Saladin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Feldherrn und Sultan. Weitere Bedeutungen unter Saladin (Begriffsklärung).
Dirham-Kupfermünze mit dem Idealbild einer Saladin repräsentierenden, thronenden Herrschergestalt mit Globus in der Linken (1190/1191).
Die umlaufende Inschrift lautet: arabisch الملك الناصر صلاح الدنيا والدين, DMG al-malik an-nāṣir ṣalāḥ ad-dunyā wa-d-dīn ‚der siegreiche Herrscher, Heil der Welt und der Religion‘.[1][2]

Saladin (arabisch صلاح الدين يوسف بن أيّوب الدوينيّ Salah ad-Din Yusuf ibn Ayyub ad-Dawīnī, DMG Ṣalāḥ ad-Dīn Yūsuf b. Aiyūb ad-Dawīnī ‚Heil der Religion, Yusuf, Sohn Ayyubs aus Dwin‘[3] mit dem Titel al-Malik an-Nasir / الملك الناصر / al-Malik an-Nāṣir / ‚der siegreiche Herrscher‘; * 1137/1138[4] in Tikrit; † 3. März oder 4. März 1193 in Damaskus[5]) war ab 1171 der erste Sultan von Ägypten und ab 1174 Sultan von Syrien. Als kurdischstämmiger Führer gründete er die Dynastie der Ayyubiden.[6]

Unter dem Namen „Sultan Saladin“ wurde er zu einem Mythos, zum größten aller Helden der muslimischen Welt und vorbildhaften islamischen Herrscher seit dem Propheten Mohammed. Er eroberte im Jahr 1187 Jerusalem; als erfolgreicher Gegenspieler der Kreuzfahrer wurde er oft verklärt und romantisiert.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und erste administrative und militärische Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saladin stammte aus einer kurdischen Familie. Sein Vater Nadschmuddin Ayyub wurde in Dwin im heutigen Armenien geboren und war Gouverneur der Seldschuken in Tikrit. Später diente er zusammen mit seinem Bruder Schirkuh im Heer von Zengi und dessen Sohn Nur ad-Din. Saladin wuchs in Baalbek und in Damaskus auf, wo sein Vater jeweils Gouverneur Nur ad-Dins war. In Damaskus wurde der jugendliche Saladin Leiter einer städtischen Polizeitruppe.[7] Sein Vater bat Nur ad-Din erfolgreich um eine Offiziersstelle für seinen Sohn. Als Herrscher von Damaskus befahl Nur ad-Din Saladin, seinen Onkel Schirkuh im Jahr 1163 auf einem Zug nach Ägypten zu begleiten. Ziel war es, Schawar als Wesir in Ägypten durchzusetzen. Doch dieser verbündete sich 1164 mit König Amalrich I. von Jerusalem gegen Schirkuh, und dieser war gezwungen, sich aus Ägypten zurückziehen. Auch auf weiteren Kriegszügen nach Ägypten im Januar 1167 und im Dezember 1168 begleitete Saladin Schirkuh. Im Januar 1169 nahm Saladin Schawar fest, der auf Befehl des Kalifen al-Adid getötet wurde. Wesir wurde nun Saladins Onkel Schirkuh.[8]

Herrschaft über Ägypten und Syrien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 1169 erhielt Saladin nach dem Tod Schirkuhs den Oberbefehl über Ägypten, zuerst noch als Wesir des letzten Fatimidenkalifen al-Adid. Nach dessen Tod 1171 herrschte Saladin allein als Sultan von Ägypten. Er stellte die sunnitische Orthodoxie in Ägypten wieder her.[9] Beipielsweise gründete er theologisch-juristische Hochschulen, setzte den obersten Richter ab und installierte stattdessen einen sunnitischen Rechtsgelehrten. Den Handel und die steuerlichen Abgaben richtete er nach dem sunnitisch-islamischen Recht aus und auch persönlich zog er Konsequenzen, indem er schon als Wesir das Weintrinken und andere Vergnügungen aufgab und ein eher bedürfnisloses Leben führte.[10] Kairos Zitadelle und Stadtmauer ließ er ausbauen, ein strategisch und ideologisches Zeichen für die sunnitisch ausgerichtete Macht der Ayyubiden über Ägypten.[11][12] 1174 überwarf er sich mit Nur ad-Din. Nach dessen Tod ergriff Saladin noch im selben Jahr gegen dessen von ihm zunächst anerkannten, minderjährigen Erben auch die Herrschaft über Syrien – außer Aleppo. Saladin heiratete Anfang September 1176 die Witwe Nur ad-Dins und übernahm dessen Reich.[13]

Die Schlacht bei Hattin: Saladin entreißt dem fliehenden König Guido das Heilige Kreuz, das seither verschollen ist. Darstellung aus der Chronica maiora des Matthäus Paris, um 1250.

Erweiterung des Herrschaftsgebietes, Sieg bei Hattin und Eroberung Jerusalems[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Angliederung von Aleppo im Jahr 1183 und Mossul im Jahr 1186 hatte Saladin die Macht, das Königreich Jerusalem anzugreifen und sein größtes Ziel zu erreichen, die Rückeroberung von dessen Hauptstadt und darüber hinaus die Wiederherstellung des islamischen Großreiches unter seiner Führung.[14] Voraussetzung war zudem der entscheidende Sieg über die Kreuzfahrer unter Guido von Lusignan in der Schlacht bei Hattin am 4. Juli 1187. Bei der Bewertung dieser Schlacht und deren Folgen spielte Saladins Eroberung des von den Christen mitgeführten Heiligen Kreuzes eine wichtige Rolle. Der arabische Geschichtsschreiber Ibn-al-Aṯīr begründete Saladins Heiligen Krieg (Dschihad) gegen die als Ungläubige bezeichneten Kreuzfahrer unter anderem mit deren Götzendienst durch die Verehrung und Anbetung des Heiligen Kreuzes.[15] Saladin eroberte am 2. Oktober 1187 Jerusalem und setzte damit der christlichen Herrschaft über die Stadt nach 88 Jahren vorerst ein Ende.

Letzte militärische Erfolge und Niederlagen gegen Richard Löwenherz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Legendärer Kampf zwischen Richard Löwenherz (links) und Saladin (rechts) vor Jaffa. Darstellung aus dem Luttrell-Psalter (1325–1335).[16] In Wirklichkeit begegneten sich die beiden Kriegsherren nicht persönlich.

Bis 1189 eroberte er weite Teile der Kreuzfahrerstaaten Jerusalem, Tripolis und Antiochia. Erst der Dritte Kreuzzug konnte ihn daran hindern, die Kreuzfahrerstaaten vollständig zu vernichten. Während diesem verlor er 1191 die wichtige Hafenstadt Akkon und erlitt Niederlagen gegen Richard Löwenherz bei Arsūf und 1192 bei Jaffa. 1192 kam es zum Waffenstillstand zwischen ihm und seinem Gegner, dieser dauerte drei Jahre und acht Monate. Im dazugehörigen Vertrag garantierte Saladin den Zugang nach Jerusalem für christliche Pilger. Zudem ließ er nachträglich zu, dass zwei lateinische Priester in der Grabeskirche ihren Dienst versehen.[17]

Tod, Ehrengrab und Nachfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saladin starb am 3. oder 4. März 1193 im Alter von 55 Jahren in Damaskus.[5][18] Seine letzte Ruhestätte fand er erst im Dezember 1195 in einem eigens für ihn gebauten Mausoleum nahe der Damaszener Umayyaden-Moschee.[19] Nach Saladins Willen erhielten seine drei ältesten Söhne Damaskus, Kairo und Aleppo, Saladins Bruder al-Adil den Rest. Saladins Reich drohte bald zu zerfallen, da 17 Söhne, 35 Neffen, der Gatte seiner Tochter und einige seiner Brüder sich um das Erbe stritten. Um 1200 gelang es al-Adil, die alleinige zu Herrschaft zu erringen und bis zu seinem Tod im Jahre 1218 zu sichern. Auch seine Söhne kämpften um die Nachfolge, und das ayyubidische Reich überdauerte nur noch etwa drei weitere Jahrzehnte.[20]

Saladins Mausoleum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mausoleum Saladins befindet sich in Damaskus

Saladins Mausoleum befindet sich unmittelbar neben der Umayyaden-Moschee. Der Kuppelbau im historischen Stadtzentrum von Damaskus wurde von Saladins Sohn al-Malik al-Aziz Utman gestiftet. Er enthält zwei Sarkophage. Der hölzerne, rechte mit eingelegten geometrischen Mustern und Inschriften ist der originale. Der linke aus Marmor ist ein von Kaiser Wilhelm II. anlässlich seiner Orientreise von 1898 gespendeter Ersatz für den 1878 vom osmanischen Sultan Abdul Hamid II. gestifteten Sarkophag. Wilhelm II. veranlasste und finanzierte zudem eine Restaurierung der gesamten Grabkammer.[21] Dafür spendete er eine silberne Lampe mit seinem Monogramm und dem Saladins, die über dem neuen Sarkophag aufgehängt wurde, sowie einen seit 1918 im Londoner Imperial War Museum aufbewahrten, vergoldeten Lorbeerkranz mit seinem Monogramm und arabisch beschriebenen Tafeln und Bändern.[22][23][24]

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie der arabische Chronist Abu l-Fida berichtet, hinterließ Saladin bei seinem Tod 17 Söhne und eine Tochter. Seine Tochter heiratete seinen Neffen al-Malik al-Kamil. Zu seinen Söhnen zählen:[25]

  • Ali al-Malik al-Afdal Nur (* 1169/70; † 1225), 1193–1196 Emir von Damaskus
  • al-Malik al-Aziz Utman (* 1171/72; † 1200), 1193–1200 Sultan von Ägypten
  • al-Malik az-Zahir Ghazi (* 1171/72; † 1216), 1183–1193 Gouverneur von Aleppo, 1193–1216 Emir von Aleppo
  • al-Malik ad-Dafer Khider, 1193–1196 Emir von Mosul
  • al-Malik az-Zahir Daud († 1234/35), Herr von al-Bireh
  • al-Mu'azzam Turan Schah († nach 1250/51)
  • Nosrat ad-Din († nach 1250/51)

Saladin als legendäre Gestalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispiel für die Rezeption Saladins im christlichen Europa: Saladin in einer ritterlichen Darstellung aus einer mitteleuropäischen Handschrift des 15. Jahrhunderts
Saladin auf einem Holzschnitt von Tobias Stimmer (1577). In der Bildunterschrift wird Saladin als kriegserfahren und sinnreich bezeichnet. „[D]er fünffeckt hut fünff Königreich bedeuten thut.“ Das sind nach Wilhelm von Tripolis Ägypten, Jerusalem, Syrien, Aleppo und Arabien.[26]

Tatsachen und Legenden sowie deren Vermischung und Interpretation prägten das Bild Saladins im christlichen Abendland und im islamischen Orient.

Großzügigkeit und Freigebigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christen und Muslime rühmten Saladins Großzügigkeit in finanziellen Dingen und dabei besonders seine Freigebigkeit. Muslime setzten ihn daher mit dem als Jesus identifizierten Mahdi gleich, der die Muslime zum wahren Islam führe und sich durch größte Freigebigkeit auszeichne. Saladin soll erklärt haben, ein vor ihn hintretender Bittsteller sei selbst dann nicht für sein Erröten entschädigt, wenn er ihm alles Geld aus seinem Schatz schenke. Tatsächlich war Saladin auch gegenüber seinen muslimischen Gegnern und Verbündeten großzügig und freigebig, was ihm aber auch die Kritik einiger muslimischen Zeitgenossen einbrachte. Ein Beispiel für die Einschätzung auf christlicher Seite ist die Meinung Wilhelms von Tyrus, des um 1130 in Jerusalem geborenen Kanzlers des Königreichs Jerusalem, der in Saladin zwar einen hochmütigen und ruhmsüchtigen Herrscher sah, ihm aber dennoch eine außerordentliche Freigebigkeit bescheinigte.[27]

Ritterlicher Gegner und Urbild des edlen Heiden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Abendland geriet Saladin nie in Vergessenheit, kein islamischer Herrscher des Mittelalters ist in Europa bekannter. Und obwohl er den Kreuzfahrerstaaten schweren Schaden zugefügt hatte, stand er über Jahrhunderte hinweg in besonders hohem Ansehen. Die Erinnerung an ihn wurde schon bald verklärt und romantisiert. Er ging als „ritterlicher Gegner“ und „Urbild des edlen Heiden“ in die europäische Geschichtsschreibung ein, obwohl er etwa nach der Schlacht bei Hattin die überlebenden Ordensritter (bis auf den Templermeister) hinrichten und die übrigen Gefangenen in die Sklaverei verkaufen ließ, was den Preis für Sklaven so gedrückt haben soll, dass man einen christlichen Sklaven für ein Paar Sandalen eintauschen konnte.

Als Gegenleistung für die Kapitulation Jerusalems soll er diejenigen Einwohner, die über Vermögen verfügten, gegen ein Kopfgeld in die Freiheit entlassen haben. 18.000 derjenigen, die dieses Kopfgeld nicht selbst aufbringen konnten, wurden für eine mühsam zusammengebrachte Pauschalsumme freigekauft. Etwa 100.000 Dinar insgesamt flossen dabei in Saladins Kasse. Die etwa 15.000 nicht Freigekauften – 7000 Männer sowie 8000 Frauen und Kinder - gerieten in Saladins Gefangenschaft. [28] Als Saladins Bruder al-Adil das Elend der nicht Freigekauften sah, bat er den siegreichen Feldherrn, ihm 1.000 Sklaven zu schenken. Saladin erfüllte die Bitte, und sein Bruder ließ die ihm geschenkten Sklaven frei. Saladin selbst soll alle alten Männer und Frauen freigekauft haben.

Beziehungen zu christlichen Herrschern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besondere Beachtung fanden in Europa Saladins Beziehungen zu König Richard I. Löwenherz von England und zu Kaiser Friedrich I. Barbarossa.

Sein Verhältnis zu Richard Löwenherz war trotz der militärischen Gegnerschaft von großem gegenseitigem Respekt geprägt. Als Richard bei der Belagerung von Akkon erkrankte, soll Saladin ihm die Dienste seines Leibarztes angeboten und ihm Pfirsiche und Schnee vom Berg Hermon zur Kühlung von Getränken gesandt haben. Als Richard im Kampf bei Jaffa sein Pferd unter dem Leib weggeschossen worden war, habe ihm Saladin durch einen Sklaven zwei edle Araberpferde bringen lassen, damit er standesgemäß weiterkämpfen könne – was wegen der ungewöhnlich ritterlichen Verhaltensweise bei den Chronisten größtes Aufsehen erregte. Während der Kampfpausen pflegte man diplomatischen Kontakt miteinander. Gesandte nahmen an Festlichkeiten, Turnieren und Jagdausflügen teil und man sandte sich Geschenke: der Legende nach einen weißen kurdischen Jagdfalken für Richard, als Gegengabe einen andalusischen Rappen für Saladin.

Um den Krieg im Heiligen Land zu beenden und nach Europa zurückkehren zu können und so seine ins Wanken geratene Herrschaft in England und Frankreich zu sichern, bot Richard Löwenherz an, dass al-Adil, Saladins Bruder, Johanna, die Schwester Richards und Königinwitwe von Sizilien heiraten solle: Sie würde die christlich kontrollierten Gebiete Palästinas erhalten, Saladin solle seinen Bruder mit dem übrigen Heiligen Land belehnen, gemeinsam das Paar von Jerusalem aus regieren und das Land allen Christen und Moslems offenstehen lassen – für Muslime und Christen damals nahezu unvorstellbar. Auch wenn diese Vorschläge von beiden Seiten letztlich nicht allzu ernst genommen wurden, macht der Vorschlag die gegenseitige Wertschätzung deutlich.

Ähnliches ist von Saladins diplomatischen Beziehungen zu Friedrich I. Barbarossa überliefert, bei dem er 1173 für seinen Sohn angeblich um die Hand von dessen Tochter anhielt mit der Option, dass jener dann zum christlichen König gekrönt werden möge. Dies dürfte jedoch eine Legende sein, die später von christlichen Troubadouren verbreitet wurde. Die hierfür nach Aachen entsandte ägyptische Delegation soll ein halbes Jahr am Hof Friedrich I. verweilt haben, wo sie vermutlich über ein Bündnis gegen Byzanz verhandelte. Nach der Rückeroberung Jerusalems durch Saladin soll Friedrich I. diesen in einem Schreiben vom 26. Mai 1188 zu einem ritterlichen Duell am 1. November 1189 in der ägyptischen Ebene Zoan aufgefordert haben. Allerdings gelten dieser guten Glaubens (bona fide) in vielfältigen Formen tradierte Brief und Saladins Antwortbrief ursprünglich als englische Fälschungen.[29][30][31]

Toleranz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Bild des „edlen Heiden“ gehörte auch Saladins religiöse Toleranz. Zeitgenössische Quellen beschreiben ihn als frommen Muslim, der die auf den Koran gegründete Toleranz gegenüber Juden und Christen beachtete. Zwangskonversionen lehnte er ab. Er selbst soll überzeugt gewesen sein, von Gott den Auftrag erhalten zu haben, auf der Welt die rechte Ordnung herzustellen. Dennoch führte er den Kampf gegen die Kreuzfahrer nicht bedingungslos aus, sondern suchte auch immer wieder Waffenstillstände, um gegen seine muslimischen Nachbarn Kriege führen zu können. Auch das gilt als Indiz dafür, dass Saladin nicht nur die Wiedergewinnung Jerusalems und der Sieg über die Kreuzfahrer, sondern darüber hinaus die Wiederherstellung des islamischen Großreiches am Herzen lag. Von daher kann seine Toleranz auch als politisches Mittel zum Zweck angesehen werden. Im Gegensatz zu den katholischen Kreuzfahrern und deren Nachkommen hatten die orientalischen Christen unter Saladin nichts zu befürchten. Sie und auch Juden warb er zur Neubesiedlung des eroberten Jerusalems an und gewährte ihnen die als respektierten Buchbesitzern zustehenden Rechte.

Als Vorkämpfer der Sunna verzichtete er darauf, die als Häretiker angesehenen Schiiten seines Reiches zu verfolgen und setzte ihnen stattdessen eine sunnitische Bildungsoffensive entgegen. Auch gegenüber Sufis, den islamischen Mystikern, zeigte er sich zugänglich und bedachte sie mit Stiftungen, verhinderte allerdings nicht die Hinrichtung des wegen Ketzerei angeklagten, großen Mystikers Suhrawardi.[32]

Vergessenheit und Wiederentdeckung im Orient[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anders als in Europa geriet die Gestalt Saladins im Orient bald in Vergessenheit und rückte erst im 19. Jahrhundert durch die positive Bewertung des Sultans in Europa wieder in das Bewusstsein. So weckte insbesondere die Orient-Reise des deutschen Kaisers Wilhelm II. im Jahr 1898, zu deren Abschluss er das Grab Saladins in Damaskus besuchte, das Interesse der Muslime. In einer Dankesrede rühmte Wilhelm II. Saladin als einen „der ritterlichsten Herrscher aller Zeiten“ und als „Ritter ohne Furcht und Tadel, der oft seine Gegner die rechte Art des Rittertums lehren musste“.[33]

Saladin in der europäischen Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in Saladins Lebenszeit und kurz danach wurde auf Saladin in Gedichten, Epen und Erzählungen Bezug genommen. Dabei wandelte sich sein Bild vom grausamen Gegner zum ritterlichen, tugendhaften Herrscher und Feldherrn.

  • In dem anonymen Kreuzzugslied Heu voce flebili cogor enarrare von 1188, das in die Carmina Burana aufgenommen worden ist, wird er mit vielen negativen Merkmalen als Widersacher der Kreuzfahrer während der Schlacht bei Hattin und bei der Eroberung Jerusalems sowie als Verwüster des Heiligen Landes und als barbarus perversus („verdorbener, ketzerischer Barbar“) dargestellt. Ihm wird eine antichristliche Größe zugebilligt, die auch die Taten der Kreuzfahrer groß erscheinen lässt.[34][35][36]
  • Walter von der Vogelweide dagegen stellte in seiner an Philipp von Schwaben gerichteten Löwenherz-Mahnung von 1201 sowohl den „milten“ Saladin als auch dessen Widersacher und Vertragspartner, den mit einer „gebenden hant“ ausgezeichneten Richard Löwenherz, als Vorbilder der Freigebigkeit dar.[37]
  • Im altfranzösischen Epos Le Pas Saladin, das den Dritten Kreuzzug behandelt, wird Saladin als generöser und ritterlicher Gegner der christlichen Kreuzfahrer dargestellt.[38]
  • In der Mitte des 15. Jahrhunderts wurde Saladin vom päpstlichen Sekretär Flavio Biondo in dessen Historiarum ab inclinatione Romanorum imperii decades tres sogar als der tüchtigste und gebildetste Herrscher der damaligen Zeit bezeichnet. [40]

Dieses positive Saladinbild hatte vom christlichen Mittelalter bis hinein ins 19. Jahrhundert Bestand. Es zeichnete sich deutlich ab vom traditionell düsteren, negativen Islambild. Nicht erkannt wurde, dass Saladins Handlungsweise als „edler Heide“ nicht nur von ihm als Person bestimmt wurde, sondern auch ein Resultat von Geboten und Verboten des Korans war. Saladin galt als Ausnahmeerscheinung.[42] Erst als 1732 eine lateinische Übersetzung der arabischen Saladinbiografie von Bahā' ad-Dīn Yusuf ibn Rafi ibn Shaddād erschienen war, fanden arabische Quellen Beachtung, die das bisher übliche, einseitige Saladinbild korrigieren konnten.[43]

  • 1758 wurde die erste moderne Biografie von François Louis Claude Marin veröffentlicht und 1761 ins Deutsche übersetzt.[43]
  • Große Wirkung entfaltete Voltaires Essai sur les moeurs et l’esprit des nations aus dem Jahr 1756. Darin rühmte Voltaire Saladins Milde bei der Einnahme Jerusalems, die er schon in einer früheren, von Lessing übersetzten Arbeit der blutigen Grausamkeit der Kreuzfahrer bei deren Eroberung Jerusalems entgegengestellt hatte.[43]
  • Als Wegbereiter des Toleranzgedankens der Aufklärung gelangte Saladin durch Lessings 1779 veröffentlichtes Dramatisches Gedicht Nathan der Weise nachhaltig ins Bewusstsein der gebildeten Europäer.[44]
  • Auch Walter Scott zeichnete in seiner Erzählung „Der Talisman“ von 1825 ein sehr sympathisches Bild Saladins, wobei er sich kaum an die geschichtlichen Fakten hielt.[44][45]

Die für hochmittelalterliche Verhältnisse reichen arabischen und christlichen Quellen ermöglichten – beginnend mit Stanley Lane-Pooles Saladinbiografie von 1898 – immer mehr eine eher nüchterne Betrachtungsweise.[46][44]

Instrumentalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saladin wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von panarabischen Machthabern für politische Zwecke instrumentalisiert. Auf Anweisung des syrischen Präsidenten Hafiz al-Assad wurde 1992 eine Saladin-Statue in Damaskus aufgestellt. Der Alawit identifizierte sich mit dem sunnitischen Herrscher und ließ ein Gemälde über sein Präsidententisch anbringen, auf dem Saladin als Sieger nach der Schlacht von Hattin abgebildet war.[47] In Ägypten ließ sich Gamal Abdel Nasser als der neue Saladin Ägyptens propagieren,[48] dem die Rückeroberung Jerusalems gelingen werde. Saddam Hussein, der wie Saladin in Tikrit geboren wurde, machte sich diese Gemeinsamkeit im Golfkrieg zunutze. 1956 gab sich eine Einheit der palästinensischen Befreiungsarmee den Namen Hattin. 2014 begrüßte der ehemalige Rektor der al-Azahr Abd al-Fattah as Sisi als Nachfolger Saladins, der Jerusalem erobern werde.[49]

Unter vielen Muslimen gilt der kurdische Offizier, der zum Sultan von Ägypten aufstieg, heute als Freiheitsheld, der den Islam geeint habe. Diese Sichtweise wird nicht von Schiiten geteilt, da Saladin die Fatimiden in Ägypten zu Gunsten seiner sunnitischen Dynastie, den Ayyubiden, verdrängte.[50]

Die moderne kurdische Literatur stilisiert Saladin zum Nationalhelden.[51] Schamil Rojava unterstellte Saladin in einem Artikel zu seinem 800. Todestag einen kurdischen Nationalismus und bemängelte, dass der auf seine ethnische Zugehörigkeit stolze Saladin die kurdische Sprache und Kultur vernachlässigt habe. Der Anachronismus gipfelt in der Anklage, dass dieser deswegen sein Volk nicht besser als andere Völker seines Reiches behandelt hätte.[52] Michael M. Gunter nennt Saladin als den wahrscheinlich größten und bekanntesten Kurden, der je gelebt hat, doch habe sich Saladin selbst vorrangig als Moslem verstanden.[53]

Die irakische Provinz Salah ad-Din und der Adler Saladins sowie die Liwa Ahfad Saladin, eine zur Freien Syrischen Armee gehörende Einheit von 600 Mann, sind nach dem Sultan benannt.

Saladin im Film (chronologisch)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1922 verfilmte die Bavaria Film AG Lessings Nathan der Weise (siehe Nathan der Weise (1922)). Der österreichische Schauspieler Fritz Greiner verkörperte Saladin, Regie hatte Manfred Noa. Bereits im Jahr seiner Entstehung wurde der Film von der Filmprüfstelle München abgelehnt. Auch in Polen und Österreich wurden Aufführungen nur unter Auflagen möglich. Nach dem Krieg galt er als verschollen. 1996 wurde eine vollständige gut erhaltene Kopie in Moskau gefunden und im Stil der 20er Jahre eingefärbt.
  • Der Film Saladin (Ägypten 1963) zeigt die Rückeroberung Jerusalems unter Saladin, den Beginn des 3. Kreuzzuges sowie die ins Reich der Legenden gehörende Begegnung Saladins mit Richard Löwenherz. Regie führte der Ägypter Youssef Chahine, der für seine filmischen Werke auch in Europa ausgezeichnet wurde (Bspw. Goldene Palme des 50-Jahre-Jubiläums (Prix du Cinquantième) von Cannes 1997).
  • Der Feldzug, den Saladin gegen Jerusalem führte, wird in Königreich der Himmel, einem Monumentalfilm von Ridley Scott aus dem Jahr 2005, dargestellt. Allerdings ignoriert der Film, zu Gunsten des Dramas und zur Aufrechterhaltung der Darstellung Saladins als gütiger Herrscher und Balians von Ibelin als ebenso guter Charakter, historische Fakten (beispielsweise nahm Balian am Feldzug nach Tripolis zum Kampf gegen Saladin teil; auch entfällt im Film, dass von jedem Franken innerhalb Jerusalems ein Lösegeld für die freie Abreise verlangt wurde und alle, die nicht zahlen konnten, in Sklaverei gerieten). Die Rolle des Saladin übernahm der Syrer Ghassan Massoud.
  • Im Film Arn – Der Kreuzritter (2007) trifft ein schwedischer Tempelritter auf Saladin, wobei sich später dann zwischen den beiden eine Art Freundschaft entwickelt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen

  • Bahā' ad-Dīn Yusuf ibn Rafi ibn Shaddād (439/1145–632/1235): al-Nawādir al-sulṭāniyya wa ’l-maḥāsin al-Yūsufiyya or Sīrat Ṣalāḥ al-Dīn. (Grundlegende Biografie eines Zeitzeugen)[54]
  • Imad ad-Din al-Isfahani (519/1125–597/1201): al-Barḳ al-S̲h̲āmī (562/1166-589/1193). Autobiografischer Bericht über Saladins Kriege, nur teilweise als Manuskript erhalten, zitiert und ergänzt bei ihm nachfolgenden islamischen Historikern, z. B. bei al-Bundārī, Ibn al-Athir und Abu Shama.[55]
  • Ibn-al-Aṯīr, ʿIzz-ad-Dīn Abu-'l-Ḥasan ʿAlī (1160-1233); Donald S. Richards: The chronicle of Ibn-al Athīr for the crusading period from al-Kāmil fī'l-ta'rīkh / 2. The years 541-589/1146-1193 : the age of Nur al-Din and Saladin. Transl. by D. S. Richards. Aldershot [u.a.] : Ashgate, 2007.
  • Ernst P. Goergens (Hrsg. u.. Übers.): Arabische Quellenbeiträge zur Geschichte der Kreuzzüge / 1. Zur Geschichte Salah ad-dins. Nachdr. der Ausg. Berlin 1879, Hildesheim [u.a.] : Olms, 1975.
  • Francesco Gabrieli: Die Kreuzzüge aus arabischer Sicht aus den arab. Quellen ausgew. und übers. von Francesco Gabrieli. 2. Aufl. München : Dt. Taschenbuch-Verl., 1976. (dtV-wissenschaftliche Reihe ; 4172 : Dokumente)
  • Wilhelm von Tyrus: Chronica (=Historia rerum in partibus transmarinis gestarum). Verfasst zwischen etwa 1168 und 1184 oder 1186, umfasst die Zeit von 1095 bis 1184.[56][57]

Fachliteratur

  • Anne-Marie Eddé: Saladin. Übersetzung ins Englische von Jane Marie Todd. Cambridge, Mass. [u.a.] : Belknap Press of Harvard Univ. Press, 2014.
  • Heinz Gaube u. a. : Konfrontation der Kulturen? Saladin und die Kreuzfahrer. Zabern, Mainz 2005, ISBN 3-8053-3466-4
  • Johannes Hartmann: Die Persönlichkeit des Sultans Saladin im Urteil der abendländischen Quellen. Nachdr. der Ausg. Berlin 1933, Vaduz : Kraus, 1965.
  • Carole Hillenbrand: The Evolution of the Saladin Legend in the West. In: Mélanges de l'Université Saint-Joseph. Bd. 58 (2005), S. 497–512 (online).
  • Arua Husaini: Die narrative Darstellung von Salah ad-Dins (gest. 1193) Leben in Ibn Hallikans (gest. 1282) Biographiesammlung. EB Verlag, Bonn 2012, ISBN 978-3-86893-079-5
  • Margaret Jubb: The Legend of Saladin in Western Literature and Historiography. Edwin Mellen Press, 2000, ISBN 0-7734-7686-5
  • Malcolm Cameron Lyons, D. E. P.Jackson: Saladin. The Politics of the Holy War. Cambridge University Press, Cambridge 1982, ISBN 0-521-31739-8
  • Hannes Möhring: Saladin, Der Sultan und seine Zeit 1138–1193. C. H. Beck-Wissen, Nr. 2386, München 2005, ISBN 3-406-50886-3
  • Hannes Möhring: Saladin und der Dritte Kreuzzug. Steiner, Wiesbaden 1980, ISBN 3-515-02895-1
  • Peter Thöne: Saladin. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 25, Bautz, Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-332-7, Sp. 1211–1221.
  • A. Wieczorek, M. Fansa, H. Meller (Hrsg.): Saladin und die Kreuzfahrer. Zabern, Mainz 2005, ISBN 3-8053-3513-X

Belletristik

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saladin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Erläuterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auf vergleichbaren Münzen derselben Münzstätte (Mayyafariqin) steht am Ende der Inschrift: arabisch يوسف بن أيّوب, DMG Yūsuf b. Aiyūb ‚Yusuf, Sohn Ayyubs‘, Das lässt eine eindeutige Zuordnung zur Person Saladins zu.
  2. Zum Kupfer-Dirham innerhalb von Saladins Geldsystem, zur bildlichen Darstellung von Herrschern und zur Datierung der Münze siehe Alfried Wieczorek u. a. (Hrsg.): Saladin und die Kreuzfahrer. [Begleitband zur Sonderausstellung "Saladin und die Kreuzfahrer" im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale), im Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg und in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim]. Mainz am Rhein : von Zabern, 2005, S. 321 f. Sowie Stefan Heidemann: – Geld verbindet – Münzen der Zangiden, Ayyubiden und Kreuzfahrer. In: Syrien in der Zeit Saladins: Begleitschrift zur Sonderausstellung "Saladin und die Kreuzfahrer" im Landesmuseum für Natur und Mensch vom 05.03–02.07.2006. Oldenburg : Isensee Verlag 2006. S. 63–69.
  3. Die Übersetzung von Ṣalāḥ ad-Dīn (Saladin) als „Heil der Religion“ dominiert im deutschen Schrifttum des 19. Jahrhunderts, in dem sich auch „Heil des Glaubens“ findet. Während die Islamwissenschaftler des 20. und 21. Jahrhundert wie Hannes Möhring wegen der Mehrdeutigkeit der Begriffe Ṣalāḥ und Dīn eine Übersetzung vermeiden, sind in populären Schriften und Zeitungsartikeln auch weitere Übersetzungen üblich, beispielsweise „Ehre des Glaubens“, „Redlichkeit/Rechtschaffenheit der Religion“ und „Wahrheit des Glaubens“.
  4. Nach Abu l-Fida und anderen Historikern wie aḏ-Ḏahabī:Siyar aʿlām an-nubalāʾ, Band 21, S. 278–279 wurde er (nach Islamischer Zeitrechnung) im Jahr 532 in Tikrit geboren, was dem Jahr 1137/38 entspricht.
  5. a b Die unentschiedene Frage, ob Saladin am 3. oder am 4. März 1193 gestorben sei, ist entstanden durch eine widersprüchlich erscheinende Angabe des islamischen Zeitzeugen Bahā' ad-Dīn Yusuf ibn Rafi ibn Shaddād in: al-Nawādir al-sulṭāniyya wa ’l-maḥāsin al-Yūsufiyya or Sīrat Ṣalāḥ al-Dīn. Er schreibt: „Der Sultan starb nach der Stunde des Morgensgebetes, am Mittwoch, den 27. Safer 589.“ Nach unseren heutigen Berechnungen entspricht der 27. Safer 589 dem 4. März 1193 und ist ein Donnerstag. Der Mittwoch dagegen ist am 26. Safer 589 und entspricht dem 3. März 1193.
  6. Ein Kurde macht Weltgeschichte ZEIT Online. Abgerufen am 13. Dezember 2014.
  7. Alfried Wieczorek u. a. (Hrsg.): Saladin und die Kreuzfahrer. [Begleitband zur Sonderausstellung "Saladin und die Kreuzfahrer" im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale), im Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg und in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim]. Mainz am Rhein : von Zabern, 2005, S. 261.
  8. Hannes Möhring: Saladin. Der Sultan und seine Zeit 1138-1193. 2. Aufl. München : Beck 2012, S. 33–41.
  9. Hannes Möhring: Saladin. Der Sultan und seine Zeit 1138-1193. 2. Aufl. München : Beck 2012, S. 41–51.
  10. Hannes Möhring: Muslimische Reaktionen: Zangi, Niraddin und Saladin. In: Alfried Wieczorek u. a. (Hrsg.): Saladin und die Kreuzfahrer. [Begleitband zur Sonderausstellung "Saladin und die Kreuzfahrer" im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale), im Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg und in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim]. Mainz am Rhein : von Zabern, 2005, S. 90.
  11. Alfried Wieczorek u. a. (Hrsg.): Saladin und die Kreuzfahrer. [Begleitband zur Sonderausstellung "Saladin und die Kreuzfahrer" im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale), im Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg und in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim]. Mainz am Rhein : von Zabern, 2005, S. 267.
  12. Die Ergebnisse von Ausgrabungen in Kairo seit 2000 bezeugen, dass auch entlang des Nils eine Stadtmauer errichtet wurde. Eine 2002 gefundene Inschrift nennt Saladin mit vielen Ehrentiteln als deren Erbauer: Al-malik al-nāṣir ( الملك الناصر ), Ǧāmiʿ kalimat al-īmān ( جامع كلمة الإيمان ), Qāmiʿ ʿabadat al-ṣulbān ( قامع عبدة الصلبان ), Ṣalāḥ al-dunyā wa l-dīn ( صلاح الدنيا والدين ), Sulṭān al-islām wa l-muslimīn ( سلطان الإسلام والمسلمين ), Abū al-Muẓaffar Yūsuf fils de Naǧm al-Dīn Ayyūb, Muḥyī dawlat amīr al-mu’minīn ( محيي دولة أمير المؤمنين ). Siehe dazu: Frédéric Imbert: Une nouvelle inscription de Saladin sur la muraille ayyûbide du Caire. In: Annales islamologiques 42, 2008. Dossier: Groupes sociaux et catégorisation sociale dans le Dār as-islām médiéval (VIIe-XVe siècles). S. 409–421.
  13. Hannes Möhring: Saladin. Der Sultan und seine Zeit 1138-1193. 2. Aufl. München : Beck 2012, S. 61–63.
  14. Alfried Wieczorek u. a. (Hrsg.): Saladin und die Kreuzfahrer. [Begleitband zur Sonderausstellung "Saladin und die Kreuzfahrer" im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale), im Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg und in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim]. Mainz am Rhein : von Zabern, 2005, S. 319.
  15. Klaus van Eickels: die Schlacht von Hattin und der Fall Jerusalems 1187. In: Alfried Wieczorek u. a. (Hrsg.): Saladin und die Kreuzfahrer. [Begleitband zur Sonderausstellung "Saladin und die Kreuzfahrer" im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale), im Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg und in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim]. Mainz am Rhein : von Zabern, 2005, S. 102 ff.
  16. Vgl. die Darstellung auf den Bodenfliesen der Abtei Chertsey (13. Jahrhundert, British Museum, 1885,1113.9065-9070).
  17. Hannes Möhring: Saladin. Der Sultan und seine Zeit 1138-1193. 2. Aufl. München : Beck 2012, S. 104.
  18. Abu l-Fida datiert sein Begräbnis auf den 15. Dezember 1193 (10. Muharram 589).
  19. Hannes Möhring: Saladin. Der Sultan und seine Zeit 1138-1193. 2. Aufl. München : Beck 2012, S. 106.
  20. Hannes Möhring: Saladin. Der Sultan und seine Zeit 1138-1193. 2. Aufl. München : Beck 2012, S. 106 f.
  21. Alfried Wieczorek u. a. (Hrsg.): Saladin und die Kreuzfahrer. [Begleitband zur Sonderausstellung "Saladin und die Kreuzfahrer" im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale), im Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg und in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim]. Mainz am Rhein : von Zabern, 2005, S. 462.
  22. Abbildung des Lorbeerkranzes und Kommentar auf der Website des Imperial War Museums.
  23. Alfried Wieczorek u. a. (Hrsg.): Saladin und die Kreuzfahrer. [Begleitband zur Sonderausstellung "Saladin und die Kreuzfahrer" im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale), im Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg und in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim]. Mainz am Rhein : von Zabern, 2005, S. 460 u. 463.
  24. Hannes Möhring: Saladin. Der Sultan und seine Zeit 1138-1193. 2. Aufl. München : Beck 2012, S. 122.
  25. Vgl. fmg.ac
  26. Guilelmus Tripolitanus (1273): Notitia de Machometo. Kommentierte lat.-dt. Textausg. von Peter Engels. Würzburg : Echter-Verl. u.a., 1992. (Corpus Islamo-Christianum / Series Latina ; 4), S. 108.
  27. Hannes Möhring: Saladin. Der Sultan und seine Zeit 1138-1193. 2. Aufl. München : Beck 2012, S. 112 f.
  28. Hannes Möhring: Saladin. Der Sultan und seine Zeit 1138-1193. 2. Aufl. München : Beck 2012, S. 81 f.
  29. Hans Eberhard Meyer: Der Brief Kaiser Friedrichs I. an Saladin vom Jahre 1188. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters / Zeitschriftenband (1958) / Zeitschriftenheft / Zeitschriftenteil / Miszelle / S. 488–494. Online.
  30. Martin Wagendorfer: Eine bisher unbekannte (Teil-)Überlieferung des Saladin-Briefs an Kaiser Friedrich I. Barbarossa. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters / Zeitschriftenband (2009) / Zeitschriftenheft / Zeitschriftenteil / Artikel / S. 565–584. Online.
  31. Hannes Möhring: Saladin und der Dritte Kreuzzug : aiyubidische Strategie und Diplomatie im Vergleich vornehmlich der arabischen mit den lateinischen Quellen. Wiesbaden : Steiner, 1980. S. 93–125.
  32. Hannes Möhring: Saladin. Der Sultan und seine Zeit 1138-1193. 2. Aufl. München : Beck 2012, S. 115–117.
  33. Alfried Wieczorek u. a. (Hrsg.): Saladin und die Kreuzfahrer. [Begleitband zur Sonderausstellung "Saladin und die Kreuzfahrer" im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale), im Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg und in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim]. Mainz am Rhein : von Zabern, 2005, S. 463 f.
  34. Heu voce flebili cogor enarrare ind der Bibliotheca Augustana.
  35. Friedrich-Wilhelm Wentzlaff-Eggebert: Kreuzzugsdichtung des Mittelalters : Studien zu ihrer geschichtlichen und dichterischen Wirklichkeit. Berlin : de Gruyter, 1960. S. 161 f.
  36. Ingrid Hartl: Das Feindbild der Kreuzzugslyrik : das Aufeinandertreffen von Christen und Muslimen. Bern [u.a.] : Lang, 2009. S. 110–116.
  37. Online im Projekt Gutenberg DE
  38. Kommentierte Ausgabe von Frank E. Lodemann (1897), online bei Archive.org
  39. Online im Projekt Gutenberg DE
  40. a b Hannes Möhring: Saladin. Der Sultan und seine Zeit 1138–1193. 2. Aufl. München : Beck 2012, S. 112.
  41. Decamerone, 3. Erzählung
  42. Hannes Möhring: Saladin. Der Sultan und seine Zeit 1138–1193. 2. Aufl. München : Beck 2012, S. 114 u. 120.
  43. a b c Hannes Möhring: Saladin. Der Sultan und seine Zeit 1138–1193. 2. Aufl. München : Beck 2012, S. 109.
  44. a b c Hannes Möhring: Saladin. Der Sultan und seine Zeit 1138–1193. 2. Aufl. München : Beck 2012, S. 110.
  45. Walter Scott: Der Talisman - Kapitel 26 als typisches Beispiel.
  46. Stanley Lane-Poole: Saladin and the fall of the Kingdom of Jerusalem. Nachdr. der Ausg. New York 1898. New York : AMS Pr., 1978.
  47. Vgl. John Man: Saladin. The Life, the Legend and the Islamic Empire, Bantam Press, London 2015, S. 266.
  48. John Man: Saladin. The Life, the Legend and the Islamic Empire, Bantam Press, London 2015, S. 265.
  49. Vgl.Taef El-Azahri: Die Prägung zukünftiger Generationen durch das Bild der Kreuzzüge in der arabischen Kultur und Medienlandschaft. In: Felix Hinz (Hrsg.): Kreuzzüge des Mittelalters und der Neuzeit. Historische Europa-Studien, Nr. 15. Georg Olms, Hildesheim / Zürich / New York 2015, ISBN 978-3-487-15267-7, S. 176.
  50. Vgl. Hannes Möhring: Saladin. Der Sultan und seine Zeit. In: C.H. Beck Wissen. Beck, München 2005, ISBN 3-406-50886-3, S. 123.
  51. Vgl. Hannes Möhring: Saladin. Der Sultan und seine Zeit. In: C.H. Beck Wissen. Beck, München 2005, ISBN 3-406-50886-3, S. 123.
  52. Vgl. Schamil Rojava: Sultan Saladin Ayubi – ein Kurde, der Geschichte machte. Zu seinem 800. Todestag. In: Kurdistan Heute. Nr. 6, 1993.
  53. Vgl. Michael M. Gunter: The A to Z of the Kurds. In: The A to Z Guide Series. Nr. 35. The Scarecro Press, Lanham 2009, S. 180.
  54. In englischer Übersetzung online: The Life of Saladin by Behâ ed-Din. Palestine Pilgrim's Text Society, London 1897.
  55. H. A. R. Gibb: Al-Barq al-S̲h̲āmī the history of Saladin by the Kātib ʿImād ad-Dīn al-Isfahānī. In WZKM, lii (1953), S. 93–115. Enthält einen Extrakt aus dem V. Buch (arabisch und in englischer Übersetzung).
  56. Lateinische Fassung online.
  57. Deutsche Übersetzung (Überarbeitung von E. u. R. Kausler: Geschichte der Kreuzzüge und des Königreiches Jerusalem aus dem Lateinischen des Erzbischofs Wilhelm von Tyrus. Stuttgart 1840) online.
Vorgänger Amt Nachfolger
al-Adid
(Kalif der Fatimiden-Dynastie)
Sultan von Ägypten (Ayyubiden-Dynastie)
1171–1193
al-Aziz Utman
as-Salih Ismail
(Atabeg der Zengiden-Dynastie)
Emir von Damaskus
1174–1193
al-Afdal
Imad ad-Din Zengi II.
(Atabeg der Zengiden-Dynastie)
Emir von Aleppo
1183–1193
az-Zahir Ghazi