Salinen Austria

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Salinen Austria AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1997
Sitz Ebensee am Traunsee, Oberösterreich
Leitung Peter Untersperger, CEO[1]
Kurt Thomanek, CTO
Mitarbeiter 415
Umsatz 117.300.000 EUR (Stand Wirtschaftsjahr 2012/13)
Branche Bergbau, Herstellung und Veredelung von Salz
Website www.salinen.com

Die Salinen Austria AG ist ein österreichisches Unternehmen, das die Steinsalzgewinnung zum Unternehmensziel hat. Sie wurde 1997 privatisiert, und gehört heute zur Androsch-Gruppe und der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl das Unternehmen in der heutigen Form erst im Jahr 1997 gegründet wurde, gehen die Ursprünge auf den Salzabbau im 15. und 16. Jahrhundert in Österreich zurück. So wurden laufend Besitzrechte durch Kaiser Friedrich III. und Maximilian angekauft um ein Salzmonopol in Österreich zu erhalten. Die Salinen in Bad Aussee, Hallstatt und Hall in Tirol behielten zwar ihre Sonderstellungen, gehörten aber schlussendlich auch zu diesem Monopol mit dem Staat als Eigentümer.

Von Aussee wurden auch die Salzlager in Bad Ischl, die erst im 16. Jahrhundert entdeckt wurden, abgebaut. So wurde 1571 in Ischl eine erste Sudpfanne in Betrieb genommen, weitere in Ebensee in den Jahren 1604 bis 1607.

Die landesfürstliche Kammer wollte aber nicht nur die Produktion, sondern auch den Salzhandel unter ihre Kontrolle bringen. Zu diesem Zweck wurden eigene ärarische Salzämter und Lager errichtet. Vom Handel zog man sich erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder zurück und erlaubte wieder einen privaten Handel.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es die fünf Bergbaubetriebe in Altaussee, Bad Ischl, Hallstatt, Hallein und Hall in Tirol zu Österreich mit rund 2300 Beschäftigten. Unterstellt waren sie dem k.k. Finanzministerium.

Zwischen den beiden Weltkriegen wurde die Belegschaft durch den Wegfall großer Teile des Marktes auf 1400 reduziert. Im Jahr 1925 wurde eine eigene Generaldirektion der Österreichischen Salinen ins Leben gerufen.

Das Unternehmen nannte sich unter dem Nationalsozialismus Alpenländische Salinen, wo von 1942 bis 1945 Emmerich Pöchmüller Generaldirektor war, und im Salzbergwerk Altaussee ein Bergungsort für Kulturgüter eingerichtet wurde.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch Rationalisierungen der Mitarbeiterstand weiter bis auf 600 Mitarbeiter im Jahr 1979 verringert. Die im Krieg geschlossenen Sudhütten in Hallstatt und Bad Ischl wurden noch einmal reaktiviert, bis sie 1965 endgültig stillgelegt wurden. Auch die Bergbaubetriebe wurden reduziert.

Im Jahr 1979 wurde das Staatsunternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, bei der aber alle Aktien in Staatsbesitz verblieben. Erst im Jahr 1997 wurde die AG zu 100 % privatisiert, bei der schon die heutigen Eigentümer als Käufer auftraten. In diesem Jahr hatte die Salinen Österreich mit Speisesalz im Lebensmittelhandel einen Marktanteil von etwa 95 %[2]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmenszweck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach österreichischem Bergrecht sind „Steinsalz und alle anderen mit diesem vorkommenden Salzebundeseigen, gehören also der Republik Österreich, sind also von der Grundeigentümerschaft ebenso ausgenommen wie der Bergfreiheit. Geregelt ist das im § 3 Abs 1 Z 1 Mineralrohstoffgesetz (MinroG). Die Salinen Austria sind diejenige Institution, die dieses Monopol im Auftrag der Republik wahrnimmt.

Besitzverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigentümer ist heute zu 100 % die Österreichische Salinen Aktiengesellschaft[3], deren Haupteigentümer sind zu 43,75 Prozent der ehemalige Finanzminister Hannes Androsch (zu 2,5 % er selbst und zu 41,25 % über die AIC Androsch International Management Consulting seine Privatstiftung)[4], sowie zu 41,25 Prozent die Invest Holding GmbH (gehört über die Privatbank AG zu 100 % der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich)[5]. 10 % sind in Eigentum der Belegschaft (Salinen-Mitarbeiter Privatstiftung).

Salinen Austria Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Salinen Austria Gruppe gehören außer den österreichischen Produktionsstätten weitere Verkaufsstätten in Belgrad, Budapest, Bukarest, Ljubljana, Mailand, Prag, Prešov und Varaždin.

Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmensziel ist die „Gewinnung und Verarbeitung von Salz und Sole, Erzeugung von Salzfolgeprodukten sowie Inlandsverkauf, Import und Export. Weiters entgeltliche Führungen und Besichtigungen des Bergbaues und Salinenbetriebes.“[3]

Größte Salzabbaustätte ist das Salzbergwerk Altaussee.

Zusätzlich zum Hauptgeschäft bewegt sich das Unternehmen im Fremdenverkehr. So werden die Schaubergwerke in Hallein, Hallstatt und Altaussee von den Salinen betrieben (Salzwelten). Beteiligt sind die Salinen Austria auch an den Dachstein Eishöhlen. Außerdem werden zahlreiche Immobilien verwaltet, darunter auch historisch und architektonisch bedeutende Bauten.[6]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produziert werden aus den abgebauten Natriumchloridsalzen Siedesalze für die verschiedensten Verwendungszwecke:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Untersperger: Kein Faser-Schmeichler Bericht in Nachrichten.AT vom 24. Juni 2017 abgerufen am 23. Dezember 2017
  2. Salinen AG: Einstieg in deutschen Markt (Memento vom 14. Januar 2013 im Webarchiv archive.is) im Wirtschaftsblatt vom 28. März 1997 abgerufen am 9. Mai 2011.
  3. a b Firmenabc.at: Salinen Austria Aktiengesellschaft; abgerufen am 8. Mai 2011
  4. Firmenabc.at: Österreichische Salinen Aktiengesellschaft; abgerufen am 8. Mai 2011
  5. Firmenabc.at: Invest Holding GmbH; abgerufen am 9. Mai 2011
  6. Salinen Austria: European Player der Salzindustrie, auf european business network, abgerufen am 8. Mai 2011.