Burg Saldenburg

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Burg Saldenburg
Burg Saldenburg - Ansicht der Nordseite des Wohnturmes

Burg Saldenburg - Ansicht der Nordseite des Wohnturmes

Alternativname(n): Waldlaterne, Schloss Saldenburg
Entstehungszeit: 1368
Burgentyp: Höhenburg, Gipfellage
Erhaltungszustand: Teilweise erhalten
Ort: Saldenburg
Geographische Lage 48° 46′ 26,2″ N, 13° 21′ 17,3″ OKoordinaten: 48° 46′ 26,2″ N, 13° 21′ 17,3″ O
Höhe: 570 m ü. NN
Burg Saldenburg (Bayern)
Burg Saldenburg

Die Saldenburg, später auch als Schloss Saldenburg bezeichnet, ist eine der Burgen des Dreiburgenlandes, und wird wegen des charakteristischen Aussehens des Hauptwohngebäudes im Volksmund Waldlaterne genannt. Die Burg gab der Ortschaft Saldenburg den Namen und war zudem Herrschaftssitz der geschlossenen Hofmark Saldenburg. Die Gipfelburg ist weithin über Höhen und Täler sichtbar.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Saldenburg, deren Namen mit Glücksburg übersetzt wird,[2] wurde ab 1368 von Ritter Heinrich Tuschl von Söldenau im Auftrag der Grafen von Hals erbaut. Da ihm seine Frau entfloh, erhielt er den populären Spottnamen „Ritter Allein“. Vermutlich sollte die Burg der Sicherung einer Handelsstraße nach Böhmen sowie als Grenzbefestigung zum Hochstift Passau dienen.

1388 verkaufte Schweiker III. Tuschl die Burg an die bayerischen Herzöge, die sie 1389 für 30.200 Gulden an Ulrich den Ecker (Egger) verkauften. 1446 erbte nach Ableben seines Schwiegervaters Peter von Egg Graf Heinrich von Ortenburg die Burg. 1468 kam die Burg über Elisabeth von Törring, zweite Ehefrau und Witwe Heinrichs, in den Besitz des Hans Gewolf von Degenberg. Da er Mitglied im Böcklerbund war, belagerte Herzog Ludwig IX. der Reiche die Burg und erzwang eine Übergabe im Jahr 1468. Dabei wurde die Burg allerdings nur wenig beschädigt. Von 1479 bis 1587 hielten die Grafen von Ortenburg erneut die Burg.

Nach weiteren Besitzerwechseln erhielten sie als Allod die Grafen von Preysing-Moos. Unter ihnen wurde die etwas heruntergekommene Burg 1682 von Enrico Zuccalli barockisiert, weshalb man auch von „Schloss Saldenburg“ spricht. 1742 wurde es von den Panduren in Brand gesteckt.

Der letzte Preysing auf Saldenburg, Graf Kaspar II., vermachte das Schlossgut 1826 seinem Firmpaten, dem Oberleutnant und Kammerjunker Kaspar Freiherr von Berchem. 1848 ging die Saldenburg in den Besitz des Bayerischen Staates über. Seit 1928 befindet sich die Burg im Besitz des Deutschen Jugendherbergswerk Landesverband Bayern e.V., der seit dieser Zeit im gesamten Gebäude eine Jugendherberge betreibt.

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saldenburg ist nur als Jugendherberge zugänglich, Führungen finden nur während der alljährlichen Burgweihnacht am Wochenende vor dem 1. Advent statt. Heute ist die Burg als landschaftsprägendes Baudenkmal D-2-72-142-1 „Ehemaliges Schloss, jetzt Jugendherberge, viergeschossiger kubusartiger Walmdachbau, Bruchstein, im Kern 1368, wiederhergestellt 1682 von Enrico Zuccalli; im Inneren Schlosskapelle, um 1680; mit Ausstattung; Reste des Bergfrieds, Bruchsteinmauerwerk über quadratischem Grundriss, mittelalterlich; Ringmauerreste, Bruchstein, mittelalterlich“ sowie als Bodendenkmal D-2-7246-0020 „Archäologische Befunde und Funde des Mittelalters und der frühen Neuzeit im Bereich der zu großen Teilen abgegangenen Burg Saldenburg“ vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erfasst.[3]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saldenburg ist ein fünfstöckiger Wohnturm mit einem zeltförmigen Dach. Im Burghof, der von Resten der Ringmauer umgeben ist, steht ein Zugbrunnen. Über einen Burggraben führt eine Holzbrücke zum Gebäude. Im Erdgeschoss sind die Wirtschaftsräume mit der Küche. Im ersten Obergeschoss befindet sich der sogenannte Rittersaal, der heute als Speisesaal dient. Das Deckengemälde eines italienischen Künstlers zeigt den Triumphzug eines römischen Feldherrn oder Kaisers. Im zweiten Obergeschoss liegt der „gotische Saal“ mit einem Rippengewölbe. Die barocke Schlosskapelle wurde 1680 errichtet. Sie ist den Heiligen drei Königen geweiht. Das Deckengemälde zeigt Christi Beschneidung, das Altarblatt die Anbetung der Heiligen Drei Könige.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Isidor Mühlberger: Burgen, Schlösser und Ruinen im Land um Ilz und Ohe. Verlag Duschl, Winzer 2007, ISBN 978-3-937438-71-9, S. 16–17.
  • Ursula Pfistermeister: Burgen und Schlösser im Bayerischen Wald. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1997, ISBN 3-7917-1547-X, S. 86–87.
  • Donatus Moosauer, Jochen Wöhrl: Burgen und Schlösser in Niederbayern. 1. Auflage. Verlag Neue Presse, Passau 1991, ISBN 3-924484-40-6, S. 84–85.
  • Günther T. Werner: Burgen, Schlösser und Ruinen im Bayerischen Wald. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1979, ISBN 3-7917-0603-9, S. 103–105.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lage der Burg im Bayern Atlas
  2. Isidor Mühlberger: Burgen, Schlösser und Ruinen im Land um Ilz und Ohe, S. 16 und Donatus Moosauer, Jochen Wöhrl: Burgen und Schlösser in Niederbayern, S. 84
  3. Denkmalliste für Saldenburg beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (PDF; 129 kB)