Saltatio Mortis

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Saltatio Mortis
Saltatio Mortis 2013
Saltatio Mortis 2013
Allgemeine Informationen
Herkunft Deutschland
Genre(s) Musik der Mittelalterszene, Mittelalter-Rock, Folk-Rock, Folk-Punk, Punk-Rock, Folk-Metal
Gründung 2000
Website www.saltatio-mortis.com
Gründungsmitglieder
Alea der Bescheidene (Jörg Roth)
Dominor der Filigrane (Dominik Pawlat) (bis 2006)
E-Bass, Marktsackpfeife, Schalmei, Mandola, Harfe, Keyboard
Die Fackel (Holger Becker) (bis 2006)
Dudelsack, Schalmei, indisches Wui
Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein (Gunter Kopf)
Dudelsack, Schalmei, Gitarre, Perkussion, Programming
Ungemach der Missgestimmte (Marc Sattel) (bis 2006)
Thoron Trommelfeuer (Kai Rodenberger) (bis 2009)
Schlagzeug, Davul, Perkussion
Lasterbalk der Lästerliche (Timo Gleichmann)
Magister Flux (Florian Lacina) (bis 2010)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Dudelsack, Schalmei, Gitarre, Maultrommel, Didgeridoo
Alea der Bescheidene
Marktsackpfeife, Schalmei, Drehleier, Gesang
Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein
Schlagzeug, Perkussion, Davul
Lasterbalk der Lästerliche
Marktsackpfeifen, Schalmeien, Uilleann Pipes, Low Whistle, Binioù
El Silbador (Christian Sparfeldt) (seit 2006)
Bruder Frank (Frank Heim) (seit 2006)
Schlagzeug, Perkussion, Keyboard, Gitarre, Gesang
Jean Méchant, genannt der Tambour (Jan S. Mischon) (seit 2009)
Sackpfeifen, Schalmei, Whistles
Luzi Das L (Robin Biesenbach) (seit 2011)
Gitarre, Irish Bouzouki, Gesang
Till Promill (Till Grohte) (seit 2012)
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug, Perkussion
Herr Schmitt (Volker Schick) (2004–2007)
Gitarre, Laute, Cister
Mik El Angelo (Michael Reinbacher) (2006–2007)
Schalmeien, Sackpfeifen, Tin & Low Whistle, Fidel, Gesang
Cordoban der Verspielte (Bastian Brenner) (2006–2009)
Gitarre, Irish Bouzouki
Herr Samoel (Michael Kaufmann) (2007–2012)

Saltatio Mortis (lateinisch für Totentanz) ist eine deutsche Mittelalter-Rock-Band. Ein Motto der Band ist „Wer tanzt, stirbt nicht.“

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alea der Bescheidene bei der Zirkus-Zeitgeist-Tour, 2016, Oberhausen

Die Band wurde 2000 gegründet. Sie ist auf mittelalterlichen Veranstaltungen aller Art wie dem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum von Gisbert Hiller aktiv.

Nach der Veröffentlichung ihres ersten Albums Tavernakel brachte ihnen Das Zweite Gesicht eine szenenübergreifende Bekanntheit ein. Mit Heptessenz und Erwachen haben sie sich in der Musik der Mittelalterszene etabliert. Es folgten das Album Manufactum und im August 2005 Des Königs Henker. Auf letzterem Album behandelt die Band unter anderen die Themen Macht(missbrauch), Freiheit und Tod. Mit diesem Album definierte die Band auch ihren rockigen Stil und verzichtet seitdem auf elektronische Untermalung der Musik. Auch die aus elektronischeren Zeiten stammenden Titel werden nun im rockigen Gewand präsentiert. Im Oktober 2006 wurde bekannt gegeben, dass Dominor, Ungemach und Die Fackel die Band verlassen. In den nächsten zwei Jahren orientierte sich die Band personell und inhaltlich neu, spielte verstärkt Rockauftritte auf Festivals und präsentierte mit Aus der Asche das bis zu diesem Zeitpunkt erfolgreichste Album der Bandgeschichte. Nach wie vor legen Saltatio Mortis auf ihre Wurzeln Wert und spielen akustisch auf mittelalterlichen Märkten und als Straßenmusikanten.

Bruder Frank (Bass) ist seit 2007 festes Bandmitglied. Im Februar 2009 verkleinerte sich die Band vorübergehend zum Sextett. Thoron Trommelfeuer und Cordoban der Verspielte verließen die Band. Doch stieß im selben Jahr Jean Méchant, genannt der Tambour, zur Band, der unter seinem Namen Jan Mischon zugleich Schlagzeuger der Band Abandoned war und ist.

Im August 2009 erschien das Album Wer Wind sæt, das den eingeschlagenen Rockstil fortsetzt. Es kam nach der ersten Verkaufswoche auf Platz zehn der Media-Control-Charts. Zu den Liedern Ebenbild und Letzte Worte wurde ein Musikvideo gedreht. Auf dem Album befindet sich der Song Salome, ein Duett von Alea mit Doro Pesch. Nach drei Rockalben wurde 2010 mit Manufactum 2 wieder ein Live-Album mit rein akustischer Mittelalter-Marktmusik veröffentlicht.

Im April 2011 erschien die DVD Wild und Frei von dem am 15. Oktober 2010 in Wuppertal aufgezeichneten Jubiläums-Konzert, bei dem neben den ehemaligen Mitgliedern Cordoban der Verspielte und Thoron Trommelfeuer auch Gastmusiker wie Doro Pesch, Eric Fish und „Dr. Pest“ (Die Apokalyptischen Reiter) mitwirkten. Seit April 2011 unterstützt Luzi das L, der bis Ende 2010 Mitglied der Band Schelmish war, die Band bei ihren Akustik- und Rockshows. Im September 2011 wurde das Album Sturm aufs Paradies veröffentlicht.

Im November 2012 verließ Herr Samoel die Band. Till Promill, der vorher bei den Bands Supernova Plasmajets, Someone Else und Sensles spielte, nahm die Position des Gitarristen ein. Im August 2013 wurde das Album Das Schwarze IxI veröffentlicht, das auf Platz 1 der deutschen Albumcharts einstieg.[1] Im Dezember 2013 erschien die Blu-ray Provocatio mit einer dreistündigen Show, die auf dem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Hamburg-Öjendorf aufgenommen wurde.

Im August 2015 erschien das Album Zirkus Zeitgeist, das ebenfalls auf Platz 1 der deutschen Albumcharts einstieg. Im November 2015 wurde das Akustik-Album Zirkus Zeitgeist – Ohne Strom und Stecker veröffentlicht. Im April 2016 erschien Zirkus Zeitgeist – Live aus der Großen Freiheit, ein kompletter Konzertmitschnitt auf DVD und CD. Im Juni 2016 wurde Licht und Schatten – Best of 2000–2014 inklusive drei neuer Songs als (Mediabook) Doppel-CD (Audio CD) veröffentlicht, das auf Platz 8 der deutschen Albumcharts einstieg. In diesem Jahr wurde die Band zudem für den Musikpreis Echo nominiert.

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stil lässt sich als Mittelalter-Rock oder Folk-Rock beschreiben. Die Texte widmen sich der Kritik an der Obrigkeit und der Betonung von ideellen Werten. Saltatio Mortis verwenden in ihrer Musik sowohl traditionelle Instrumentierung als auch Rockeinflüsse. Ursprünglich waren auch elektronische Rhythmen vertreten, ähnlich wie bei der Band Tanzwut. Inhaltlich werden hauptsächlich eigene Texte verwendet. Auf den Rockalben sind nur wenige traditionelle Texte vorhanden. Nach Des Königs Henker wurde 2007 erneut ein Album mit Mittelalter-Rock Aus der Asche veröffentlicht.

Daneben spielt die Band in loser Folge akustische Konzerte der sog. Marktmusik. Pate hierfür stehen ihre Konzertalben Manufactum (2005), Manufactum II (2010) und Manufactum III (2013) sowie die Konzert-DVD Provocatio - Live auf dem Mittelaltermarkt (2013).

Politische Einstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zusammenhang mit ihrem 2013 erschienenen Lied Wachstum über alles veröffentlichten Saltatio Mortis einen offenen Brief. In diesem kritisieren sie unter anderem das Streben der Wirtschaft nach Gewinnmaximierung und die ungerechte Einkommensverteilung in Deutschland. Nachdem sie in diesem Lied die erste Strophe des Lieds der Deutschen abgewandelt zitierten und die Melodie verwendeten, sahen sie sich zunehmend Konfrontationen ausgesetzt, die sie als politisch rechts bezeichneten. Die Band wies diese in einem Beitrag auf ihrer Website zurück und mahnte an, dass man sich für ein systemkritisches Video nationaler Symbole bedienen dürfe.[2][3] Im Lied Augen zu verwendeten sie Melodie und Struktur des Horst-Wessel-Lieds und kritisieren im Text die geringer werdende öffentliche Meinungsäußerung insbesondere gegen rechte Tendenzen (siehe auch Schweigespirale).[4]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Saltatio Mortis/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
2001 Tavernakel Erstveröffentlichung: 2001
2002 Das zweite Gesicht Erstveröffentlichung: 2. September 2002
2003 Heptessenz – Marktmusik des Mittelalters Erstveröffentlichung: 2. April 2003
2004 Erwachen Erstveröffentlichung: 26. Januar 2004
2005 Des Königs Henker 54
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. August 2005
2007 Aus der Asche 29
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 31. August 2007
2009 Wer Wind sæt 10
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. August 2009
2011 Sturm aufs Paradies 3
(5 Wo.)
60
(1 Wo.)
84
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. September 2011
2013 Das Schwarze IxI 1
(5 Wo.)
25
(1 Wo.)
44
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. August 2013
2015 Zirkus Zeitgeist 1
(23 Wo.)
9
(2 Wo.)
13
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. August 2015
Zirkus Zeitgeist – Ohne Strom und Stecker Erstveröffentlichung: 27. November 2015

Musikvideos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Regisseur(e)
2009 Ebenbild Dirk Weiler[5]
Letzte Worte Dirk Weiler[6]
2011 Daedalus (live) Dirk Weiler
Hochzeitstanz Dirk Weiler
2013 Wachstum über alles Oliver Sommer[7]
Früher war alles besser Oliver Sommer[8]
2015 Wo sind die Clowns? David Aufdembrinke, Markus Gerwinat[9]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Namen der Bandmitglieder kommen in Rollenspielabenteuern des Fantasyrollenspiels Das Schwarze Auge als Nicht-Spieler-Charakter (NSC) vor: Firun wählt und Stadt der 1000 Augen (aus dem Sammelband Ehrenhändel und Kreise der Verdammnis), sowie dem Abenteuerband Das Jahr des Feuers – Schlacht in den Wolken. Lasterbalk der Lästerliche, Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein und Cordoban der Verspielte liehen im Computerspiel Das Schwarze Auge: Drakensang NSCs ihre Stimme.[10]

2013 wurde das Artbook Arteficium I zum Album Das Schwarze IxI veröffentlicht.

Die Band veröffentlicht auf Ihrer Homepage seit dem 16. Oktober 2014 die Comicstrip-Serie SALTATIO MORTIS & COmic, deren Hauptpersonen die Bandmitglieder sind.

2015 gab Sonic Seducer die limitierte Saltatio Mortis Chronik heraus. Darin befinden sich überarbeitete im Magazin Sonic Seducer während des Bestehens der Band erschienene Artikel über die Band sowie neues Fotomaterial.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saltatio Mortis in den Charts. Chartsurfer.de, abgerufen am 14. Dezember 2013 (deutsch).
  2. Offener Brief zum Lied Wachstum über alles auf der Website von Saltatio Mortis, abgerufen am 27. August 2014
  3. Saltatio Mortis über die Kritik an ihrem Lied Wachstum über alles auf der Website von Saltatio Mortis, abgerufen am 27. August 2014
  4. Kai Butterweck: Bei uns regiert wieder die Angst. Laut.de, 12. August 2015, abgerufen am 14. September 2015 (deutsch).
  5. Regisseur von Ebenbild
  6. Regisseur von Letzte Worte
  7. Regisseur von Wachstum über alles
  8. Regisseur von Früher war alles besser
  9. Regisseure von Wo sind die Clowns?
  10. Andre Linken: Das Schwarze Auge: Drakensang - Mittelalter-Musiker übernehmen Sprechrollen. Gamestar.de, 17. Juni 2008, abgerufen am 2. Dezember 2015 (deutsch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saltatio Mortis – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien