Salenstein

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Salenstein
Wappen von Salenstein
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Kreuzlingen
BFS-Nr.: 4851i1f3f4
Postleitzahl: 8268
Koordinaten: 721008 / 281604Koordinaten: 47° 40′ 26″ N, 9° 3′ 0″ O; CH1903: 721008 / 281604
Höhe: 400 m ü. M.
Fläche: 6,6 km²
Einwohner: 1285 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 195 Einw. pro km²
Website: www.salenstein.ch
Karte
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Salenstein, im Ortsdialekt Saleschte [ˈsaləʃtə], ist eine politische Gemeinde im Bezirk Kreuzlingen des Schweizer Kantons Thurgau.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salenstein liegt am Südufer des Untersees gegenüber der Insel Reichenau und besteht aus den Dörfern Salenstein, Mannenbach und Fruthwilen.

Geschichte und Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salenstein beim Dorfplatz

In Salenstein finden sich drei Grabhügel aus der älteren Eisenzeit. Die erste Erwähnung des Namens «Salenstein» stammt von 1092. Seit je gehörten die wichtigsten Grund- und Herrschaftsrechte dem Kloster Reichenau. 1798 wurde das reichenauische Niedergericht aufgehoben und durch ein Distriktsgericht helvetischer Einheitsordnung ersetzt. 1816 erfolgte der Zusammenschluss der drei Ortsgemeinden Salenstein, Mannenbach und Fruthwilen zur Munizipalgemeinde Salenstein. 1979 entstand daraus die Einheitsgemeinde Salenstein.

Der Name «Salenstein» ist mit den althochdeutschen Wörtern salo «schmutzig», «trübe», «dunkel» und stein «Stein», «Felsen», «Burg» gebildet und bedeutet «beim dunkelfarbigen Stein» oder «bei der dunkelfarbigen Burg». Er dürfte sich auf den grauen Sandstein beziehen, auf dem die obere Burg gebaut wurde.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Links Arenenberg, rechts aussen Schloss Salenstein

Auf dem Gemeindegebiet gibt es heute noch fünf Schlösser. Das sechste, Schloss Sandegg, brannte 1833 ab. Die übrigen sind Arenenberg, Eugensberg und Salenstein, sowie Schloss Louisenberg im Ortsteil Mannenbach und Schloss Hubberg im Ortsteil Fruthwilen.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eugène de Beauharnais (1781–1824), Sohn von Napoleon Bonaparte, liess das Schloss Eugensberg errichten
  • Hortense de Beauharnais (1783–1837), Königin von Holland
  • Napoleon III. (1808–1873), französischer Staatspräsident von 1848 bis 1852 und Kaiser der Franzosen von 1852 bis 1870
  • Eugénie de Montijo (1826–1920), Ehefrau Napoléons III. und von 1853 bis 1870 Kaiserin der Franzosen
  • Alexander von Herder (1826–?), sachsen-weimarischer Kammerherr, Enkel von Johann Gottfried Herder und Eigentümer des Schlosses Salenstein ab 1869
  • Paul Ilg (1875–1957), Schweizer Schriftsteller
  • Ferdinand Hardekopf (1876–1954), deutscher Schriftsteller, lebte um 1912 in Mannenbach und Salenstein
  • René Schickele (1883–1940), deutsch-französischer Schriftsteller, lebte von 1911 bis 1916 in Salenstein
  • Anneliese Rothenberger (1924–2010), lebte in Salenstein[3]
  • Rolf Erb (1951–2017), Schweizer Unternehmer und verurteilter Betrüger, lebte bis zu seinem Tod in Salenstein auf Schloss Eugensberg
  • Ruth Maria Kubitschek (* 1931), deutsche Schauspielerin, lebt in Salenstein
  • Pierre Kaffer (* 1976), deutscher Autorennfahrer
  • Mattias Ekström (* 1978), schwedischer Autorennfahrer (DTM)
  • Tony Martin (* 1985), deutscher Radrennfahrer und mehrfacher Weltmeister im Einzelzeitfahren, lebt in Mannenbach

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Baumgartner: Salenstein – Fruthwilen – Mannenbach. Buch zur 900-Jahr-Feier 1092–1992. Frauenfeld 1992.
  • Peter Erni: Der Bezirk Steckborn. In Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau VI. Bern 2001.
  • Erni Keller: Saleschter Dialäkt. Ausdrücke und Redewendungen aus der Zeit von 1930–1950. [Ermatingen 2012].
  • Alfons Raimann, Peter Erni: Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau, Thurgau VI. Der Bezirk Steckborn. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2001, ISBN 3-906131-02-5 (= Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 98).
  • Erich Trösch: Salenstein. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Salenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 786.
  3. Salensteiner trauern um Opernstar. In: Stern, 26. Mai 2010.