Saint-Pardoux-la-Rivière

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Saint-Pardoux-la-Rivière
Sent Pardol la Ribiera
Wappen von Saint-Pardoux-la-Rivière
Saint-Pardoux-la-Rivière (Frankreich)
Saint-Pardoux-la-Rivière
Staat Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Nontron
Kanton Périgord Vert Nontronnais
Gemeindeverband Périgord Nontronnais
Koordinaten 45° 30′ N, 0° 45′ OKoordinaten: 45° 30′ N, 0° 45′ O
Höhe 132–332 m
Fläche 23,30 km²
Einwohner 1.171 (1. Januar 2018)
Bevölkerungsdichte 50 Einw./km²
Postleitzahl 24470
INSEE-Code

Das Rathaus von Saint-Pardoux-la-Rivière

Saint-Pardoux-la-Rivière (okzitanisch Sent Pardol la Ribiera) ist eine französische Gemeinde mit 1171 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) im Norden des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Périgord Vert Nontronnais (bis 2014: Saint-Pardoux-la-Rivière). Zuständiger Gemeindeverband ist die Communauté de communes du Périgord Nontronnais. Die Einwohner werden als Spardociens bzw. Spardociennes bezeichnet.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das okzitanische Sent Pardol leitet sich vom Heiligen Pardulphus (Sanctus Pardulphus) ab, la Ribiera bedeutet der Fluss, gemeint ist hier die Dronne.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Pardoux-la-Rivière wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:

Nontron, Savignac-de-Nontron (Berührungspunkt) Champs-Romain Saint-Saud
Sceau-Saint-Angel Nachbargemeinden Milhac-de-Nontron
Sceau-Saint-Angel Saint-Front-la-Rivière Milhac-de-Nontron

Zum Gemeindegebiet von Saint-Pardoux-la-Rivière gehören neben dem Ortskern folgende Weiler, Gehöfte und Geländepunkte:

Beaumont, Bois de Neymard, Bon Ombre, Bordessoule, Bos-Brûlat, Brande, Brin, Chaumeille, Chez Bathe, Chez Boissard, Chez Boutard, Chez Neymard, Grands Bois, Jamaye, La Briderie, La Dorie, La Font du Prince, La Grange, La Nanotte, La Noujarède, La Plassade, Langlade, Lapeyronnie, Le Buisson, Le Chatenet, Le Clos, Le Clos de la Noujarède, Le Couvent, Le Maine, Le Mandereau, Le Moulin de la Dorie, Le Queyroi, Le Petit Villars, Les Batisses, Les Combes, Les Granges, Les Grands Bois, Les Grelières, Les Rebières, Les Roches, Lescure, Maliba, Négrecombe, Neuil, Noujarède, Puy d'Arnac und Puypelat.

Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 132 Metern über dem Meer an der Dronne bei Jamaye im Süden, der höchste Punkt mit 332 Metern bei Bos-Brûlat in der äußersten Nordostecke. Die maximale Höhendifferenz beträgt 200 Meter. Der Ortskern befindet sich auf 140 Meter.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lagekarte von Saint-Pardoux-la-Rivière

Den Ortskern von Saint-Pardoux-la-Rivière quert in West-Ost-Richtung die D 707 von Nontron nach Thiviers. Von Norden kommt die D 83 von Saint-Saud-Lacoussière und Champs-Romain; sie folgt anschließend dem linken Dronneufer nach Süden in Richtung Brantôme. Die D 83 E1 verlässt den Ortskern nach Nordosten; sie ermöglicht eine Anbindung an die D 82 von Mialet nach Villars. Die D 83 E2 schließlich führt nach Nordnordwest zur D 85 von Nontron nach Châlus.

Saint-Pardoux-la-Rivière besaß einst einen Bahnhof an der mittlerweile stillgelegten Bahnstrecke Quéroy-Pranzac–Thiviers. Die Trasse ist jetzt ein Fuß- und Fahrradweg in Richtung Milhac-de-Nontron.

Bodenbedeckung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodenbedeckung in Saint-Pardoux

Die Bodenbedeckung der Gemeinde Saint-Pardoux schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:

  • Wälder – 41,0 %
  • heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 37,3 %
  • Wiesen – 11,6 %
  • Städtebaulich beansprucht – 4,9 %
  • Ackerland – 4,0 %
  • Industrie, Handel, Verkehrswege – 1,1 %.

Die landwirtschaftliche Nutzung steht eindeutig im Vordergrund, sie ist aber für die rein landwirtschaftliche Nutzung (bestehend aus heterogener Landwirtschaft inklusive Wiesen und Ackerland) von 56,2 % im Jahr 1990 auf 52,9 % im Jahr 2018 zurückgegangen.

Hydrographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Saint-Pardoux-la-Rivière wird in etwa zentral von der Dronne durchquert. Sie mäandriert anfangs in einem engen, schluchtartigen Tal gen Südwesten und bildet gleichzeitig die Nordgrenze zu Champs-Romain, dreht dann aber auf Südkurs. Kurz vor Erreichen des Ortskerns weitet sich das Tal. Saint-Pardoux-la-Rivière wurde an einer Furt über die Dronne erbaut.

Ein rechter Nebenfluss der Dronne ist der Ruisseau de Lachenaud. Sein nach Südosten gerichteter Lauf mündet in die Dronne im Norden des Gemeindegebiets. Er ist ebenfalls Grenzfluss zu Champs-Romain. Im Ortskern nimmt die Dronne dann einen linken Nebenfluss auf, den Ruisseau de Chantres, der ihr aus Osten entgegenkommt.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Pardoux besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima, das sich durch folgende Parameter auszeichnet:

Klimaparameter im Zeitraum 1971-2000

  • Jahresmittel: 12,2 °C
  • Anzahl der Tage unter −5 °C: 4,4
  • Anzahl der Tage oberhalb 30 °C: 7,9
  • Maximum im Tages-Temperaturunterschied: 15,1 °C
  • Jahresniederschlag: 1025 mm
  • Niederschlagstage im Januar: 13,5
  • Niederschlagstage im Juli: 7,0

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leptynitischer Paragneis vom Dronnetal nördlich von Saint-Pardoux-la-Rivière. Das anatektische Gestein zeigt auf seiner rechten Seite Scherfaltung.

Das Gemeindegebiet von Saint-Pardoux-la-Rivière wird von zwei sich überkreuzenden Störungssystemen (65° Nord und 160° Nord) zweigeteilt. Nördlich und östlich dieses Bruchsystems stehen Grundgebirgsgesteine des nordwestlichen Massif Central an, in dem südlichen Zwickel Sedimente des nordöstlichen Aquitanischen Beckens. Das metamorphe Grundgebirge ist anhand dieser Randstörungen gegenüber der Sedimenthülle herausgehoben worden.

Tektonisch tiefstliegende Grundgebirgseinheit sind Glimmerschiefer der parautochthonen Glimmerschiefereinheit (ξ1); sie stehen im Ostteil des Gemeindegebiets an (bei Chantres und Le Chatenet) und streichen in Nordrichtung mit einem Einfallswinkel von 40 bis 60 ° nach Osten. In sie drang während des Oberkarbons der Saint-Mathieu-Leukogranit (hier in seiner Saint-Saud-Fazies γ2b-m) ein. Der Leukogranit ist im oberen Dronnetal aufgeschlossen. Er wird von Nordnordwest-streichenden Mikrogranitgängen (μγ3) durchzogen.

Nördlich der Ostnordost streichenden Randstörung erscheinen plagioklasführende Paragneise (ζ1 und ζ1-2). Da sie hier den Grad der Anatexis überschritten haben, werden sie vereinzelt von kleineren Granodioritkörpern, die mit dem Piégut-Pluviers-Granodiorit assoziiert sind, durchsetzt (γ3-4b bei Beaumont und Brin). Sie enthalten überdies ordovizische Leptynite (fλ3-4b – an der rechten Talseite der Dronne unterhalb von Beaumont anstehend, sowie weiter stromaufwärts bei La Dorie) und kleine, Nordwest-streichende Graphitzüge (gra bei Brin). Die Paragneise streichen generell nach Nordwest, ihr Einfallswinkel beträgt 20 bis 60 ° nach Nordost. Die Paragneise sind oft verfaltet, ihre Faltenachsenrichtung ist Nordost und sekundär Ostnordost.

Die flachliegenden Sedimente um den Ortskern bestehen aus Lias und kalkigem Dogger. Der in der Nähe der Störungen teilweise verkieselte Lias wird aus Hettangium (Sandsteine, grobe Sandsteine und Konglomerate der Formation l1), Sinemurium (Oolithkalke, teils dolomitisch, der Formation l3-4) und Toarcium (Tonsteine und graue Mergel der Formation l7-9) aufgebaut. Diese toarcischen Tone wurden von einer mittlerweile stillgelegten Ziegelei verwertet. Der Dogger setzt sich aus kryptokristallinen Kalken, bioklastischen Kalken und Oolithkalken des Oberbajocs und Bathoniums zusammen (Formationen j1b, j1c-2a und j2b). Die Kirche Saint-Pardoux steht auf Oberbajoc.

Entlang der Randstörung ist so genanntes Sidérolithique (eisenhaltige, rote, tonige Sande der Formation e-p) sowie verfestigtes, konglomeratisches Alluvium (Formation H-F) erhalten geblieben. Beide Formationen dürften ins Eozän zurückgehen, wobei die Konglomerate möglicherweise auch nur pleistozänen Alters sind. Die Konglomerate stehen mit späten Bewegungen entlang der Randstörungen in genetischem Zusammenhang – erkennbar an sehr starken Verschleppungen ihres Einfallswinkels in Störungsnähe. Pliozäne bis pleistozäne Plateausedimente (Kiese in sandig-toniger Matrix) der Formation Fs bedecken die Hanglagen östlich von Lapeyronnie und bei Les Combes.

Alle sedimentären Formationen des südlichen Zwickels werden stellenweise von kolluvialen Schottern des Pleistozäns verdeckt (Formation CF). Auch die Glimmerschiefer der Höhenlagen im Osten (bei Bos-Brûlat) können von Kolluvium maskiert werden (wiederaufgearbeitete Grundgebirgssande mit Quarzgeröllen der Formation AC), das aber der letzten Kaltzeit zuzurechnen ist. Im Dronnetal sind Schotterterrassen sowohl aus der Mindel- (Formation Fv bei Chez Boissard) als auch der Würm-Kaltzeit (Formation Fw um den Ortskern) zu sehen. Der Kalkhangschutt auf den Doggersedimenten (Formation GP) stammt ebenfalls aus der letzten Eiszeit. Das jetzige Flussbett der Dronne verläuft in bis zu 3 Meter mächtigem holozänen Alluvium der Formation K.

Mineralische Rohstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erwähnenswert sind Vorkommen von leicht silberhaltigem Bleiglanz in den Paragneisen und Baryt vorwiegend im Lias. Auch Turmalin kann gelegentlich in den Paragneisen auftreten. Mangan (Mangandioxid) wurde ebenfalls abgebaut (bei Le Mandereau), wobei Nontronit entdeckt wurde (Typlokalität). Die Lagerstätte Neuil in den Paragneisen enthält neben Bleiglanz und Baryt auch Chalkopyrit, Gips, Markasit, Pyrit, Pyromorphit und Zinkblende.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Saint-Pardoux-la-Rivière bildet einen integralen Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Südfassade der Kirche von Saint-Pardoux-la-Rivière mit Sonnenuhr

In Saint-Pardoux-la-Rivière stand ab dem 13. Jahrhundert bis zur Französischen Revolution ein Kloster. Von ihm sind leider nur noch ganz spärliche Überreste erhalten geblieben, da der überwiegende Teil der Bausubstanz für den Bau des Ortskerns geplündert wurde. Die Kirche Saint-Pardoux stammt aus dem 17. Jahrhundert und 18. Jahrhundert, sie wurde im 19. Jahrhundert gründlich renoviert, unter anderem wurde der Kirchturm vollständig neu erbaut. Das Château de Vaugoubert an der Dronne ist demselben Zeitraum zuzuordnen. Von einem noch älteren Schloss ist nur noch ein Rundturm zu sehen.

Während des Vichy-Regimes wurden in Saint-Pardoux-la-Rivière im August 1942 172 jüdische Staatsbürger von einem Kommando unter dem Befehl von René Bousquet zusammengetrieben und nach Nexon abtransportiert, von wo aus sie dann an das Sammellager Drancy und weiter zum KZ Auschwitz überstellt wurden.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Pardoux-la-Rivière ist einwohnermäßig hinter Nontron die zweitstärkste Gemeinde im Kanton Périgord Vert Nontronnais, knapp vor Piégut-Pluviers.

Bevölkerungsentwicklung in Saint-Pardoux-la-Rivière
Jahr Einwohner


1962 1453
1968 1360
1975 1347
1982 1309
1990 1174
1999 1091
2006 1155
2007 1149
2011 1199
2016 1182
2017 1179
2018 1171

Quelle: INSEE[1]

Die Bevölkerung von Saint-Pardoux-la-Rivière hatte bis 1999 ständig abgenommen, scheint sich seitdem aber wieder etwas zu erholen.

Bei einer Fläche von 23,84 Quadratkilometer besitzt die Gemeinde eine Bevölkerungsdichte von 49 Einwohner/km².

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Saint-Pardoux-la-Rivière war seit März 2001 der parteilose Rentner Maurice Combeau. Er wurde im Mai 2020 von der parteilosen Sylvie Gouraud abgelöst.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kirche Saint-Pardoux mit schöner Sonnenuhr.
  • Das Postkartenmuseum. Es beherbergt eine Sammlung alter Postkarten des Périgords aus den Jahren 1898–1920.

Photogalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saint-Pardoux-la-Rivière auf der Website des Insee

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J.-P. Floc'h u. a.: Feuille Nontron. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.
  • P.-L. Guillot u. a.: Feuille Thiviers. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]