Salmsach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Salmsach
Wappen von Salmsach
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Thurgau Thurgau (TG)
Bezirk: Arbon
BFS-Nr.: 4441i1f3f4
Postleitzahl: 8599
Koordinaten: 745122 / 268369Koordinaten: 47° 33′ 0″ N, 9° 22′ 0″ O; CH1903: 745122 / 268369
Höhe: 400 m ü. M.
Höhenbereich: 395–434 m ü. M.[1]
Fläche: 2,71 km²[2]
Einwohner: 1481 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 546 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
28,8 % (31. Dezember 2020)[4]
Website: www.salmsach.ch
Romanshorn (oben) und Salmsach (rechts unten) auf einer Luftaufnahme vom 9. Mai 2011

Romanshorn (oben) und Salmsach (rechts unten) auf einer Luftaufnahme vom 9. Mai 2011

Lage der Gemeinde
Emerzer WeierBiesshofer WeierSchlossweier SGBodenseeKanton St. GallenKanton St. GallenBezirk KreuzlingenBezirk WeinfeldenAmriswilArbonDozwilEgnachHefenhofenHorn TGKesswilRoggwil TGRomanshornSalmsachSommeriUttwilKarte von Salmsach
Über dieses Bild
w

Salmsach ist eine politische Gemeinde und eine Ortschaft[6] im Bezirk Arbon des Kantons Thurgau in der Schweiz. Sie gehört zusammen mit Egnach zur Agglomeration Amriswil-Romanshorn.[7] Bis 2002 war Salmsach eine Einheitsgemeinde.[8]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salmsach liegt an der Mündung der Salmsacher Aach in den Bodensee. Die Gemeinde umfasst Salsmsach und die Weiler Buerüüti (Buhreute), Fälwis (Fehlwies) und seit 1812 Hungerbüel und liegt südlich von Romanshorn.[9]

Das Gemeindegebiet entspricht in etwa einer rechteckigen Fläche mit rund 4 km West-Ost- und durchschnittlich einem halben Kilometer Nord-Süd-Ausdehnung. Es grenzt im Norden an die Gemeinde Romanshorn, im Osten an den Bodensee, im Süden an Egnach und im Westen an Hefenhofen.

Obwohl Salmsach keinen eigenen Bahnhof hat, führen die SBB-Strecken Romanshorn–Winterthur, Romanshorn–Rorschach und die Linie der Südostbahn durch das Gemeindegebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche aus dem Jahr 1911[10]

Salmsach stand ursprünglich wohl in Beziehung zu den Bischöfen von Konstanz. Bischof Salomo I. soll dort eine Klerikergemeinschaft gegründet haben, deren Translation nach St. Stephan in Konstanz Salomo III. um 910 angeordnet habe.[9] Das sich um die Kapelle herum gebildete Fischerdorf wurde erstmals 1159 als Salmasa urkundlich erwähnt. 1155 verfügte das Stift Konstanz in Salmsach über einen Hof, fünf Schupposen, den Neubruchzehnten und die Hälfte des Kirchensatzes sowie um 1380 über die gerichtsherrlichen Rechte. Der sankt-gallische Abt Ulrich Rösch erwarb 1471 Salmsach mitsamt Kirchensatz und vereinigte es mit dem Gericht Romanshorn.[9] Bis 1798 besass das Kloster St. Gallen das Mannschaftsrecht, die Appellation und die Huldigung.[11] 1803 bildeten die Ortsgemeinden Hemmerswil und Salmsach die Munizipalgemeinde Salmsach, 1832 trennte sich Hemmerswil wieder[9] und wurde 1925 in die Ortsgemeinde Amriswil eingemeindet.[12]

Die Ritter zum Kirchhof von Arbon, die 1201 mit Propst und Kapitel von St. Stephan einen Vertrag über die Pfarrereinsetzung besiegelt hatten, waren Mitkollatoren. Nach der Reformation war Salmsach evangelisch und der Pfarrer von Salmsach hielt ab 1588 auch in Romanshorn Gottesdienste ab. 1917 erfolgte die Vereinigung mit der Kirchgemeinde Romanshorn. 1742 gründeten Hungerbüel und Salmsach eine Schule.[9]

In Salmsach herrschten Obst-, Garten- und Ackerbau vor, zudem existierten bis ins 19. Jahrhundert zwei Mühlen. Eine Fabrik stellte um 1860 Amylum her, eine weitere von 1878 bis 1892 Stickereien und von 1889 bis 1931 war ein Dampfsägewerk in Betrieb. Neben dem Gewerbe bildeten sich neue Industrien, u. a. 1987 ein Kunststoffwerk. Während die Weiler ihren ländlichen Charakter behielten, wurde Salmsach zu einer Wohngemeinde mit Ausrichtung auf Romanshorn. 2005 stellte der erste Wirtschaftssektor ca. 29 % der Arbeitsplätze in der Gemeinde.[9]

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts entschieden sich die Salmsacher dreimal gegen einen Zusammenschluss mit dem benachbarten Romanshorn. Anlässlich der 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft im Jahre 1991 feierte Salmsach seine Eigenständigkeit mit der Einweihung seines eigenen Gemeindezentrums.[13] Im November 2013 lehnten Salmsachs Stimmbürger eine Fusion mit der Nachbarstadt erneut ab.[14]

Sage zum Bau der Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäss einer Sage soll der Bau der Kapelle in Salmsach unter merkwürdigen Umständen stattgefunden haben:

«Vor rund 900 Jahren, als Bischof Salomon von Konstanz nach St. Gallen reiste, wurde er von einem schlimmen Unwetter überrascht. Er wollte unter einer grossen Eiche Schutz suchen, die nicht unweit von ihm entfernt war. Unter diesem Baum hatten sich bereits drei Bauern geflüchtet, die ebenfalls Schutz vor dem Unwetter gesucht hatten. Als er nur noch wenige Schritte vor der Eiche entfernt war, wurde diese von einem Blitz getroffen und erschlug die drei Bauern tödlich. Dankbar für sein Überleben liess Bischof Salomon von Konstanz an dieser Stelle eine kleine Kapelle errichten.»[13]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salmsach-blazon.svg

Blasonierung: In Schwarz ein gelber Pfahl beseitet von zwei gelben abgewendeten Bischofsstäben.[8]

Das Wappen deutet den Ortsnamen als «Aach (Gewässer) des Salomon», was sprachgeschichtlich nicht haltbar ist.[8]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Salmsach[15]
Bevölkerungsentwicklung der Orts- und Einheitsgemeinde[15]
Jahr 1850 1880 1900 1910 1941 1950 1960 1980 2000 2010 2018
Einwohner 419 418 719 875 743 812 889 1159 1326 1303 1443

Von den insgesamt 1443 Einwohnern der Gemeinde Salmsach im Jahr 2018 waren 396 bzw. 27,4 % ausländische Staatsbürger. Die Ortschaft Salmsach zählte zu diesem Zeitpunkt 1425 Bewohner.[6]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2016 bot Salmsach 325 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 39,8 % in der Land- und Forstwirtschaft, 22,8 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 37,4 % im Dienstleistungssektor tätig.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS – generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. a b Thurgau in Zahlen 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF-Datei; 1,8 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  6. a b Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabelle; 0,1 MB), abgerufen am 20. Juni 2022.
  7. Die 50 Agglomerationen und 5 isolierte Städte der Schweiz am 5.12.2000, Auf der Webseite des Bundesamts für Statistik
  8. a b c Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019
  9. a b c d e f Erich Trösch: Salmsach. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  10. Kirchengeschichte. Auf der Webseite der Evangelischen Kirchgemeinde Romanshorn-Salmsach, abgerufen am 13. November 2019
  11. Erich Trösch: Romanshorn. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  12. Verena Rothenbühler: Hemmerswil. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  13. a b Aus der Geschichte von Salmsach. Auf der Webseite der Gemeinde Salmsach, abgerufen am 13. November 2019
  14. Michèle Vaterlaus: Die Fusion ist geplatzt. In: St. Galler Tagblatt (online) vom 25. November 2013
  15. a b Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden. Kanton Thurgau, 1850–2000 (Excel-Tabelle; 0,1 MB),
    Wohnbevölkerung – Wohnbevölkerung der Gemeinden 1990, 2000, 2010 und 2011 (PDF; 1,3 MB) und
    Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019 (Excel-Tabelle; 0,1 MB). Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 20. Juni 2022.