Saint-Mathieu (Haute-Vienne)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Saint-Mathieu
Wappen von Saint-Mathieu
Saint-Mathieu (Frankreich)
Saint-Mathieu
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Haute-Vienne (87)
Arrondissement Rochechouart
Kanton Rochechouart
Gemeindeverband Ouest Limousin
Koordinaten 45° 42′ N, 0° 46′ OKoordinaten: 45° 42′ N, 0° 46′ O
Höhe 225–438 m
Fläche 40,70 km²
Einwohner 1.080 (1. Januar 2018)
Bevölkerungsdichte 27 Einw./km²
Postleitzahl 87440
INSEE-Code

Rathaus (Mairie)

Saint-Mathieu, Okzitanisch Sant Matiá, ist eine Gemeinde im Südwesten Frankreichs mit 1080 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018). Sie gehört zur Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016 Aquitanien), zum Département Haute-Vienne und zum Arrondissement Rochechouart. Saint-Mathieu war der Hauptort (Chef-lieu) des Kantons Saint-Mathieu und wurde 2015 zum Kanton Rochechouart geschlagen. Zuständiger Gemeindeverband ist die Communauté de communes Ouest Limousin. Die Einwohner werden als Mathuséens bzw. Mathuséennes bezeichnet.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Mathieu leitet sich vom OkzitanischenSant Matiá bzw. Samatiá ab, d. h. vom Heiligen Matthias und nicht vom Heiligen Matthäus.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der Gemeinde Saint-Mathieu (dunkelgrün) im Département Haute-Vienne. Die Gemeinden des ehemaligen Kantons Saint-Mathieu in hellgrün.

Saint-Mathieu liegt 40 Kilometer westsüdwestlich von Limoges (Luftlinie) und ist Grenzgemeinde zum Département Dordogne. Nontron im Süden ist 20 Kilometer entfernt.

Die Gemeinde Saint-Mathieu wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:

Chéronnac, Saint-Bazile
Maisonnais-sur-Tardoire Nachbargemeinden Cussac
Champniers-et-Reilhac (Dordogne) Saint-Barthélemy-de-Bussière (Dordogne) Marval

Die Gemeinde Saint-Mathieu beansprucht mit 40,39 Quadratkilometer ein sehr großes Gebiet. Sie ist flächenmäßig die zweitgrößte Gemeinde im Kanton Rochechouart und die drittgrößte im Arrondissement Rochechouart.

Zu ihr gehören folgende Weiler, Gehöfte, Schlösser, eine Mühle und Geländepunkte: Bayeras, Beauséjour, Bois de l’Autre, Bois de Palivaud, Bois des Forts, Bois Sec, Cautarial, Chambonnaud, Chambouraud, Château Rocher, Château Séchères, Chez Bécassou, Chez Chabert, Chez Goursaud, Chez Nadaud, Chez Rouchaud, Chez Tamagnon, Chez Vignette, Concoure, Coulerède, Excideuil, Fonsoumagne, Fontandreau, Fontetru, Forêt de Puy Haut, Grateloube, Grueto, Jarlat, Junicaud, L'Épurdie, L'Étaboulie, La Beille, La Besse, La Borderie, La Boulie, La Brousse, La Côte, La Croix de Labran, La Carabine, La Couade, La Forge, La Gerbaudie, La Lande, La Marchaderie, La Pêcherie, La Planche du Loup, La Serve, La Terminière, Lascaux, Laubarias, Le Bournat, Le Clos du Got, Le Coin du Parc, Le Grand Peyrouteau, Le Grand Sauvot, Le Moulin du Pont, Le Pêcher, Le Petit Peyrouteau, Le Petit Sauvot, Le Peyrat, Le Pissarou, Le Semelier, Les Brousses, Les Bussières, Les Cailloux, Les Chabaudies, Les Champs, Les Defaix, Les Flamanchies, Les Garennes, Les Gironneaux, Les Gustins, Les Landes, Les Ourgeaux, Les Perrières, Les Petites Forêts, Les Refours, Les Souchous, Les Thermes, Les Tourettes, Monteau, Neuville, Pérantonie, Pierregreffier, Puisseger, Puy Haut, Puysseguy, Rouyaflamas und Vieilleville.

Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes von Saint-Mathieu liegt mit 225 Metern über dem Meer an der Tardoire im äußersten Nordwesten, der höchste Punkt mit 438 Metern am Puy Haut im Südosten. Dieser Höhenrücken gehört bereits zu den Monts de Châlus. Der maximale Höhenunterschied beträgt 210 Meter.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lagekarte von Saint-Mathieu

Durch das Ortszentrum von Saint-Mathieu verläuft in Nordost-Südwestrichtung die D 675 von Rochechouart nach Nontron. Ferner quert in ost-westlicher Richtung die D 699 von Cussac nach Montbron. Die D 87 verlässt Saint-Mathieu nach Norden in Richtung Chérronac. Die D 67 verbindet das Ortszentrum mit Marval im Süden. Eine Kommunalstraße verbindet Saint-Mathieu mit Maisonnais-sur-Tardoire im Westen.

Hydrographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grenzfluss zu den nördlichen Nachbargemeinden Chéronnac und Saint-Bazile ist die Tardoire, die generell nach Nordwest entwässert. Ihr linker Nebenfluss, die Colle, fließt ebenfalls nach Nordwest ab. Sie wird etwa 2 Kilometer nordöstlich vom Ortskern zum Lac de Saint-Mathieu aufgestaut. Südlicher Grenzfluss zu Champniers-et-Reilhac ist der nach Westen drainierende Nauzon. Dieser spaltet sich im Gemeindegebiet in kleine Nebenflüsse auf – linksseitig in die Samaritaine und rechtsseitig in den Ruisseau de l'Étang Neuf, der die Grenze zu Champniers-et-Reilhac fortsetzt. Der Nauzon wird in seinem Oberlauf als Ruisseau de l'Étang de l'Étourneau bezeichnet und ist zu vielen kleinen Weihern aufgestaut.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriftgranit aus Pegmatiten im Saint-Mathieu-Leukogranit am Lac de Saint-Mathieu

Saint-Mathieu liegt vollständig auf dem kristallinen, variszischen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central, das hier eine Aufwölbung bildet – den Saint-Mathieu-Dom. Die Domstruktur besteht aus dem Saint-Mathieu-Leukogranit, der im Oberkarbon in die Glimmerschiefer der Parautochthonen Glimmerschiefereinheit eingedrungen ist. Die Glimmerschiefer sind im Osten des Gemeindegebiets anstehend, kleinere Inseln sind hauptsächlich um Fonsoumagne auch im Leukogranit eingeschlossen. Sie streichen generell Südost-Nordwest und fallen mit 30 bis 70 Grad nach Nordost ein, biegen aber bei Chez Chabert in die Ost-West-Richtung mit Einfallen nach Norden. Ganz am äußersten Nordostrand des Gemeindegebietes bei Le Grand Sauvot sind auch noch Augengneise der Unteren Gneisdecke des Limousins zu beobachten, welche in west- bis südwestlicher Richtung auf die Glimmerschiefer aufgeschoben wurden. Auch sie führen Leukogranitinseln. Der Leukogranit tritt überwiegend in seiner mittel- bis grobkörnigen Normalfazies auf, gelegentlich aber auch feinkörnig als Champniers-et-Reilhac-Leukogranit wie beispielsweise bei Les Gustins. Er wird von zahlreichen steilstehenden Mikrogranitgängen durchzogen, welche meist der Nordnordost- oder der Nordnordwestrichtung folgen. Vereinzelt erscheinen auch Quarzgänge und Pegmatite im Leukogranit.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Saint-Mathieu bildet einen integralen Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältesten Besiedlungsspuren in der Gemeinde Saint-Mathieu gehen bis in die Eisenzeit zurück. Gefunden wurden mehrere, eine Grabkammer enthaltende Tumuli. Die Grabkammern waren mit Steinäxten und Graburnen bestückt. Die Tumuli befanden sich entlang dem Höhenrücken zwischen Saint-Mathieu und La Chapelle-Montbrandeix und folgten keltischen Wegestrecken, die aus Sicherheitsgründen immer Höhenlagen gegenüber Talungen bevorzugten.

Aus der gallorömischen Epoche fanden sich die Überreste einer Villa bei Les Bussières – Dachziegel und Mauerstümpfe.

Im Mittelalter erfuhr der jetzige Ortskern eine rasche Entwicklung. So wurde im 12. Jahrhundert die romanische Ortskirche errichtet. Hinter der Kirche wurde dann im Jahr 1373 ein Wehrschloss erbaut, das der Familie Vigier gehörte. Es reiht sich ein in eine Kette von Befestigungsanlagen im Grenzgebiet Charente-Limousin-Périgord. Von ihm ist heute so gut wie nichts mehr erhalten, der letzte Turm wurde 1927 abgerissen. Im Jahr 1486 wurde die Kirche umgebaut und erweitert. Dank reicher natürlicher Ressourcen konnte sich in Saint-Mathieu während des Mittelalters eine Eisen verarbeitende Kleinindustrie etablieren, die sich auf die Herstellung von Kettenhemden spezialisierte. Schmiedewerke bestanden bei La Couade, Le Buisson und Séchères noch bis 1860.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Saint-Mathieu
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte
1962 1711 37,4 42,4/km²
1968 1613 31,4 39,9/km²
1975 1483 32,5 36,7/km²
1982 1364 33,6 33,8/km²
1990 1271 34,7 31,5/km²
1999 1233 36,2 30,5/km²
2004 1188 29,4/km²
2008 1171 29,0/km²
2009 1164 28,8/km²
2013 1120 27,7/km²
2014 1099 27,2/km²
2015 1087 26,9/km²
2017 1080 26,7/km²

Quelle: INSEE[1]

Die Bevölkerungszahlen der Gemeinde Saint-Mathieu sind seit 1962 rückläufig (Bevölkerungsverlust von 37 Prozent), ihr Rückgang hat sich jedoch seit 1990 abgeschwächt.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister in Saint-Mathieu ist seit März 2014 die der DVG angehörende Krankenschwester Agnès Varachaud.

Präsidentschaftswahlen 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kandidaten Parteien 1. Wahlgang 2. Wahlgang
Stimmen % Stimmen %
Emmanuel Macron En marche ! EM 136 21,32 % 336 59,15 %
Marine Le Pen Front national FN 162 25,39 % 232 40,85 %
Jean-Luc Mélenchon Front de gauche FDG 124 19,44 %
François Fillon Les Républicains LR 118 18,50 %
Benoît Hamon Parti socialiste PS 30 4,70 %
Nicolas Dupont-Aignan Debout la République DLR 29 4,55 %
Nathalie Arthaud Lutte Ouvrière LO 17 2,66 %
Jean Lassalle Résistons ! R 13 2,04 %
Philippe Poutou Nouveau Parti anticapitaliste NPA 5 0,78 %
François Asselineau Union populaire républicaine UPR 4 0,63 %
Jacques Cheminade Solidarité et Progrès SP 0 0,00 %
Gesamt 638 100 % 568 100 %
Gültige Stimmen 638 80,45 % 568 71,63 %
Ungültige Stimmen 28 3,53 % 80 10,09 %
Wahlbeteiligung 666 83,98 % 648 81,72 %
Enthaltungen 127 16,02 % 145 18,28 %
Registrierte Wähler 793 793

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kirche von Saint-Mathieu
  • Das Schloss Château Rocher
  • Der Stausee Lac de Saint-Mathieu.

Photogalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saint-Mathieu auf der Website des Insee

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Saint-Mathieu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien