Saissac

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Saissac
Wappen von Saissac
Saissac (Frankreich)
Saissac
Region Languedoc-Roussillon
Département Aude
Arrondissement Carcassonne
Kanton Saissac
Gemeindeverband Communauté de communes du Cabardès Montagne Noire.
Koordinaten 43° 22′ N, 2° 10′ O43.3616666666672.1694444444444467Koordinaten: 43° 22′ N, 2° 10′ O
Höhe 166–742 m
Fläche 57,03 km²
Einwohner 924 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 16 Einw./km²
Postleitzahl 11310
INSEE-Code
Website http://www.saissac.fr

Saissac – Ortsbild

Saissac (okzitanisch: Saissac) ist eine französische Gemeinde mit 924 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Aude in der Region Languedoc-Roussillon; sie gehört zum Arrondissement Carcassonne und zum Kanton Saissac.

Lage[Bearbeiten]

Saissac liegt in einer Höhe von 467 Metern auf einem Felsrücken des Cabardès, den der Fluss Vernassonne und ein rechter Zufluss durch eine Schlucht gebildet haben. Der Ort liegt etwa 85 Kilometer (Fahrtstrecke) südöstlich von Toulouse; die nächstgrößeren Städte sind Carcassonne und Castelnaudary (jeweils etwa 25 Kilometer in südöstlicher bzw. westlicher Richtung).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008
Einwohner 587 705 652 709 867 923 981

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Saissac und seiner von Wald und garrigueartigem Buschwerk bestandenen Umgebung konnte nur in geringem Maße Feldbau betrieben werden; im Mittelpunkt der landwirtschaftlichen Produktion standen deshalb Obstbau und Viehzucht (Schafe, Ziegen). Die Schafwolle wurde – meist im Winter – gekämmt, versponnen und gewebt; die über Jahrhunderte erworbenen und weiterentwickelten Fertigkeiten – verbunden mit in ausreichendem Maße vorhandener Wasserkraft – führten im 17., 18. und 19. Jahrhundert zur Entstehung mehrerer kleinerer Textilbetriebe, in denen Stoffe gewalkt, gewebt und gefärbt wurden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte des ehemaligen castrum ist eng verbunden mit einer Burg, die hier bereits im Jahre 960 erwähnt wird und danach immer wieder um- oder neugebaut wurde. Gleich zu Beginn des Albigenserkreuzzugs (1209–1229) bemächtigte sich Bouchard I. de Marly des Ortes und seiner Burg, obwohl bis heute nicht eindeutig geklärt ist, ob die Herren von Saissac mit den Katharern sympathisierten; wenige Jahre nach seinem Tod (1226) fiel sie an Lambert de Thurey, einen seiner ehemaligen Kampfgefährten. Im frühen 16. Jahrhundert gehörte die Burg zeitweise einer durch den Handel mit Färberwaid (pastel) reich gewordenen Familie. In den Jahren 1568 und 1580, während der Hugenottenkriege (1562–1598), wurde der Ort zweimal von protestantischen Soldaten bzw. Freischärlern angegriffen und teilweise zerstört; die Burg erwies sich jedoch als nicht angreifbar.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Château de Saissac
Château de Saissac
  • Das riesige Gelände (ca. 40 × 120 Meter) der Burgruine des Château de Saissac liegt auf einem Felsvorsprung am südlichen Ende des Ortes. Die heute sichtbaren Überreste stammen im Wesentlichen aus dem 13. bis 16. Jahrhundert. Obwohl der Bau bereits im 18. Jahrhundert arg verfallen war und in der Französischen Revolution als Steinbruch genutzt wurde, erwarb im Jahr 1920 Henri Dupuy Mazel, ein Cinéast und Schriftsteller, das Gemäuer und richtete einen Gebäudeteil wieder zu Wohnzwecken her. Nach seinem Tod (1994) vermachten seine Erben die Burg der Gemeinde Saissac. Während der Umbauarbeiten wurde im Jahr 1997 in den alten Mauern ein mittelalterlicher Münzschatz (2000 Denare) entdeckt, nach dem schon Mitte des 19. Jahrhunderts gesucht worden war. Die Burg von Saissac ist seit 1926 als Monument historique [1] anerkannt.
  • Inmitten des heutigen Ortes stehen noch mehrere mittelalterliche Wehrtürme, die Teil der Stadtbefestigung (remparts) waren; die Tour Lamoyne diente wahrscheinlich immer schon als Wach- und Kirchturm.
  • An der Porte d’Autan haben sich mehrere Wappen erhalten.
  • Das Maison Soldano genannte Gebäude stammt ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert, wurde jedoch mehrfach umgebaut.
  • Das Hôtel de Saptes gehörte im 16. Jahrhundert einer reichen Tuchhändlerfamilie.
  • Das Musée des Vieux Métiers widmet sich alten Handwerksberufen und zeigt die dazugehörigen Gerätschaften.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saissac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Château de Saissac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)