Saint-Josse-ten-Noode/Sint-Joost-ten-Node

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Saint-Josse-ten-Noode
Sint-Joost-ten-Node
Coat of arm Municipality be Saint-Josse-ten-Noode.svg Flag of Sint-Josse-ten-Noode.svg
Saint-Josse-ten-NoodeSint-Joost-ten-Node (Belgien)
Saint-Josse-ten-NoodeSint-Joost-ten-Node
Saint-Josse-ten-Noode
Sint-Joost-ten-Node
Staat: Belgien
Region: Brüssel-Hauptstadt
Provinz: (seit 01.01.1995 „entprovinzialisiert“)
Bezirk: Brüssel-Hauptstadtwub
Koordinaten: 50° 51′ N, 4° 22′ OKoordinaten: 50° 51′ N, 4° 22′ O
Fläche: 1,14 km²
Einwohner: 27.115 (1. Jan. 2017)
Bevölkerungsdichte: 23.785 Einwohner je km²
Postleitzahl: 1210
Vorwahl: 02
Bürgermeister: Emir Kir
Adresse der
Kommunalverwaltung:
Avenue de l’Astronomie 12–13
1210 Bruxelles

Sterrenkundelaan 12–13
1210 Brussel
Website: www.stjoost.irisnet.be
lblelslh

Saint-Josse-ten-Noode (französisch) oder Sint-Joost-ten-Node (niederländisch) ist eine von 19 Gemeinden der zweisprachigen Region Brüssel-Hauptstadt in Belgien. Mit 27.115 Einwohnern (1. Januar 2017) auf nur 1,14 Quadratkilometern Fläche ist sie die flächenkleinste Gemeinde der Region Brüssel-Hauptstadt und zugleich die am dichtesten bevölkerte Belgiens mit rund 24.000 Einwohnern pro Quadratkilometer.[1]

Obwohl Saint-Josse-ten-Noode/Sint-Joost-ten-Node rechtlich eine selbständige Gemeinde ist, liegt es mitten in der Brüsseler Innenstadt, zwischen der eigentlichen Stadt Brüssel im Süden und Schaerbeek/Schaarbeek im Norden. Unmittelbar jenseits der Ringstraße, die die südwestliche Gemeindegrenze bildet, befindet sich die Rue Neuve/Nieuwstraat, die Fußgängerzone Brüssels.

In Saint-Josse-ten-Noode/Sint-Joost-ten-Node liegt unter anderem der Botanische Garten (Parc du Botanique/Kruidtuin) am Schaarbeeker Tor, zu dem auch ein Kulturzentrum gehört. Die Gemeinde hat Anteil an der repräsentativen Königstraße, die vom königlichen Stadtschloss nach Schaerbeek/Schaarbeek verläuft.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Saint-Josse-ten-Noode/Sint-Joost-ten-Node ist gemessen am Durchschnittseinkommen der ansässigen Bevölkerung die ärmste Belgiens. Zudem zählt sie landesweit den höchsten Anteil an Einwanderern – in Belgien Allochthone genannt. Der damalige Bürgermeister Jean Demannez äußerte 2003, dass nur noch 20 Prozent der Bevölkerung einen belgischen Großvater hat.[2]

Der offizielle Anteil an Ausländern liegt bei 42 % (2015), wobei neben Türken und Marokkanern Bulgaren und Rumänen zu den stärksten Ausländergruppen gehören. [3]

Saint Josse/Sint-Joost gilt auch als ärmste Gemeinde Belgiens mit einem mittleren Einkommen von 14.998 Euro, was auch deutlich unter dem Schnitt der Region Brüssel-Hauptstadt mit 19.004 Euro liegt[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Gemeinde war mehr als doppelt so groß, musste im Rahmen des Ausbaus der Stadt Brüssel 1855 mit 142 ihrer damals 253 Hektar mehr als die Hälfte ihrer Grundfläche an die Stadt Brüssel abtreten, woraus das Quartier Léopold mit dem heutigen Europaviertel als Stadtviertel für die Brüsseler Bourgeoisie entstand.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guy Cudell war der langjährige Bürgermeister von Saint-Josse-ten-Noode/Sint-Joost-ten-Node, von 1953 bis zu seinem Tod 1999. Der Sozialist war einer der letzten Bürgermeister Belgiens, die noch Zweispitzhut trugen. 1999 bis 2012 amtierte der Bürgermeister Jean Demannez, ebenfalls Sozialist. 2012 wurde Emir Kir zum neuen Bürgermeister gewählt, ebenfalls Mitglied der Sozialistischen Partei und einer der ersten türkischstämmigen Bürgermeister Belgiens.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sint-Joost listet folgende beiden Partnerstädte auf:[4]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neobarocke St. Joostkirche von 1865
  • Museum Charlier
  • Der frühere Bahnhof an der Chaussée de Louvain/Leuvensesteenweg von 1885 ist denkmalgeschützt und beherbergt heute eine Begegnungsstätte für Jazzmusiker Jazz Station.
  • In der Gemeinde stand zwischen 1960 und 2001 das sogenannte Rogierzentrum, entworfen durch den Architekten J. Cuisenier. Der gigantische Komplex war einst Symbol des Nachkriegsmodernismus, wurde jedoch nach seiner Verwahrlosung abgerissen. Zwischen 2002 und 2006 entstand an derselben Stelle das Hauptquartier der Dexia Bank.
  • Friedhof Saint-Josse-ten-Noode

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Josse-ten-Noode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saint-Josse-ten-Noode (Gemeinde, Region Brüssel) auf citypopulation.de
  2. Jean Demannez, Interview vom 24. November 2003
  3. a b Sara de Sloover: Kir, de Emir van Sint-Joost Bruzz 2017, Ausgabe 1590 vom 27.10.2017
  4. Lokale & internationale solidariteit. Abgerufen am 18. März 2017.
  5. Comune di Verona – Grandi Eventi – Gemellaggi e Patti d’Amicizia. Abgerufen am 18. März 2015.