Salt-Lake-Tempel

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Der Salt-Lake-Tempel ist das Herzstück des 40.000 m² großen Temple Square in Salt Lake City
Der Tempel-Bezirk mit dem Salt-Lake-Tempel ist von Bürogebäuden umgeben. Das Dach im Vordergrund gehört zum LDS-Konferenzzentrum
Im Besucherzentrum des Tempelbezirks zeigt ein Schnitt-Modell des Tempels seine Inneneinrichtung, die anders als bei christlichen Kirchen in zahlreiche Räume und Säle unterteilt ist.

Der Salt-Lake-Tempel ist der bekannteste Tempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (landläufig „Mormonen“ genannt). Er ist im Stil der Neugotik errichtet. Er steht in Salt Lake City, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Utah.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. Februar 1853 wurde der Bauplatz für den Tempel zugewiesen. Der Grundstein wurde von Brigham Young gelegt. Der offizielle Baubeginn war dann am 6. April 1853 (der Jahrestag der Kirchengründung der Mormonen). Zunächst wurde Sandstein aus einem örtlichen Steinbruch verbaut, dieser erwies sich aber als zu brüchig und daher ungeeignet.

Ab 1858 wurde Granit vom Little Cottonwood Canyon – rund 30 km südöstlich der Baustelle verbaut. Der Transport erfolgte mit Ochsenkarren. Ab 1869 erfolgte der Transport mit der Eisenbahn. Der Bau verzögerte sich immer wieder und kam während der staatlichen Verfolgung der Mormonen in den 1880er Jahren ganz zum Erliegen. Nach der Abschaffung der Polygamie im Jahre 1890 und dem damit einhergehenden Ende der Verfolgung wurde der Bau forciert wieder aufgenommen. Als der Bau schließlich vollendet war, weihte Wilford Woodruff den Tempel am 6. April 1893 ein; exakt vierzig Jahre, nachdem mit dem Bau begonnen wurde. Der Tempel ist 64 m hoch und hat eine Grundfläche von etwa 23.500 m². Er ist das Herzstück des 40.000 m² großen Temple Square. Wie bei allen Tempeln dieser Kirche ist der Zutritt nur Kirchenmitgliedern mit gültigem Empfehlungsschreiben des eigenen Bischofs gestattet.

Die vor dem Tempel liegende frei zugängliche Main Street Plaza wurde im Jahr 1999 für 8,1 Millionen Dollar von der Stadt an die Mormonen verkauft[1] und ist damit Privatgrund, auf dem die Verhaltensregeln der Gemeinschaft gelten, sobald sie ausgeschildert sind oder der Eigentumsvorbehalt klar ausgewiesen ist.[2][3] So wurden im September 2009 die Informationsschilder an den Eingängen um folgenden Zusatz erweitert: „Privatgrundstück. Die Kirche behält sich das Recht vor, jeder Person ohne Angabe von Gründen den Zutritt zu verweigern.“ Die American Civil Liberties Union of Utah nannte dies einen guten Start und würde sich noch eine Liste mit den Regeln wünschen, eventuell auf der Website der Kirche. Anlass für diese Aktionen war ein küssendes schwules Paar, welches des Platzes verwiesen wurde und nach dessen Weigerung wegen Besitzstörung angeklagt wurde.[4]

Symbolik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Salt Lake Tempel beinhaltet vielen symbolischen Schmuck sowie Symbole der Freimaurer.[5]:73,79[6]:38-39 Symbolik ist ein wichtiges Thema im mormonischen Glauben.[7] Diese sind die Symbole die den Tempel schmücken:

Infografik der Orte und Plätze des Salt Lake Tempels, auf denen Symbole sind.
  • Auge der Vorsehung – Der zentrale Turm hat ein Auge der Vorsehung, dass zeigt, wie Gott alles sieht.[8]:147
  • Engel Statue – Der goldene Engel Moroni auf der Turmspitze symbolisiert den Engel aus Offb 14,6 EU, der die Parusie ankündigt.[9][10][11]
  • Bienenstock – Der Bienenstock (der auf dem Staatssiegel von Utah ist) erscheint auf Außentüren und Türknöpfen und symbolisiert den Einfallsreichtum, die Industrie, das Durchhaltevermögen und die Ordentlichkeit der Mormonen.[12][6]:44
  • Großer Bär – An der Westseite des Tempels erscheint der Große Bär, dieser stellt dar wie das Priestertum den Menschen den Weg zum Himmel weisen kann. Genauso wie der Polarstern Menschen den Weg zeigen kann.[13][6]:42
  • Winkel und Zirkel – Frühe Planzeichnungen zeigen das freimaurerische Symbol Winkel und Zirkel an den Fenstern des zweiten und vierten Raumes,[6]:43 aber die Pläne wurden verändert während der Konstruktion.[6]:39 Diese Symbole waren auf der Nauvoo-Tempel Wetterfahne.[6]:43
  • Händeschütteln – Über jeder Außentür und jedem Türknopf ist ein „Händeschütteln,“ dies ist eine Darstellung der Bündnisse die im Tempel gemacht werden und von Bruderliebe.[6]:43
  • Wolken – An der Ostseite des Tempels regnen Wolken hernieder und zeigen das Gott weitere Offenbarungen zeigt und weiter mit den Menschen redet oder den Schleier oder Sünde zeigt.[6]:43
  • Erden – Die Erdensteine am unteren Boden zeigen wie das Evangelium über die ganze Erde verbreitet wird.[6]:42
  • Saturne – Frühe Zeichnungen und geschriebene Beschreibungen zeigten Saturnsteine an der obersten Stufe des Tempels,:146[14] jedoch wurde die Konstruktion Jahre später geändert.[15]:60-62[16]:9
  • Spiralen – Die sechs Spiralen bezeugen die Macht des Priestertums. Die drei Spiralen an der Ostseite sind ein klein wenig höher als die auf der Westseite. Sie stellen das Melchizedekische, oder „höhere Priestertum“, und das Aaronische, oder „vorbereitende Priestertum“ dar. Die drei Spiralen auf der Ostseite stellen die Erste Präsidentschaft und die zwölf kleineren Spiralen stellen das Kollegium der Zwölf Apostel dar.[17]
  • Sonne, Mond und Sterne – Um den Tempel herum gibt es einige Steine, die die Sonne, den Mond und die Sterne darstellen. Dies soll eine Darstellung der Reiche der Herrlichkeit im Leben nach dem Tod darstellen.[18][6]:42[19]

Fotografien des Inneren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Reaktion auf ein Mitglied, das nicht autorisierte Bilder veröffentlichte, entschieden sich die Kirchenführer das Buch The House of the Lord im Jahre 1912 zu veröffentlichen. Dieses enthält die autorisierten Bilder, die unten gezeigt werden.[20]:6[21]:365-369,374[22]:240-316 [21]:358,362 [23][24][25][22]:195-197

Bombenanschlag 1962[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. November 1962 wurde an der Südtür des Tempels ein Bombenanschlag verübt[26][27]. FBI-Agenten fanden heraus, dass Sprengstoff um Türknäufe gewickelt worden war. Menschen waren bei dem Attentat nicht zu Schaden gekommen.

Daten und Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ankündigung: 28. Juli 1847
  • Erster Spatenstich: 14. Februar 1853
  • Weihung: 6. April 1893

Weitere Gebäude am Tempelplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Salt-Lake-Tempel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fair warning, The Salt Lake Tribune, 30. Juli 2009
  2. Rosemary Winters, Melinda Rogers: Prosecutor drops case against gay couple accused of trespassing on LDS property, The Salt Lake City Tribune, 30. Juli 2009
  3. LDS plaza video shows scuffle, but no kiss, The Salt Lake Tribune, 31. Juli 2009
  4. Rosemary Winters: LDS Church posts tougher signs on plaza, The Salt Lake Tribune, 29. September 2009
  5. Michael W. Homer: 'Similarity of Priesthood in Masonry': The Relationship Between Freemasonry and Mormonism. In: Dialogue: A Journal of Mormon Thought. 27, Nr. 3, Fall 1994. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  6. a b c d e f g h i j Allen D. Roberts: Where Are the All-Seeing Eyes? The Origin, Use, and Decline of Early Mormon Symbolism. In: Sunstone Magazine. 1, Nr. 49, May 1985. Abgerufen am 25. Juni 2017.
  7. Why Symbols?. February 2007. Abgerufen am 11. Oktober 2012.
  8. Allen H. Berber: Celestial Symbols: Symbolism in Doctrine, Religious Traditions and Temple Architecture.. Horizon Publishers, 4 April 2006, ISBN 0-88290-808-1 (Zugriff am 10 July 2017).
  9. Oldest Artwork on Temple Square. LDS Church Deseret Management Corporation. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  10. Salt Lake Temple p.47. University of Utah. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  11. M. Guy Bishop, Richard Neitzel Holzapfel: The 'St. Peter's of the New World': The Salt Lake Temple, Tourism, and a New Image for Utah. In: Utah Historical Quarterly. 61, Spring 1993, S. 33. Abgerufen am 8. Juli 2017. Page 33 archived here.
  12. Richard G. Oman: Beehive Symbol. Brigham Young University. Abgerufen am 25. Juni 2017.
  13. Truman O. Angell: The Temple: To the Editor of the Deseret News. S. 2. 17. August 1854. Abgerufen am 19. August 2014: „Moral, [of Ursa Major is that] the lost may find themselves by the Priesthood“
  14. Dean R. Zimmerman: The Salt Lake Temple. In: The New Era. June 1978. Abgerufen am 10. Juli 2017.
  15. Richard G. Oman: Exterior Symbolism of the Salt Lake Temple: Reflecting the Faith that Called the Place into Being. In: BYU Studies Quarterly. 36, Nr. 4, 1996. Abgerufen am 10. Juli 2017.
  16. Richard O. Cowan: Latter-day Saint Temples as Symbols. In: Journal of the Book of Mormon and Other Restoration Scripture. 21, Nr. 1, 2012. Abgerufen am 10. Juli 2017.
  17. Symbolism Can Be Seen in Architecture of S.L. Temple. In: Mormon Times, LDS Church, 27. November 2008. Abgerufen am 10. Juli 2017. 
  18. Richard Neitzel Holzapfel: Every Window, Every Spire Speaks of the Things of God. In: Liahona. November 1993. Abgerufen am 10. Juli 2017.
  19. Laurel B. Andrew: The Early Temples of the Mormons: The Architecture of the Millennial Kingdom in the American West., 1st. Auflage, State University of New York Printing, June 1978, ISBN 0-87395-358-4, S. 84-85 (Zugriff am June 25, 2017).
  20. Kent Walgreen: Inside the Salt Lake Temple: Gisbert Bossard's 1911 Photographs. In: Dialogue: A Journal of Mormon Thought. 29, Nr. 3, Fall 1996. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  21. a b Nelson B. Wadsworth: Set in Stone, Fixed in Glass.. Signature Books, Salt Lake City September 1992, ISBN 1-56085-024-8 (Zugriff am 8 July 2017).
  22. a b James Talmage: The House of the Lord: A Study of Holy Sanctuaries Modern and Ancient.. Deseret News, Salt Lake City 1912 (Zugriff am 9 July 2017).
  23. Bridger Talbot: The Evolution of Sacred Space: The Changing Environment of the Endowment. In: Front Matter: 2014 BYU Religious Education Student Symposium. 2014. Abgerufen am 9. Juli 2017.
  24. Brittany Mangus: Prepare Now for the Temple: An Essential Guide for Young Adult Sisters., Reprint. Auflage, Cedar Fort Inc., Springville, Utah 8 January 2013, ISBN 1-59955-052-0, S. 1996 (Zugriff am 9 July 2017).
  25. David John Buerger: 'The Fullness of the Priesthood': The Second Anointing in Latter-day Saint Theology and Practice. In: Dialogue: A Journal of Mormon Thought. 16, Nr. 1, Spring 1983, S. 41,43. Abgerufen am 10. Juli 2017.
  26. Blast mormon temple with plastic bomb. 15. November 1962. Abgerufen am 19. Januar 2015. 
  27. Jeffrey O. Johnson: Change and Growth: The Mormon Church & the 1960sHE 1960. In: Sunstone. Juni 1994. Abgerufen am 19. Januar 2015.

Koordinaten: 40° 46′ 14″ N, 111° 53′ 31″ W