Salomon Ludwig Steinheim

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Salomon Ludwig Steinheim

Salomon Ludwig Steinheim (Pseudonym: Abadjah Ben Amos) (* 6. August 1789 in Bruchhausen; † 19. Mai 1866 in Zürich) war ein jüdischer Mediziner, Religionsphilosoph und Gelehrter.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1807 begann Steinheim ein Studium der Medizin und promovierte 1811 in Kiel zum Dr. med. Zunächst war er ab 1813 Arzt nahe seinem Geburtsort in Steinheim, dann war er in Altona bis 1845 tätig. 1827 hatte er mit dem Altonaer Kaufmann Carl Theodor Arnemann in der Elbe eine Flussbadeanstalt zwischen Neumühlen und Altona gegründet.[1] Anschließend reiste er. Seit 1833 betrieb er philosophische und theologische Studien. Ab 1854 lebte er für eine längere Zeit in Rom, reiste nach Kopenhagen und 1865 und 1866 nach Zürich. Auf dieser letzten Reise verstarb er und wurde auf dem Reformierten Friedhof begraben. Altonaer Freunde ließen seinen Leichnam noch 1866 an den Ort seines langjährigen Wirkens überführen.

Als Schriftsteller setzte Steinheim sich für die Emanzipation der Juden im (dänischen) Schleswig und Holstein ein. Sein theologisches Hauptwerk lautet Die Offenbarung nach dem Lehrbegriff der Synagoge, verfasst 1835 bis 1865. Er war ein eigenständiger Denker, der sich nicht in das traditionelle jüdische Schema von Orthodoxie oder Reformbewegung einordnen lässt.

Nach ihm ist das Salomon Ludwig Steinheim-Institut an der Universität Duisburg-Essen benannt, das die deutsch-jüdische Geschichte erforscht. Die Namensgebung betont, dass er ein zu Unrecht vergessener Philosoph des 19. Jahrhunderts ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A. Shear-Yashuv: Salomon Ludwig Steinheim, ein deutsch-jüdischer Polyhistor im 19. Jh. In: Julius H. Schoeps (Hrsg.): Menora. Jahrbuch für deutsch-jüdische Geschichte. 1990.
  • Lexikon des Judentums. Bertelsmann-Lexikon-Verlag, Gütersloh 1971, ISBN 3-570-05964-2, Sp. 777.
  • Lexikon deutsch-jüdischer Autoren. Band 19, de Gruyter, Berlin 2012, S. 451–458.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hella Kemper: Elbschwimmer: die Rückkehr einer Badekultur. Murmann Verlag, Hamburg 2006, ISBN 3-938017-54-6, S. 34, (online)