Saint-Sardos (Tarn-et-Garonne)

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Saint-Sardos
Sent Sardòs
Saint-Sardos (Frankreich)
Saint-Sardos
Region Okzitanien
Département Tarn-et-Garonne
Arrondissement Montauban
Kanton Verdun-sur-Garonne
Gemeindeverband Grand Sud Tarn et Garonne
Koordinaten 43° 54′ N, 1° 8′ OKoordinaten: 43° 54′ N, 1° 8′ O
Höhe 99–212 m
Fläche 26,56 km2
Einwohner 1.076 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 41 Einw./km2
Postleitzahl 82600
INSEE-Code
Website Saint-Sardos

Saint-Sardos – Ortsbild

Saint-Sardos (okzitanisch Sent Sardòs) ist ein Ort und eine aus mehreren Weilern und Einzelgehöften bestehende südfranzösische Gemeinde mit 1.076 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2014) im Département Tarn-et-Garonne in der Region Okzitanien.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Sardos liegt in der Hügellandschaft der Lomagne etwa 28 km (Fahrtstrecke) südwestlich von Montauban bzw. knapp 49 km nordwestlich von Toulouse in einer Höhe von 175 m ü. d. M.[1] Das Klima ist gemäßigt warm: Nachtfröste oder Temperaturen über 35° C sind äußerst selten; Regen fällt übers Jahr verteilt.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2014
Einwohner 861 1.167 828 690 555 1.076

Die Reblauskrise im Weinbau und der Verlust von Arbeitsplätzen durch die Mechanisierung der Landwirtschaft haben seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem kontinuierlichen Bevölkerungsrückgang geführt. Der erneute Anstieg der Einwohnerzahlen zu Beginn des 21. Jahrhunderts hängt mit der relativen Nähe zum Großraum Toulouse zusammen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewohner der Gemeinde lebten jahrhundertelang als Selbstversorger von den Erträgen ihrer Felder und Gärten; daneben wurden auch Viehzucht, Weinbau und vielleicht auch der Anbau von Färberwaid (pastel) betrieben. Im Ort selbst siedelten sich Handwerker, Kleinhändler und Dienstleister an. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wird der Weinbau wieder großflächig betrieben; der Ort und seine Nachbargemeinden haben eine eigene Appellation d’Origine Contrôlée (AOC). Seit den 1960er Jahren werden einige der leerstehenden Häuser, aber auch Neubauten, als Ferienwohnungen (gîtes) genutzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde – wahrscheinlich auf dem Hintergrund einer Landschenkung – im Jahr 1122 von Mönchen der dem hl. Sacerdos von Limoges geweihten Benediktinerabtei von Sarlat-la-Canéda gegründet; im Lauf der Zeit wandelte sich der Name zu Saint-Sardos. Wahrscheinlich blieb der Ort vom Albigenserkreuzzug (1209–1229) und dem Hundertjährigen Krieg (1337–1453) nicht gänzlich unberührt, doch exakte Belege liegen nicht vor.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Saint-Michel
Umgebung
  • Der flügellose Baukörper einer alten Windmühle steht etwas außerhalb des Ortes.
  • Nur etwa 500 m östlich und nordöstlich des Ortes befinden sich zwei große künstlich angelegte Wasserflächen, die zu Ausflugszwecken dienen; für Angler wurden auch Fische ausgesetzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Sardos (Tarn-et-Garonne) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saint-Sardos – Karte mit Höhenangaben
  2. Montauban/Saint-Sardos – Klimatabellen
  3. Clocher de l’Église Saint-Michel, Saint-Sardos in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)