Salchendorf (Netphen)

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Salchendorf
Stadt Netphen
Koordinaten: 50° 52′ 20″ N, 8° 10′ 0″ O
Höhe: 334 (330–390) m
Fläche: 9,2 km²
Einwohner: 1249 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 136 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1969
Postleitzahl: 57250
Vorwahl: 02737
Salchendorf, aus Richtung Rudersdorf kommend
Salchendorf, aus Richtung Rudersdorf kommend

Salchendorf ist ein Stadtteil von Netphen im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen mit 1249 Einwohnern (31. Dezember 2013).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bebauung des Orts befindet sich auf einer Höhe zwischen 330 und 390 m ü. NHN. Die Gemarkung Salchendorf hat eine Fläche von 9,2 km². Berge und Erhebungen um Salchendorf sind unter anderem Heinenberg 530,7 m, Rübenhain, Auf der Noll mit 474,1 m und der Haferhain mit 503,5 m Höhe. Durch den Ort fließt der Sieg-Zufluss Werthenbach, in den der Mittelbach mündet.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarorte von Salchendorf sind Grissenbach im Norden, Nenkersdorf im Nordosten, Werthenbach im Osten, Helgersdorf im Südosten, Gernsdorf und Rudersdorf im Süden, Anzhausen im Südwesten, Flammersbach im Westen und Deuz im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salchendorf wurde am 3. Juni 1311 erstmals urkundlich als „Salchendorph“ erwähnt.[1]

Bis Ende 1968 gehörte der Ort dem Amt Netphen an. Die Gemeinde Salchendorf, Amt Netphen (offizielle Bezeichnung) wurde bei der kommunalen Neugliederung am 1. Januar 1969 ein Ortsteil der neuen Großgemeinde Netphen[2], seit 2000 ein Stadtteil.

Seit Oktober 2008 stehen auf dem Rübenhain Richtung Autobahn 45 drei Windkraftanlagen, die seit 2009 in Betrieb sind.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerzahlen des Ortes:[3]

Jahr Einwohner
1818 230
1885[4] 222
1895[5] 246
1905 267
1910[6] 284
1925[7] 388
Jahr Einwohner
1933[8] 420
1939[8] 516
1950 561
1961[9] 752
1967 844
1994[10] 1173
Jahr Einwohner
2005 1325
2009 1321
2012[11] 1258
2013 1249

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortskern Salchendorf

Salchendorf liegt an der L729. Über Wilnsdorf ist der Ort an die A 45 angebunden. Bis August 2009 führten die Schienen der Kleinbahn Weidenau–Deuz durch den Ort. Den Busverkehr übernimmt die VWS.

Soziale Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soziale und öffentliche Einrichtungen sind der Kindergarten, ein Bolzplatz, zwei Kinderspielplätze und ein Sportplatz mit modernem Kunstrasenbelag. Außerdem gibt es im Ort einen Backes, ein Schützenhaus und einen Friedhof. Die Grundschule wurde mit Ablauf des Schuljahres 2013/14 geschlossen.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SV Germania Salchendorf ist der größte Verein mit über 800 Mitgliedern. Er wurde 1910 gegründet und bietet neben Fußball, der den Schwerpunkt bildet, eine erfolgreiche Tischtennisabteilung sowie Badminton, Gymnastik und Kinderturnen an.

Seit mindestens 1920 gibt es in Salchendorf eine Junggesellenvereinigung, die sogenannte Wurstekommission. Diese zählt ca. 50 aktive Mitglieder (davon 12 im Ältestenrat). Im Dorfmittelpunkt steht seit 1995 ein Denkmal der Wurstekommission, das Bernd Heinemann, ein regional bekannter Künstler, gefertigt hat.

Die Musikkapelle Salchendorf e.V., ebenfalls 1920 gegründet, verfügt über ein großes musikalisches Repertoire, von konzertanter Musik über Unterhaltungs- und Tanzmusik bis hin zur musikalischen Gestaltung von Schützenfesten. Durch eine Jugendarbeit gibt es seit 2000 ein eigenes Jugendorchester cravallo ffortissimo.

1987 gründete sich der Salchendorfer Heimatverein.

Des Weiteren existiert bis heute noch die Schützenbruderschaft St. Hubertus Salchendorf-Helgersdorf sowie der Gemischte Chor „Treue“.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Salchendorf stehen noch zahlreiche Fachwerkhäuser und es gibt einen Dorfbrunnen. Die Kirche ist schön bestückt und verfügt über eine große Orgel. Unter anderem befindet sich in der Kirche eine gotische Nikolausfigur aus Holz, welche aus der Pfarrkirche St. Cäcilia Irmgarteichen stammte. Es besteht eine katholische öffentliche Bücherei.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich Philippi (Hrsg.): Siegener Urkundenbuch. Band 1: Bis 1350. Kogler, Siegen, 1887, S. 76–79, Nr. 125.
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 71.
  3. Otto Schaefer: Der Kreis Siegen. Siegen 1968.
  4. Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen. Verlag des Königlich Statistischen Bureaus, Berlin 1887, ZDB-ID 1458761-0, S. 112/113.
  5. Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen. Verlag des Königlich Statistischen Bureaus, Berlin 1897, S. 114/115.
  6. gemeindeverzeichnis.de: Landkreis Siegen
  7. genealogy.net: Amt Netphen
  8. a b verwaltungsgeschichte.de: Stadt und Landkreis Siegen
  9. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 244.
  10. Bernhard Oltersdorf: Netphen (PDF; 9,0 MB), ca. 1995
  11. Daten Salchendorf