Salomon Herxheimer (Rabbiner)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Salomon Herxheimer (geboren am 6. Februar 1801 in Dotzheim bei Wiesbaden; gestorben am 25. Dezember 1884 in Bernburg) war ein deutscher Rabbiner.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salomon Herxheimer war der Sohn des Kaufmanns Isaac-Seligmann aus Herxheim am Berg und von Zerline Meyer aus Dotzheim. Er besuchte eine Talmudschule in Wiesbaden.

Mit 13 Jahren begann Herxheimer ein Studium an der Jeschiwa Herz Scheuers in Mainz und erlernte gleichzeitig weltliche Fächer. 1818 wurde er Hauslehrer bei Meier Boppard in Herborn. Daneben nahm er Privatunterricht bei Lehrern des evangelisch-theologischen Seminars.

1824–1827 studierte er an der Universität Marburg Pädagogik, Geschichte und orientalische Sprachen. Zwischenzeitlich, von Mai bis November 1826, studierte er als Stipendiat der nassauischen Landesregierung in Göttingen. Am 8. Mai 1827 legte er die erste Staatsprüfung an der Universität Marburg ab. 1827 arbeitete er al Religionslehrer und Prediger in Eschwege. Am 28. Juli 1829 absolvierte er die zweite Staatsprüfung bei Rabbiner Israel-Bär Levita in Rotenburg/Fulda. Ordiniert wurde er in Braunschweig. Am 16. November 1830 promovierte er in Gießen.

1830 war er zunächst Kreisrabbiner in Eschwege; 1831 wurde er von Herzog Alexius von Anhalt-Bernburg zum Landesrabbiner von Anhalt-Bernburg ernannt. 1841–48 veröffentlichte er eine neue Bibelübersetzung aus dem Hebräischen und verfasste ein hebräisches Lehrbuch, das das meistbenutzte Schullehrbuch der jüdischen Religion zu seiner Zeit war. Sein Hauptaugenmerk lag neben der Erziehung der Jugend auf der Förderung der landwirtschaftlichen Kenntnisse unter der jüdischen Bevölkerung.

Am 15. September 1832 heiratete er Helene-Lea Sieskind aus Ballenstedt (gestorben 1864).

Herxheimer gilt als reformnah. Er war Mitglied in Abraham Geigers Verein jüdischer Gelehrter.

Quellentext[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Allgemeinen Zeitung des Judentums erschien am 6. Januar 1885 folgender Nachruf: „Bernburg, 28. Dezember (1884, Privatmitteilung). Am 25. dieses Monats verschied der Nestor der deutschen Rabbiner, Dr. Salomon Herxheimer, im 84. Lebensjahre, nach kurzem Krankenlager. Mit ihm ging einer der wenigen noch lebenden Veteranen der Reform des Judentums dahin, jener Reform, welche auf dem geschichtlichen Boden vor Allem die Bildung der Gemeinden und hierauf die Umgestaltung des Gottesdienstes nach den Bedürfnissen und Wünschen der Gemeinden erstrebten, und als das wesentlichste Mittel die Entwicklung des Religionsunterrichtes betrachteten. Zuerst Rabbiner in Eschwege, seit 1831 herzoglicher Landesrabbiner von Bernburg, gründete er daselbst eine jüdische Elementarschule, die längere Zeit bestand, und verbesserte den Gottesdienst, wie dies die Majorität der Gemeinde freudig begrüßte, während ein kleinerer Teil derselben dem Rabbiner dafür schwere Kämpfe bereitete. Der freundliche, sanftmütige und liebenswürdige Charakter des letzteren überwand aber bald diese Schwierigkeiten. Der Verewigte nahm an der Entwicklung des Judentums den tätigsten Anteil und war ein treues Mitglied der Rabbinerversammlungen sowie der Synode in Leipzig (1869), wo er noch ein ausführliches Referat über den Religionsunterricht lieferte. Außer einigen kleineren Schulschriften erlangte er durch seine, in erster Auflage 1831, seitdem in 29 Auflagen erschienene 'Israelitische Glaubens- und Pflichtenlehre für Schule und Haus' eine ausgebreitete Wirksamkeit. Auch seine Bibelausgabe mit Übersetzung und Erklärungen (1841-1848) fand vielen Anklang. Zu seinem 50jährigen Amtsjubiläum gründete der deutsch-israelitische Gemeindebund einen Herxheimer-Fond zur Unterstützung jüdischer Seminaristen, der seitdem vieles Gute gestiftet hat. Seit einigen Jahren emeritiert, lebte der hochgeachtete Greis in stiller Zurückgezogenheit. Heute Nachmittag findet seine Beerdigung statt, nachdem zuvor eine Trauerfeier in der Synagoge abgehalten sein wird.“

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jesode ha-Torah [Grundlagen der Tora]. Israelitische Glaubens- und Pflichtenlehre für Schule und Haus. Hannoversch-Minden 1831, 29. Auflage 1883.
  • Der Pentateuch im hebräischen Texte mit worttreuer Uebersetzung und mit fortlaufender Erklärung. 1841.
  • Die Propheten und Hagiographen im Text mit Uebersetzung und fortlaufendem Commentar. 1841–1848.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]