Salmsach

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Salmsach
Wappen von Salmsach
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Arbon
BFS-Nr.: 4441i1f3f4
Postleitzahl: 8599
Koordinaten: 745122 / 268369Koordinaten: 47° 33′ 0″ N, 9° 22′ 0″ O; CH1903: 745122 / 268369
Höhe: 400 m ü. M.
Fläche: 2,6 km²
Einwohner: 1451 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 558 Einw. pro km²
Website: www.salmsach.ch
Romanshorn (oben) und Salmsach (rechts unten) auf einer Luftaufnahme vom 9. Mai 2011

Romanshorn (oben) und Salmsach (rechts unten) auf einer Luftaufnahme vom 9. Mai 2011

Karte
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Salmsach ist eine politische Gemeinde im Bezirk Arbon des Kantons Thurgau in der Schweiz. Sie gehört zusammen mit Egnach zur Agglomeration Amriswil-Romanshorn.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde umfasst Salsmsach und die Weiler Buerüüti (Buhreute), Fälwis (Fehlwies) und seit 1812 Hungerbüel und liegt südlich von Romanshorn.[3] Das Gemeindegebiet entspricht in etwa einer rechteckigen Fläche mit rund 4 km West-Ost- und durchschnittlich einem halben Kilometer Nord-Süd-Ausdehnung. Es grenzt im Norden an die Gemeinde Romanshorn, im Osten an den Bodensee, im Süden an Egnach und im Westen an Hefenhofen. Obwohl Salmsach keinen eigenen Bahnhof hat, führen die SBB-Strecken Romanshorn–Winterthur, Romanshorn–Rorschach und die Linie der Südostbahn durch das Gemeindegebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche aus dem Jahr 1911[4]

Salmsach stand ursprünglich wohl in Beziehung zu den Bischöfen von Konstanz. Bischof Salomo I. soll dort eine Klerikergemeinschaft gegründet haben, deren Translation nach St. Stephan in Konstanz Salomo III. um 910 angeordnet habe.[3] Das sich um die Kapelle herum gebildete Fischerdorf bekam zunächst den Namen Salomons-Aach[5] und wurde erstmals 1159 als Salmasa urkundlich erwähnt. 1155 verfügte das Stift Konstanz in Salmsach über einen Hof, fünf Schupposen, den Neubruch­zehnten und die Hälfte des Kirchensatzes sowie um 1380 über die gerichtsherrlichen Rechte. Der sankt-gallische Abt Ulrich Rösch erwarb 1471 Salmsach mitsamt Kirchensatz und vereinigte es mit dem Gericht Romanshorn.[3] Bis 1798 besass das Kloster St. Gallen das Mannschaftsrecht, die Appellation und die Huldigung.[6] 1803 bildeten die Ortsgemeinden Hemmerswil und Salmsach die Munizipalgemeinde Salmsach, 1832 trennte sich Hemmerswil wieder[3] und wurde in die Ortsgemeinde Amriswil eingemeindet.[7]

Die Ritter zum Kirchhof von Arbon, die 1201 mit Propst und Kapitel von St. Stephan einen Vertrag über die Pfarrereinsetzung besiegelt hatten, waren Mitkollatoren. Nach der Reformation war Salmsach evangelisch und der Pfarrer von Salmsach hielt ab 1588 auch in Romanshorn Gottesdienste ab. 1917 erfolgte die Vereinigung mit der Kirchgemeinde Romanshorn. 1742 gründeten Hungerbüel und Salmsach eine Schule.[3]

In Salmsach herrschten Obst-, Garten- und Ackerbau vor, zudem existierten bis ins 19. Jahrhundert zwei Mühlen. Eine Fabrik stellte um 1860 Amylum her, eine weitere von 1878 bis 1892 Stickereien und von 1889 bis 1931 war ein Dampfsägewerk in Betrieb. Neben dem Gewerbe bildeten sich neue Industrien, u. a. 1987 ein Kunststoffwerk. Während die Weiler ihren ländlichen Charakter behielten, wurde Salmsach zu einer Wohngemeinde mit Ausrichtung auf Romanshorn. 2005 stellte der erste Wirtschaftssektorektor ca. 29 % der Arbeitsplätze in der Gemeinde.[3]

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts entschieden sich die Salmsacher dreimal gegen einen Zusammenschluss mit dem benachbarten Romanshorn. Anlässlich der 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft im Jahre 1991 feierte Salmsach seine Eigenständigkeit mit der Einweihung seines eigenen Gemeindezentrums.[5] Im November 2013 lehnten Salmsachs Stimmbürger eine Fusion mit der Nachbarstadt erneut ab.[8]

Sage zum Bau der Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäss einer Sage soll der Bau der Kapelle in Salmsach unter merkwürdigen Umständen stattgefunden haben:

«Vor rund 900 Jahren, als Bischof Salomon von Konstanz nach St. Gallen reiste, wurde er von einem schlimmen Unwetter überrascht. Er wollte unter einer grossen Eiche Schutz suchen, die nicht unweit von ihm entfernt war. Unter diesem Baum hatten sich bereits drei Bauern geflüchtet, die ebenfalls Schutz vor dem Unwetter gesucht hatten. Als er nur noch wenige Schritte vor der Eiche entfernt war, wurde diese von einem Blitz getroffen und erschlug die drei Bauern tödlich. Dankbar für sein Überleben liess Bischof Salomon von Konstanz an dieser Stelle eine kleine Kapelle errichten.»[5]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Salmsach[7]
Bevölkerungsentwicklung der Orts- und Einheitsgemeinde[7]
Jahr 1850 1880 1900 1910 1941 1950 1960 1980 2000 2010 2018
Einwohner 419 418 719 875 743 812 889 1159 1326 1303 1443

Von den insgesamt 1443 Einwohnern im Jahr 2018 waren 396 bzw. 27,4 % ausländische Staatsbürger.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Die 50 Agglomerationen und 5 isolierte Städte der Schweiz am 5.12.2000, Auf der Webseite des Bundesamts für Statistik
  3. a b c d e f Erich Trösch: Salmsach. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  4. Kirchengeschichte. Auf der Webseite der Evangelischen Kirchgemeinde Romanshorn-Salmsach, abgerufen am 13. November 2019
  5. a b c Aus der Geschichte von Salmsach. Auf der Webseite der Gemeinde Salmsach, abgerufen am 13. November 2019
  6. Erich Trösch: Romanshorn. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  7. a b c 2000 T4 Wohnbevoelkerung ab 1850.xlsx und 2018_2017_1990_BevGmd.xlsx (Bevölkerung in ausgewählten Jahren, 1990, 2000, 2010, 2017-2018, Vorjahresveränderung). Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.
  8. Michèle Vaterlaus: Die Fusion ist geplatzt. In: St. Galler Tagblatt (online) vom 25. November 2013
  9. 2018_2015_BevGmd_Geschl_Nat.xlsx (Bevölkerung nach Geschlecht und Nationalität, 2015-2018) Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.