Klebriger Salbei
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Klebriger Salbei (Salvia glutinosa) | ||||||||||||
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Der Klebrige Salbei[1] (Salvia glutinosa), auch Gelber Salbei und Kleb-Salbei[2] genannt, ist eine Pflanzenart aus der artenreichen Gattung Salbei (Salvia) in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Er ist in Eurasien verbreitet.
Beschreibung
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Erscheinungsbild und Blatt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Klebrige Salbei wächst als sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 40 bis 80, selten bis zu 120 Zentimetern. Stängel, Laubblätter und Kelchblätter sind klebrig behaart (Indument). Der einfache, kräftige und stumpf 4-kantige Stängel wächst aufrecht. Im unteren Bereich ist er mehr oder weniger kahl, nach oben hin entwickelt er eine dicht klebrige und drüsige Behaarung.[2] Die klebrigen Drüsenhaare erfüllen vermutlich eine Schutzfunktion gegen Fressfeinde und kleine Insekten, die nicht der Bestäubung dienen.
Die gegenständig am Stängel angeordneten, 8 bis 15 Zentimeter langen, frischgrünen Laubblätter sind im unteren und mittleren Stängelabschnitt lang gestielt, im oberen oft sitzend. Die Blätter nehmen von unten nach oben rasch an Größe ab.[3] Die frischgrünen Blattspreiten sind spießförmig bis eiförmig oder im obersten Bereich mit keilig vorgezogenem Grund versehen. Die unteren Blätter sind ca. 6 bis 12 Zentimeter lang gestielt, wobei der Blattstiel eine rückwärts abstehende Behaarung aufweist.[3] Ihre lang und scharf zugespitzte Spreite wird etwa 8 bis 16 Zentimeter lang und 5 bis 12 Zentimeter breit. Blattober- und Blattunterseite zeigen eine lockere, weiche Behaarung. Die Spreite ist mit großen, spitzen Öhrchen versehen.[3] Der Blattrand ist grob unregelmäßig gesägt.[2]
Blütenstand, Blüte und Frucht
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Blütezeit erstreckt sich im Hochsommer[2] von Juli bis September.[4] Der Gesamtblütenstand besteht aus 6 bis 16 scheinquirligen Teilblütenständen mit je vier bis sechs Blüten.[2] Die kleinen Tragblätter des Blütenstandes sind krautig mit oval-lanzettlicher Spreite. Der Blütenstiel ist 3 bis 6 Millimeter lang[3] und weist eine drüsig flaumige Behaarung auf.[5]
Die zwittrige Blüte ist zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf grünen, drüsig behaarten Kelchblätter sind glockenförmig verwachsen, sie sind 12 bis 16 Millimeter lang[3] und zeigen eine ungeteilte, kurze und sehr breite Oberlippe. Die lebhaft gelb gefärbte und rotbraun punktierte oder gestreifte[2] Blütenkrone ist 3 bis 4,5 Zentimeter lang. Die Kronröhre springt deutlich hervor.[5] Die Oberlippe ähnelt von der Form einer Sichel[2] und ist etwa 15 Millimeter lang.[3] Die Unterlippe hat 2 breite abgerundete Seitenlappen und einen herabgeschlagenen, vorn verbreiterten, gezähnelten Mittellappen.[3] Je Blüte sind zwei Staubblätter vorhanden. Die oberen Konnektivschenkel der Staubblätter sind 6 bis 8 Millimeter lang und liegen gewöhnlich der Oberlippe an.[3] Die unteren Konnektivschenkel sind nur 3 bis 4 Millimeter lang und als angeschwollene, fast keulenförmige, kurz zusammenhängende Löffel mit ganz verkümmerten Antherenästen ausgebildet.[3] Der untere Narbenast in der Richtung des Griffels ist länger als der obere.[3] Die Klausenfrucht zerfällt in vier Klausen. Die Klausen besitzen eine Länge von 3,5 bis 3,8 Millimetern, eine Breite von 1,8 bis 2,0 Millimetern sowie eine Dicke von 1,1 bis 1,2 Millimetern.[4] Sie sind glatt und braun.[3]
Chromosomensatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Chromosomengrundzahl beträgt meist x = 8; es liegt meist Diploidie vor, also 2n = 16.[6][4]
Vorkommen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Klebrige Salbei ist von Südwest- über Mittel-, Ost- und Südosteuropa bis zu Kaukasusraum sowie Westasien verbreitet.[7][8] Es gibt Fundortangaben für das nördliche Spanien, Frankreich (inklusive Korsika), Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Polen, die ehemalige Tschechoslowakei, das ehemalige Jugoslawien, Ungarn, Bulgarien, Albanien, Griechenland, Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Ukraine, Krim, die Türkei, den nördlichen Iran.[8]
In Deutschland liegen die Hauptvorkommen in den südbayerischen Alpen und dem dortigen Alpenvorland.[9] In den Allgäuer Alpen steigt die Art im Tiroler Teil an der Rotwand bei Elbigenalp bis zu 1700 m Meereshöhe auf.[10] Im Puschlav steigt sie bis 1630 Meter, im Tessin bis 1650 Meter und im Val Müstair bis 1700 Meter Meereshöhe auf.[3]
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w (feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).[11]
Der Klebrige Salbei gedeiht in Laub- und Mischwäldern der Gebirge Mittel- und Südeuropas. Er gedeiht vor allem im Schatten und Halbschatten. Er bevorzugt frische und sickerfeuchte Schlucht- und Auwälder, Waldränder und Waldschläge. Er gedeiht am besten auf meist kalkfreien Böden, die jedoch reich an anderen basischen Kationen sind.[9] Er ist in Mitteleuropa eine Fagetalia-Ordnungscharakterart.[12]
Taxonomie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Erstveröffentlichung von Salvia glutinosa erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus 1, S. 26.[13][14][8] Synonyme für Salvia glutinosa L. sind: Sclarea glutinosa (L.) Mill., Glutinaria glutinosa (L.) Raf., Drymosphace glutinosa (L.) Opiz, Glutinaria acuminata Raf.[7] Das Artepitheton glutinosa bedeutet klebrig.
Ökologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Beim Klebrigen Salbei handelt es sich um einen mesomorphen bis hygromorphen Hemikryptophyten.[2][4] Er besitzt eine Pleiokorm-Pfahlwurzel als Speicherorgan. Dies bedeutet, dass eine sprossbürtige Bewurzelung möglich ist, selbstständige Individuen im Sinne von vegetativer Ausbreitung jedoch nicht entstehen.[9] Basale Achselknospen stellen die Innovation sicher.[4]
Ausbreitungseinheiten (Diasporen) sind gewöhnlich die klebrigen Kelche mit den darin enthaltenen Klausen. Sie unterliegen der Schwerkraftausbreitung und fallen als Ganzes ab oder bleiben an vorbeistreifenden Tieren und Menschen haften (Klettausbreitung[2], Epichorie[1]).[15] Die Samen sind Kälte- und Dunkelkeimer. Die Fruchtreife ist von September bis November.
Bestäubung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Blütenökologisch ist der Klebrige Salbei eine vormännliche „Eigentliche Lippenblume“, die wenig Pollen und viel Nektar anbietet[15][16]: Die Unterlippe dient als Landeplatz für die Bestäuber, die helmförmige Oberlippe verbirgt die beiden Staubblätter und den Griffel. Die meisten Blüten sind zwittrig, wobei die Narbenäste in der Regel erst nach den Staubbeuteln reifen (Proterandrie). Am Kronröhreneingang fungiert eine kleine zweigeteilte „Federklappe“ (evolutionär ein umgewandeltes ehemaliges Staubblatt-Paar) als „Schikane“, die größere Insekten erst nach hinten drücken müssen[17], um an den tief im Blütengrund angebotenen Nektar zu gelangen, wofür mindestens eine Rüssellänge von 15 mm erforderlich ist.[3] Die „Federklappe“ ist der sehr kurze Kraftarm einer gelenkig gelagerten, geschwungenen Wippe, deren langer Lastarm die beiden Staubblätter sind. Durch den Druck des Insekts wird der so genannte „Schlagbaum“-Mechanismus betätigt und drückt die beiden Staubblätter aus der Oberlippe heraus nach unten auf den Rücken des Insekts und bepudert ihn mit Pollen. Im weiteren Reifeprozess einer Blüte verwelken die Staubblätter und der anfangs nur wenig vorragende Griffel streckt sich, so dass er von Kopf und Rücken anfliegender Insekten Pollen aufnehmen kann. Durch den „Schlagbaum“-Mechanismus und die Vormännlichkeit werden die Blüten vorzugsweise fremdbestäubt, wenn die Bestäuberinsekten nacheinander Blüten im männlichen und weiblichen Reifestadium besuchen. Der Klebrige Salbei ist aber auch selbstkompatibel.[4]
In der Literatur wird der Klebrige Salbei als sehr biodiversitätsförderliche Insektenpflanze beschrieben, von der neben einigen Schmetterlings-, Schwebfliegen- und Käferarten insbesondere rund drei Dutzend Wildbienenarten profitieren.[16] Bei solchen Angaben handelt es sich in der Regel um kumulierte Zahlen aller dokumentierten Insektenbeobachtungen an den verschiedensten natürlichen Vorkommen von Klebrigem Salbei. In einem vermeintlichen Widerspruch dazu können Eindrücke entstehen, die bei sporadischen Beobachtungen an gärtnerischen Anpflanzungen im Siedlungsraum und außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebiets gewonnen werden:
Kleinere Insekten wie z. B. Maskenbienen können die „Schikane“ des Klebrigen Salbeis seitlich oder unterhalb umgehen und so an den Nektar gelangen, ohne zur Fremdbestäubung beizutragen. Die Große Holzbiene (Xylocopa violacea) kann aufgrund ihrer Körpergröße mühelos den „Schlagbaum“-Mechanismus großblütiger Salbeiarten wie z. B. auch des Muskatellersalbeis bedienen, besucht Blüten des Klebrigen Salbeis aber nur selten, wobei sie auch teilweise mit dem Rüssel zwischen Kelchblätter und Kronröhre sticht; meist wendet sie sich aber schnell wieder anderen Nahrungsquellen zu. Als fremdbestäubungswirksame Blütenbesucher sind dagegen regelmäßig und wiederkehrend Hummelarten mit mittlerer oder langer Rüssellänge (insbesondere Arbeiterinnen der Ackerhummel, aber auch Königinnen kurzrüsseliger Arten) zu beobachten, die sich dazu oftmals sehr tief in die Blüten hineinzwängen müssen. Honigbienen und vergleichbar große Wildbienenarten können die „Schikane“ nicht umgehen, bei ihren Körpergrößen aber auch den „Schlagbaum“-Mechanismus nicht oder nur sehr mühsam betätigen, sondern müssten sich ggf. durch – ebenfalls mühsames – Anstechen der Kronröhre („Nektarraub“) Zugang zum Nektar verschaffen; sie befliegen daher Klebrigen Salbei in der Regel nicht. Insbesondere wenn sich leichter zugängliche Nahrungsquellen in der Nähe anbieten, stellt sich daher meistens ein eher selektiver und verhaltenerer Insektenbesuch an Klebrigem Salbei ein[18], was aber seinen ökologischen Wert u. a. auch vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse zu den ernährungsphysiologischen Ansprüchen und Futtersuchpräferenzen der verschiedenen Insektenarten nicht schmälert.[19]
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Blüte im Längsschnitt
Synökologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Eulenfalterraupen von Messingeule und Wasserdost-Goldeule nutzen die Blätter des Kleb-Salbeis als Futterquelle. Beide Arten leben polyphag von der Pflanze. Die Wasserdost-Goldeule steht auf der Vorwarnstufe der Roten Liste.[2]
Aus der Unterfamilie Phylinae der Weichwanzen hat sich die Art Macrotylus quadrilineatus auf den Klebrigen Salbei spezialisiert. Sie saugt von dem Saft der Pflanze und verschmäht auch die kleinen Insekten nicht, die an der klebrigen Pflanze hängen bleiben.[20]
Als pflanzlicher Vollschmarotzer hat sich die Salbei-Sommerwurz Orobanche salviae aus der Gattung der Sommerwurzen auf den Klebrigen Salbei als Wirtspflanze spezialisiert. Die Salbei-Sommerwurz kommt im östlichen Voralpenland sehr selten, in den deutschen Alpen sehr zerstreut bis selten mit zurückgehenden Beständen vor; sie ist als stark gefährdet eingestuft.[21]
Eigenschaften und Verwendungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Volksmedizinische Anwendungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Osteuropa, insbesondere in Rumänien, gibt es mehrere ethnopharmakologische Anwendungen von Klebrigem Salbei: In der menschlichen Volksmedizin wurden für innerliche Anwendungen Wurzelauszüge (gegen Schwindel) sowie Blüten- und Blätteraufgüsse (bei Gastroenteritis mit Bauchschmerzen, Husten und Schweißausbrüchen) verwendet. Zur äußerlichen Behandlung wurden traditionell Abkochungen aus Stängeln, Blättern und Blüten bei Kopfschmerzen und Rheuma verwendet. Auch in der Tiermedizin kamen Zubereitungen aus Klebrigem Salbei zur Behandlung von Hautverletzungen, Bissen und Pfotenproblemen zum Einsatz. Darüber hinaus wird in einigen Dörfern Siebenbürgens traditionell ein Kräutertee bei Halsentzündungen verwendet. In anderen Teilen der Welt werden die Blätter der Pflanze zur Herstellung eines Gurgelmittels verwendet, das zur Behandlung von Mundgeschwüren und Halsschmerzen eingesetzt wird. In Italien werden die Blätter als Alternative zu Echtem Salbei bei der Behandlung von Kopfschmerzen und Angina pectoris, bei Fieberausbrüchen (Aufguss) und Bauchschmerzen (Sud aus Blättern) sowie als Verdauungstee eingesetzt.[22] Der Presssaft wurde in verschiedenen Regionen auch zur Behandlung von Wunden angewandt.[3]
Inhaltsstoffe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mehr als zwanzig, insbesondere in Ostasien beheimatete Salbeiarten enthalten in ihren verschiedenen Pflanzenteilen Diterpenoide der Gruppe der Tanshinone, die in den letzten Jahrzehnten aufgrund ihrer bioaktiven Eigenschaften (entzündungshemmende, antitumorale, antibakterielle, antivirale sowie antioxidative Wirkungen) zu einem Brennpunkt des pharmakologischen Forschungsinteresses wurden. Besonders interessant ist ihr potenzieller Einsatz in der Krebstherapie, da für mehrere Tanshinone ausgeprägte apoptotische und zytotoxische Effekte nachgewiesen wurden. Bekannt für seinen hohen Gehalt an Tanshinonen ist der in Japan und China heimische Rotwurzel-Salbei, dessen Wurzeln in der Traditionellen chinesischen Medizin vielfache Anwendung finden.[23]
Die dem Rotwurzel-Salbei sehr ähnliche Blütenmorphologie führte die Forschenden bei ihrer Suche nach alternativen Tanshinon-Quellen auch schnell zum ansonsten sehr wenig erforschten Klebrigen Salbei, was Ende der 1990er-Jahre durch erste Forschungsergebnisse bestätigt werden konnte. Ein umfassender Vergleich der Diterpen- und Tanshinon-Profile von Rotwurzel-Salbei und Klebrigem Salbei kam 2023 zu dem Ergebnis, dass die Wurzeln des Klebrigen Salbeis drei nicht im Rotwurzel-Salbei vorkommende Verbindungen, bei einer Verbindung vergleichbare Konzentrationen und bei sechs Verbindungen geringere Konzentrationen enthalten.[23] Eine 2022 erschienene Studie hat die Wirkungen wässeriger und ethanolischer Extrakte aus oberirdischen Teilen des Klebrigen Salbeis untersucht, wobei eine polyphenolreiche Zusammensetzung mit u. a. bedeutenden Mengen an Rosmarinsäure und Luteolinacetylglucosid festgestellt wurde, die für signifikante antioxidative und α-Glucosidase-hemmende sowie hemmende Wirkungen auf vier verschiedene menschliche Tumorzelllinien verantwortlich sein können.[22]
In einer Studie aus dem Jahr 2017 wurden die oberirdischen Teile von 40 verschiedenen in der Türkei vorkommenden Salbeiarten auf ihren Gehalt an terpenoiden Salvinorinen A und B untersucht. Dabei wurden in Proben des Klebrigen Salbeis rund 40 μg/g Salvinorin A und kein Salvinorin B gefunden.[24] Salvinorin A ist ein potentes dissoziatives Halluzinogen mit einer Wirkdosis ab 0,2 mg, das in erheblich höherer Konzentration im Aztekensalbei vorkommt, der daher in Deutschland seit 2008 nach Betäubungsmittelgesetz (BtMG) rechtlich als ein nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel eingestuft ist.
Verwendung in der Küche
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den Abruzzen werden die Blätter des Klebrigen Salbeis traditionell zum Würzen vieler Gerichte benutzt, z. B. Suppen, Braten, Leber, Rouladen, Bohnen, Tortellini, Soßen etc.[25] Die aromatischen Blätter werden auch zum Aromatisieren von Landweinen oder Likören zugesetzt. Ein Grappa-Museum empfiehlt, einem Liter Grappa fünf frische Blütenkronen hinzuzugeben und zwei Monate lang in Sonne und Helligkeit zu lagern, um damit eine gelblich-grüne Färbung und ein zartes Aroma zu erzielen.[26]
Gärtnerische Verwendungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Klebrige Salbei kommt mit vielen Böden und Standortbedingungen zurecht. Am besten wächst er auf nährstoff- und humusreichen Böden, die auch etwas kalkhaltig sein dürfen. Nachdem er sich etabliert hat, ist er sehr trockenheitsverträglich, bevorzugt aber mäßig feuchte bis feuchte Standorte. Er gilt als Schatten- bis Halbschatten-Pflanze.[27] Als Winterhärte wird üblicherweise die USDA-Klimazone 5 (bis −28 °C) angegeben.[16]
Mit diesen Eigenschaften kann er für naturnahe Waldgärten und sonnige bis schattige Gehölzränder – auch zur Unterpflanzung und Bodenbedeckung – eingesetzt werden. In solchen Umgebungen entfaltet das hell-grüne, großblättrige Laub am besten seine Zierwirkung. In Gartenbereichen mit Bauerngarten-Charakter und anderen Kräuterbeeten eignet er sich gut für schattigere Bereiche, wo mediterrane Kräuter zu wenig Licht bekommen.[28]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Salvia glutinosa L., Kleb-Salbei. auf FloraWeb.de
- Klebriger Salbei. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.; aktuell nicht erreichbar, Archivlink: [1]
- Thomas Meyer: Salbei Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)
- Günther Blaich: Datenblatt mit Fotos.
- Gerhard Nitter: Datenblatt mit Fotos.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b Klebriger Salbei – Steckbrief und Verbreitungskarte für Bayern. In: Botanischer Informationsknoten Bayerns
- ↑ a b c d e f g h i j Salvia glutinosa L., Kleb-Salbei. auf FloraWeb.de
- ↑ a b c d e f g h i j k l m n Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 4. Verlag Carl Hanser, München 1964. S. 2485–2487
- ↑ a b c d e f Salvia glutinosa L. - Lamiaceae - Klebriger Salbei. In: BiolFlor-Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland. Archiviert vom ; abgerufen am 20. Februar 2024.
- ↑ a b Salvia glutinosa - Eintrag bei Tela botanica - Le réseau de la botanique francophone.
- ↑ Salvia glutinosa bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
- ↑ a b Salvia glutinosa. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 27. Mai 2015.
- ↑ a b c Salvia glutinosa im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 28. Mai 2015.
- ↑ a b c Eckehart J. Jäger (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. Begründet von Werner Rothmaler. 20., neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-8274-1606-3, S. 679.
- ↑ Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 416.
- ↑ Salvia glutinosa L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 2. April 2021.
- ↑ Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 809.
- ↑ Linné 1753 eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
- ↑ Salvia glutinosa bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 28. Mai 2015.
- ↑ a b Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
- ↑ a b c Klebriger Salbei. In: NaturaDB. Maseto GmbH, abgerufen am 6. Oktober 2025.
- ↑ Martin Reith, Gisela Baumann, Regine Claßen-Bockhoff, Thomas Speck: New Insights into the Functional Morphology of the Lever Mechanism of Salvia pratensis (Lamiaceae). In: Oxford University Press (Hrsg.): Annals of Botany. Nr. 100, 10. April 2007, ISSN 0305-7364, doi:10.1093/aob/mcm031 (englisch, nih.gov [PDF] anschauliche Bilder vom Wiesensalbei, weitestgehend auf Klebrigen Salbei übertragbar; EISSN=1095-8290).
- ↑ Anmerkung: Abgeleitet aus intensiven eigenen Beobachtungen in einem privaten Versuchsgarten über den gesamten Blühzeitraum 2025. gez. velotopist
- ↑ Khara W. Stephen, Katherine D. Chau, Sandra M. Rehan: Dietary foundations for pollinators: nutritional profiling of plants for bee health. In: Frontiers in Sustainable Food Systems. Band 8, 26. Juni 2024, doi:10.3389/fsufs.2024.1411410 (englisch, die Studie behandelt insbesondere die Pollenzusammensetzung, die aber auch eng mit der Nektarsuche der Insekten verknüpft ist.).
- ↑ Macrotylus quadrilineatus. In: Deutschlands Natur – Der Naturführer für Deutschland. Randolf Manderbach, abgerufen am 6. Oktober 2025.
- ↑ Thomas Meyer: Salbei-Sommerwurz. In: Flora-de: Flora von Deutschland. Abgerufen am 8. Oktober 2025.
- ↑ a b Alexandru Nicolescu, Mihai Babotă, Maria Ilea, Maria Inês Dias, Ricardo C Calhelha, Laura Gavrilaș, Gabriele Rocchetti, Gianina Crișan, Andrei Mocan, Lillian Barros, Alina Elena Pârvu: Potential therapeutic applications of infusions and hydroalcoholic extracts of Romanian glutinous sage (Salvia glutinosa L.). In: Frontiers in pharmacology. Band 13. Frontiers Media, 19. August 2022, doi:10.3389/fphar.2022.975800 (englisch).
- ↑ a b Arpine Ayvazyan, Lenard Deutsch, Christian Zidorn, Brigitte Kircher, Serhat S Çiçek: Cytotoxic diterpenoids from Salvia glutinosa and comparison with the tanshinone profile of danshen (Salvia miltiorrhiza). In: Frontiers in plant Science. Band 14. Frontiers Media, 4. Dezember 2023, doi:10.3389/fpls.2023.1269710 (englisch).
- ↑ Seda Damla Hatipoglu, Burhanettin Yalcinkaya, Muslum Akgoz, Turan Ozturk, Ahmet C Goren, Gulacti Topcu: Screening of Hallucinogenic Compounds and Genomic Characterisation of 40 Anatolian Salvia Species. In: Phytochemical analysis. Band 28, Nr. 6. John Wiley & Sons, 19. Juli 2017, doi:10.1002/pca.2703 (englisch).
- ↑ Riccardo Motti: Wild Plants Used as Herbs and Spices in Italy: An Ethnobotanical Review. In: MDPI (Hrsg.): Plants. Band 10, Nr. 3, 16. März 2021, doi:10.3390/plants10030563 (englisch).
- ↑ Der Salbei: vom Arznei- zum Lebensmittel. Poli Museo della Grappa srlu, abgerufen am 9. Oktober 2025.
- ↑ Salvia glutinosa Klebriger Salbei. In: Ökologie-Seite. René Rausch, abgerufen am 8. Oktober 2025.
- ↑ Salvia glutinosa // Klebriger Salbei, Wald-Salbei, Flohkraut. In: galasearch - Die Pflanzendatenbank der Gartenarchitektur. galasearch GbR, abgerufen am 8. Oktober 2025.