Saint-Usuge

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Saint-Usuge
Wappen von Saint-Usuge
Saint-Usuge (Frankreich)
Saint-Usuge
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Louhans
Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’
Koordinaten 46° 41′ N, 5° 15′ OKoordinaten: 46° 41′ N, 5° 15′ O
Höhe 177–210 m
Fläche 31,84 km2
Einwohner 1.335 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 42 Einw./km2
Postleitzahl 71500
INSEE-Code
Website http://saint-usuge.fr/

Saint-Usuge ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum gleichnamigen Kanton Louhans. Der Ort hat 1335 Einwohner (Stand 1. Januar 2016). Die Einwohner werden Saint-Eusèbiens, resp. Saint-Eusèbiennes genannt und tragen den Übernamen Les Tapons (deutsch: zerknautschtes Stoffstück in Form eines Zapfens, Stoffstöpsel), der auf eine Rauferei von 1834 zwischen den Saint-Eusèbiens und den Bewohnern der Nachbargemeinden zurückgeht.[1][2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Germain-du-BoisFrangy-en-BresseMontconyLe FayMontagny-près-LouhansLouhansVincellesJuifBrangesSimardSaint-Usuge mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Saint-Usuge liegt etwa im Zentrum des Arrondissements Louhans, rund 6 km nordnordöstlich von Louhans. Die Departementsstraße D13[3] von Saint-Germain-du-Bois nach Louhans durchzieht die Gemeinde in Nord-Süd-Richtung. Das Gemeindegebiet umfasst mehrere Étangs mit den zugehörigen Biefs und wird von sechs Fließgewässern berührt. Das Wichtigste ist wohl die Seille[4], die im Nordosten und Südosten die Gemeindegrenze bildet. Ebenfalls einen Teil der südöstlichen Gemeindegrenze bildet der Ruisseau de Bunay[5], zusammen mit dem Bief de l’Étang de Balole[6]. Die südwestliche Gemeindegrenze bildet La Servonne[7], in diese münden der Ruisseau de Promby[8] und der Ruisseau de Chaintre[9]. Ganz im Norden der Gemeinde entspringt zudem die Guyotte[10], sie fließt nach Norden in den Doubs. Durch das nördliche Gemeindegebiet zieht sich also die Wasserscheide zwischen Doubs und Seille. Das westliche Gemeindegebiet ist allgemein recht bewaldet. Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Barand, Batard, Biolet, Bons-Sires, Boux, Breuve, Canière, Carruge, Champ-des-Mares, Champ-Gauthey, Chanée, Charangeroux, Chizes, Cugny, Curtil, Burtil-Berthod, Curtil-Louis, Devant, Ferrière, Granges, Guillemin-Bernard, Juifs, Long-le-Bief, Maisons-Neuves, Martin-du-Bas, Michauds, Montceau, Moulin-de-Romain, Petite-Tremaillère, Pierry, Plaine-Vesvre, Pomière, Port, Rippes, Roire, Thiellet, Tremaillère, Tucelle, Tuilerie, Varennes, Vauvril, Vesvre, Vicheresse, Villermin[11].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Saint-Usuge ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Im Jahresdurchschnitt herrscht einer Temperatur von 11,1 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 819 mm.

Saint-Usuge
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Saint-Usuge
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,9 6,9 12,4 16,0 20,0 23,6 25,8 25,2 21,8 15,7 9,7 5,4 Ø 15,7
Min. Temperatur (°C) −1,0 −0,3 2,6 5,6 9,1 12,6 14,4 13,9 11,4 7,0 3,3 0,2 Ø 6,6
Temperatur (°C) 1,9 3,3 7,5 10,8 14,5 18,1 20,1 19,5 16,6 11,3 6,5 2,8 Ø 11,1
Niederschlag (mm) 62 60 58 59 78 78 59 78 78 66 78 65 Σ 819
T
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9,7
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0,2
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort taucht erstmals 1155 als Ecclesia Sancti-Eusebii auf (deutsch: Kirche des Heiligen Eusebius). Die Herren von Montcony gründeten eine Kapelle, die dem Heiligen Eusebius von Vercelli geweiht war. Aus dem Namen des Heiligen entwickelte sich der Ortsname über Saint Eusèbe sur Seille, Saint-Euruges zur heutigen Form.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1710 umfasste die Pfarrei Saint-Usuge die heutigen Gemeinden Saint-Usuge, Montcony und Vincelles. Während der Französischen Revolution hieß der Ort Chalon sur Seille. Die Römerstraße von Louhans nach Bellevesvre führte durch Saint-Usuge. In Charangeroux sind nahe beieinander zwei Motten sichtbar, eine rechteckige und eine runde. Das heutige Kirchengebäude datiert aus dem 14. Jahrhundert und besteht aus den typischen Ziegelsteinmauern mit einem Glockenturm im Stil der Franche-Comté. Auf dem heutigen Gemeindegebiet bestanden verschiedene Lehen, 1461 gelangte Barand in den Besitz von Jaques Bouton, und blieb bis 1556 im Besitz der Familie. Charangeroux war im Besitz der Familie de Tholongeon, 1593 gelangte es in den Besitz von Herard Bouton von Chamilly, in dessen Familie es bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts blieb. Im 18. Jahrhundert befand sich in Saint-Usuge eine Ziegelei, die Gemeinde war Kantonshauptort von 1790 bis 1802. 1856 befanden sich an der Seille drei Getreide- und Ölmühlen, 1860 wurde die Départementsstraße RD 13 gebaut. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befanden sich Ziegeleien in Thiollet und Barand, während im Ortszentrum Schmiede, Holzschuhmacher und Weinhändler tätig waren. 1988 waren in der Gemeinde noch 89 Landwirtschaftsbetriebe. Die Weiler Barand, Ferrière und Varennes befinden sich auf der Ostseite der Seille und waren berühmt für ihr Getreide von hervorragender Qualität. Die Bauern fuhren bis zu 20 Kilometer weit, um Asche zu besorgen, um ihre Böden zu trocknen und zu düngen.

Heraldik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Usuge benutzt ein Wappen, das offensichtlich in modernen Zeiten entstanden ist. Es führt in Feld 1 einen rotbezungten Hundekopf, wohl als Hinweis auf die Hunderasse Epagneul de Saint-Usuge, in Feld 2 einen silbernen Kirchturm, wie er für die Franche-Comté typisch ist und auch die Kirche der Gemeinde ziert. Die Felder 3 und 4 füllen Elemente, wie sie im Wappen der Region Bourgogne-Franche-Comté erscheinen, sowohl was die Felder als auch die Umrandung betrifft. Bemerkenswert allerdings, dass nicht das ganze Wappen integriert wurde, sondern nur der untere Teil des Burgunderwappens im unteren Teil des Gemeindewappens übernommen wurde[12].

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [14])
179318001821183118411851186118721881189119011911192119311946196219751990199920062011
240021592370247324202442226922802320223621892188200819001794156112231105105210811230
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Kirche von Saint-Usuge

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche 19 Landwirtschaftsbetriebe, eine Bäckerei, eine Metzgerei, vier Detailhandelsgeschäfte verschiedener Branchen, ein Gastronomiebetrieb und 12 Betriebe des Baugewerbes. Als AOC-Produkte sind in Saint-Usuge Volaille de Bresse[15] und Dinde de Bresse[16], ferner Crème et beurre de Bresse[17][18] zugelassen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École primaire (École maternelle und École élémentaire), die der Académie de Dijon[19] untersteht und von 108 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[20].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Usuge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Saint-Usuge. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Saint-Usuge. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Saint-Usuge. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Saint-Usuge. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saint-Usuge. auf habitants.fr. Abgerufen am 24. Januar 2016 (französisch).
  2. Tapons auf Wiktionary, französisch, abgerufen 29. November 2014
  3. Departementsstraße D13. auf routes.wiki.com. Abgerufen am 2. Dezember 2015 (französisch).
  4. La Seille, Länge 100,0 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei 46° 45′ 52,2″ N, 5° 41′ 30,8″ O in Ladoye-sur-Seille auf ca. 390 m, Mündung bei 46° 31′ 10,6″ N, 4° 56′ 20,8″ O in La Truchère auf ca. 169 m, La Seille auf sandre.eaufrance.fr
  5. Ruisseau de Bunay, Länge 2,4 km, Zufluss zu Seille, Quelle bei 46° 40′ 41,2″ N, 5° 17′ 5,3″ O in Saint-Usuge auf ca. 197 m, Mündung bei 46° 39′ 47,5″ N, 5° 15′ 41″ O in Saint-Usuge auf ca. 178 m, Ruisseau de Bunay auf sandre.eaufrance.fr
  6. Bief de l’Étang de Balole, Länge 2,2 km, Zufluss zu Seille, Quelle bei 46° 42′ 38,9″ N, 5° 15′ 45,7″ O in Saint-Germain-du-Bois auf ca. 200 m, Mündung bei 46° 42′ 16,2″ N, 5° 17′ 2,4″ O in Saint-Usuge auf ca. 180 m, Bief de l’Étang de Balole auf sandre.eaufrance.fr
  7. La Servonne, Länge 14,8 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei 46° 42′ 46,4″ N, 5° 9′ 44,6″ O in Simard auf ca. 210 m, Mündung bei 46° 39′ 14,4″ N, 5° 13′ 26,4″ O in Louhans auf ca. 178 m, La Servonne auf sandre.eaufrance.fr
  8. Ruisseau de Promby, Länge 4,6 km, Zufluss zur Servonne, Quelle bei 46° 43′ 3,7″ N, 5° 11′ 42,7″ O in Simard auf ca. 207 m, Mündung bei 46° 40′ 50,5″ N, 5° 11′ 42″ O in Saint-Usuge auf ca. 186 m, Ruisseau de Promby auf sandre.eaufrance.fr
  9. Ruisseau de Chaintre, Länge 7,2 km, Zufluss zur Servonne, Quelle bei 46° 43′ 3,4″ N, 5° 12′ 37,8″ O in Simard auf ca. 204 m, Mündung bei 46° 39′ 47,2″ N, 5° 13′ 56,3″ O in Vincelles (Saône-et-Loire) auf ca. 178 m, Ruisseau de Chaintre auf sandre.eaufrance.fr
  10. La Guyotte, Länge 41.1 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei 46° 43′ 7″ N, 5° 14′ 26,9″ O in Saint-Usuge auf ca. 205 m, Mündung bei 46° 56′ 25,1″ N, 5° 8′ 26,9″ O in Navilly auf ca. 175 m, La Guyotte auf sandre.eaufrance.fr
  11. Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. (PDF) Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 16. April 2015 (französisch, Suchbegriff: <CTRL>-f Saint-Usuge).
  12. Armorial des villes et des villages de France. Saint-Usuge. Abgerufen am 9. Februar 2016 (französisch, Originalblasonierung: Coupé par une trangle ondée d'azur de deux pièces, l'une voûtée à dextre, l'autre ployée à senestre: au 1er parti au I d'azur à une tête de chien d'or languée de gueules, au II d'or à un clocher franc-comtois d'argent, ouvert et essoré d'azur et mouvant de la pointe, le tout enfermé dans une filière de gueules, à un filet de même brochant sur la ligne de parti; au 2e parti au I bandé d'or et d'azur, au II d'azur à trois fleurs de lys d'or, le tout enfermé dans une filière partie de gueules et componée de gueules et d'argent, à un filet de gueules brochant sur la ligne du parti).
  13. Kurzbeschrieb der Kirche. (PDF) von Saint-Usuge. La Pastorale du Tourisme en Saône et Loire, abgerufen am 30. Mai 2015 (französisch).
  14. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 29. November 2014 (französisch).
  15. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  16. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  17. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  18. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  19. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  20. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Saint-Usuge. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).