Salvation Army Team Emergency Radio Network

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Fahrzeug des Salvation Army Emergency Disaster Services

Das Salvation Army Team Emergency Radio Network (SATERN) ist das Netzwerk der Funkamateure der Katastrophenschutzeinheit der Heilsarmee (Salvation Army Emergency Disaster Services) für Notfunk.[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das SATERN-Netzwerk ist hauptsächlich in den USA ausgebaut. Weitere Länder in denen das SATERN-Netzwerk aktiv ist, sind Russland und Indien. Das Netzwerk dient dazu, Mitteilungen, Suchanfragen und logistische Nachrichten zwischen der Öffentlichkeit, Behörden und den Stellen der Heilsarmee zu vermitteln. Im Jahr 2012 hatte SATERN 4600 ausgebildete[2] Mitglieder[3], vor allem in den USA, in denen es auch eigene Lehrgänge und Amateurfunkprüfungen für die Federal Communications Commission (FCC) ausrichtet.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Netzwerk wurde 1988 von Captain Patrick McPherson, Katastrophenschutz-Koordinator für Zentral-Illinois und Ost-Iowa gegründet. Zunächst war das Netzwerk während lokaler Katastrophen im Einsatz, wie z. B. dem Tornado 1990 in Plainfield (Illinois) oder dem Absturz einer ATR 72 der American Eagle Airlines in Illinois im Jahr 1994.[4] Mit zunehmender Mitgliederanzahl und Verbreitung zunächst vor allem in den USA, war SATERN hauptsächlich während nationaler Naturkatastrophen aktiv, wie dem Erdbeben von Kōbe 1995, Hurrikan Mitch 1998 oder dem Erdbeben von Gölcük 1999, bei dem es die erste Phonieverbindung in die Türkei nach dem Erdbeben herstellte.[4] Im Zusammenhang mit Hurrikan Mitch wurden SATERN-Frequenzen als offizielle Notfunk-Frequenzen durch die Federal Communications Commission (FCC) bestimmt.[3] Während der Terroranschläge am 11. September 2001 wurde u. a. zwischen zwei Blutbanken in Kalifornien und nahe Ground Zero eine Funkverbindung etabliert.[5] Im 21. Jahrhundert lag der Schwerpunkt auf der Vermisstensuche von Opfern der Hurrikane. In der atlantischen Hurrikansaison 2004 wurden über 1.000 Anfragen bearbeitet. Hierfür erhielt SATERN eine nationale Ehrung. Während Hurrikan Katrina und Hurrikan Rita im Jahr 2005 wurden 25.508 als vermisst gemeldete Personen lokalisiert. 2005 erhielt mit SATERN erstmals eine Amateurfunk­organisation die Zuteilung von Frequenzen einer Bundesbehörde.[3] 2007 erteilte das Department of Homeland Security drei Rufzeichen (nicht Amateurfunkrufzeichen) an SATERN.

Jahr Katastrophe Erfolg
1988 Hurrikan Gilbert
1990 Tornado in Plainfield (Illinois)
1993 Mississippiflut 1993
1994 Absturz einer ATR 72 der American Eagle Airlines Siehe auch List der Flugunfälle 1994
1995 Erdbeben von Kōbe 1995
1998 Hurrikan Mitch
1999 Erdbeben von Gölcük 1999 Erste Phonieverbindung in die Türkei nach dem Erdbeben[4]
2001 Terroranschläge am 11. September 2001 Blutbank­koordination[5]
2003 Hurrikan Fabian
2004 atlantische Hurrikansaison 2004 Nationale Ehrung von SATERN für Vermisstensuche in über 1.000[4] Fällen
2005 Hurrikan Katrina und Hurrikan Rita Lokalisierung von 25.508 vermissten Personen,[4]

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das SATERN-Netzwerk dient der Unterstützung der Heilsarmee in Katastrophenfällen durch die Bereitstellung von Notfunk und Aufklärung über Verfügbarkeit von ausgebildeten Funkamateuren als manuelle Vermittlungsstellen. Neben SSB-Sprechfunk und Telegrafie werden auch moderne digitale Betriebsarten wie RTTY, Packet Radio und PSK31 sowie Amateurfunkdienst über Satelliten verwendet.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ken Cavallero: Communication in disaster: Salvation Army Team Emergency Radio Network. In: Caring. Band 16, Nr. 3, September 2010, ISSN 0738-467X, ZDB-ID 1336446-7, S. 41–42 (englisch).
  • Rick Lindquist: Global Amateur Radio Emergency Communications Conference 2014 Takes a Technological Tack. In: ARRL (Hrsg.): QST. Band 98, Nr. 11, November 2014, ISSN 0033-4812, S. 97 (englisch).
  • Cynthia M. Fagnonia: FEMA Should Update the Red Cross Role in Catastrophic Events and More Fully Assess Voluntary Organizations’ Mass Care Capabilities. In: United States Government Accountability Office (Hrsg.): GAO Reports. 23. September 2008 (englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bill Feist: When All Other Communications Fail, Try SATERN … Salvation Army USA, 11. April 2012, abgerufen am 5. Januar 2015 (englisch).
  2. SATERN Training. Salvation Army Kansas & Western Missouri Division, abgerufen am 9. Januar 2015 (englisch).
  3. a b c d SATERN Advancements. Salvation Army Team Emergency Radio Network, 4. April 2012, S. 3, archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 5. Januar 2015 (PDF; 0,1 MB, englisch).
  4. a b c d e SATERN History. SATERN, abgerufen am 27. April 2017 (englisch).
  5. a b Remembering 9–1-1. In: CQ Communications, Inc. (Hrsg.): CQ Amateur Radio. Nr. 11, November 2001, ISSN 0007-893X, S. 48–51 (englisch, nyc-arecs.org [PDF; abgerufen am 9. Januar 2015]).
  6. Patrick McPherson: The S.A.T.E.R.N. Story. In: Central News. Band 21, Nr. 6, Juni 1991 (englisch, salarmymokan.org [abgerufen am 9. Januar 2015]).