler, Gehöfte und ein Gut:

Bobatenchas, Domaine de Bagatelle, Ferme de Bagatelle, Eyport, Filoine, La Chaise, Laugeas, Le Repaire, Les Mines, Les Nouailles, Puybaronneau und Puyberaud.

Das Gemeindegebiet wird in etwa mittig von der Nizonne in westlicher Richtung durchflossen.

Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 153 Metern über dem Meer an der Nizonne im Westen, der höchste Punkt mit 263 Metern bei Brissoneau (Gemeinde Sceau-Saint-Angel) im äußersten Nordosten.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Saint-Front-sur-Nizonne wird im Norden und Süden von Höhenrücken begrenzt, die an der Oberfläche von pleistozänem Alluvium und Kolluvium fluviatilen Ursprungs verhüllt werden. Anstehendes Gestein tritt nur im Nizonnetal sowie in kleineren Vorkommen am nördlichen und südlichen Höhenrücken auf. Die Nizonne hat flachliegende Kalke des Turoniums (Ligérien und unteres Angoumien) freigelegt. Am nördlichen Höhenrücken finden sich feinkörnige, beigefarbene Oolithkalke des Oxfordiums (Dogger). Am südlichen Höhenrücken bei Filoine und Bagatelle stehen zwei Vorkommen von gesteinsbildenden Flussschottern an, die möglicherweise ein eozänes Alter besitzen. Sie sind nur der Beginn eines sehr ausgedehnten fossilen Flusssystems, das sich bis kurz vor Léguillac-de-Cercles in Südwestrichtung ausdehnt. Es verdeutlicht eine deutlich erhöhte Erosionstätigkeit im Massif Central zum damaligen Zeitpunkt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Gut Domaine de Bagatelle befinden sich Überreste einer Römerstraße. Die romanische Kirche im Ortskern von Saint-Front-sur-Nizonne stammt aus dem 12. Jahrhundert. Le Repaire ist eine mittelalterliche Residenz aus der Mitte des 13. Jahrhunderts.

Die Gemeinde trug in Übereinstimmung mit der okzitanischen Bezeichnung bis 1793 den Namen Saint Front de Champnier, 1801 wurde die Schreibweise dann zu Saint-Front-de-Champnier abgeändert. Die heutige Bezeichnung besteht seit 1912.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Saint-Front-sur-Nizonne
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 145 1,4 11,1/km²
1968 94 0,9 7,2/km²
1975 95 1,0 7,3/km²
1982 91 1,0 7,0/km²
1990 122 1,3 9,3/km²
1999 133 1,5 10,2/km²
2006 138 1,5 10,6/km²
2007 138 1,5 10,6/km²

Quelle: INSEE[1]

Saint-Front-sur-Nizonne hat in den 1960ern ein Drittel seiner Bevölkerung verloren. Die Bevölkerungszahlen sind jedoch seit 1982 wieder am Ansteigen und haben mittlerweile wieder ihr altes Niveau erreicht.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2010 Michel Gaborit.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert
  • mittelalterliche Residenz Le Repaire aus dem 13. Jahrhundert
  • Gut Domaine de Bagatelle, teilweise aus dem 17. Jahrhundert

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Westrand der Gemeinde verläuft die D 84 von Nontron nach Verteillac. Kurz vor Überqueren der Nizonne zweigt nach links eine Kommunalstraße ab, die nach Osten zum Ortskern führt. Den Ortskern verlassen zwei Kommunalstraßen in Richtung Norden; sie stellen beide eine Verbindung nach Saint-Martial-de-Valette her, wobei die rechte zur D 675 (Nontron - Brantôme) abzweigt. Vom Ortskern geht ferner eine Kommunalstraße nach Süden ab, die entweder zur D 84 zurückführt oder nach La Chapelle-Montmoreau bzw. nach Saint-Crépin-de-Richemont abbiegt.

Müllsammelstelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Nordrand des Gemeindegebietes von Saint-Front-sur-Nizonne befindet sich in pleistozänen Sanden die zentrale Müllsammelstelle (französisch Déchetterie) des Kantons Nontron.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saint-Front-sur-Nizonne auf der Website des Insee

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Floc'h, J.-P. et al.: Feuille Nontron. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]