Saint-Sulpice (Savoie)

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Saint-Sulpice
Wappen von Saint-Sulpice
Saint-Sulpice (Frankreich)
Saint-Sulpice
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département Savoie
Arrondissement Chambéry
Kanton Le Pont-de-Beauvoisin
Gemeindeverband Chambéry Métropole-Cœur des Bauges
Koordinaten 45° 34′ N, 5° 51′ OKoordinaten: 45° 34′ N, 5° 51′ O
Höhe 352–1.041 m
Fläche 8,82 km2
Einwohner 789 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 89 Einw./km2
Postleitzahl 73160
INSEE-Code
Website www.saintsulpice73.fr

Das Dorf von der Nachbargemeinde Saint-Cassin aus gesehen

Saint-Sulpice ist eine französische Gemeinde mit 789 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Savoie in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie gehört administrativ zum Kanton Le Pont-de-Beauvoisin im Arrondissement Chambéry.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Sulpice liegt auf 559 m, einige Kilometer westlich der Präfektur Chambéry, 43 km nordnordöstlich der Stadt Grenoble und 43 km südsüdwestlich der Stadt Annecy (Luftlinie). Das Dorf lehnt sich gegen die Ostflanke der Chaîne de l’Épine, dem südlichsten Antiklinalausläufer des französischen Juragebirges. Nachbargemeinden von Saint-Sulpice sind La Motte-Servolex im Norden, Chambéry und Cognin im Osten, Vimines im Süden sowie Aiguebelette-le-Lac und Nances im Westen.

Topographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fläche des 8,82 km2 großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der Ostflanke der Chaîne de l’Épine, ein sich in Nord-Süd-Richtung erstreckender Höhenzug mit Gipfeln von bis zu 1425 m, der die Talfurche von Chambéry von der Ebene rund um den Lac d’Aiguebelette trennt. Das Gebiet teilt sich in die vollständig bewaldete Chaîne de l’Épine und ihren durch kleine Erosionstäler untergliederten Geländesockel auf, dessen Höhe zwischen 350 m und 600 m variiert und auf dem sich das Siedlungsgebiet der Gemeinde befindet. Dort entspringen mehrere Bäche, die teilweise im Norden und Süden die Gemeindegrenze bilden. Waldgebiete machen mit fast 62 % den größten Teil der Flächennutzung aus, gefolgt von landwirtschaftlichen Flächen mit 37 %.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Saint-Sulpice gehören neben dem eigentlichen Ortskern auch mehrere Weilersiedlungen und Gehöfte, darunter:

  • Les Yvroux (493 m) am Nordrand der Gemeinde,
  • La Combe Lemain (535 m) nördlich des Ortskerns,
  • Les Platières (524 m) östlich des Ortskerns,
  • Les Martins (530 m) und Le Frêney (530 m) auf jeweils eigenen Hügelkuppen südlich des Ortskerns,
  • Montfort (471 m) zwischen Saint-Sulpice und Cognin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursprünge von Saint-Sulpice lassen sich bis ins Hochmittelalter verfolgen, als der Ort im 11. Jahrhundert als Sanctus Sulpitius erstmals urkundlich erwähnt wurde. Der Name bezieht sich auf den Hl. Sulpicius II. von Bourges, wobei der ihm geweihte Kirchbau erst 1497 verzeichnet wurde.[2] Im Mittelalter war das Dorf durch das 1332 erstmals erwähnte Château de Montfort befestigt, eine Burg am Nordrand des heutigen Weilers Montfort. Sie war das Zentrum einer Herrschaft unter der Oberhoheit der Grafen von Savoyen, zu der neben dem heutigen Gebiet von Saint-Sulpice auch Cognin, Vimines, Saint-Thibaud-de-Couz und ein Teil von La Motte-Servolex gehörten, und erhielt 1563 den Rang einer Baronnie.[3] Nachdem die Burg im 17. Jahrhundert ihre Bedeutung verloren hatte und verfiel, sind von ihr sind heute keine Überreste mehr vorhanden.

Dorfkirche von Saint-Sulpice

Bis zum 16. Jahrhundert war Saint-Sulpice dem Bischof von Grenoble abgabepflichtig und markierte die Grenze zwischen den Bistümern Belley und Grenoble.[3] Im Jahr 1844 wurde die baufällig gewordene mittelalterliche Kirche abgerissen und neu gebaut.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dorfkirche aus dem Jahr 1844 ist im savoyardischen Stil aus Bruchsteinmauerwerk errichtet und hat einen traditionellen Kreuzgrundriss. Das Dach ist mit Schieferwerk aus der Maurienne gedeckt.[4] Zu den Natursehenswürdigkeiten zählen die Chaîne de l’Épine, über deren Gipfelgrat ein Wanderweg mit Zugang von Saint-Sulpice führt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 302
1968 303
1975 355
1982 456
1990 600
1999 672
2006 697
2011 762

Mit 789 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014)[5] gehört Saint-Sulpice zu den kleinen Gemeinden des Département Savoie. Nachdem die Einwohnerzahl in der zweiten Hälfte des 19. und ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gleichmäßig zurückgegangen war (1861 wurden noch 573 Einwohner gezählt), setzte in den 1970er Jahren wieder eine Bevölkerungszunahme ein, die auf das Wachstum im Großraum Chambéry zurückgeht.[6] Über das Gemeindegebiet verstreut entstanden zahlreiche neue Einfamilienhäuser. Die Ortsbewohner von Saint-Sulpice heißen auf Französisch Sorpesais(es).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Sulpice ist bis heute ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Etwa ein Drittel der ortsansässigen Betriebe sind im ersten Sektor aktiv in den Bereichen Viehzucht und Feldwirtschaft. Den übrigen Teil machen verschiedene Betriebe des lokalen Kleingewerbes aus. Mittlerweile hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt: Viele Erwerbstätige sind Wegpendler, die in den größeren Ortschaften der Umgebung, vor allem im Raum Aix-les-Bains und Chambéry, ihrer Arbeit nachgehen.[7]

Die Ortschaft liegt nicht direkt an einer größeren Durchgangsstraße, profitiert aber von der Verkehrsinfrastruktur im nahegelegenen Chambéry, wo sich der nächste Regionalbahnhof und Anschlüsse an das Autobahnnetz befinden. Das Dorf ist über die Departementsstraße D916 von Cognin aus erreichbar; diese Straße überquert den außerhalb der Wintermonate befahrbaren, 987 m hohen Pass Col de l’Épine bis nach Novalaise. Weitere Nebenstraßen zweigen nach La Motte-Servolex und Vimines ab. Als Flughäfen in der Region kommen Chambéry-Savoie (Entfernung 13 km), Lyon-St-Exupéry (88 km) oder Genf (91 km) in Frage.

In Saint-Sulpice befindet sich eine staatliche Grundschule (école élémentaire).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Sulpice (Savoie) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten 2006 von CORINE Land Cover, abrufbar z.B. unter www.statistiques.developpement-durable.gouv.fr.
  2. A. Gros: Dictionnaire étymologique des noms de lieu de la Savoie. Belley, Imprimerie Aimé Chaduc, 1937, S. 432 (französisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. a b J. J. Vernier: Dictionnaire topographique du département de la Savoie. Imprimerie Savoisienne, 1896, S. 522, 669 (französisch, online auf BNF [abgerufen am 19. Januar 2014]).
  4. a b Unterseite Église auf der offiziellen Gemeindewebsite www.saintsulpice73.fr. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  5. Französisches Statistikinstitut (www.insee.fr)
  6. Saint-Sulpice – notice communale. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch, ab 1968 Einwohnerzahlen von INSEE).
  7. Dossier complet zu Saint-Sulpice. In: INSEE. Abgerufen am 26. April 2015 (französisch).