Drütte

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Dieser Artikel behandelt den Stadtteil Drütte der kreisfreien Stadt Salzgitter, zum Konzentrationslager Drütte siehe KZ Salzgitter-Drütte.

52.1510.4592Koordinaten: 52° 9′ 0″ N, 10° 27′ 0″ O

Drütte
Ortswappen von Salzgitter-Drütte
Höhe: 92 m
Fläche: 4,55 km²
Einwohner: 403 (31. Dez. 2013)
Eingemeindung: 1. April 1942
Eingemeindet nach: Watenstedt-Salzgitter
Postleitzahl: 38239
Vorwahl: 05341
Karte

Lage von Drütte in Salzgitter

Drütte ist einer der insgesamt 31 Stadtteile der kreisfreien Stadt Salzgitter in Niedersachsen, gelegen in der Ortschaft „Ost“.

Geschichte[Bearbeiten]

Michaeliskirche in Salzgitter-Drütte

Drütte wurde 830–840 unter den Namen Tritidi erstmals erwähnt[1] und ist heute ein kleines Dorf.

Drütte gehörte bis zum 31. März 1942 zum Landkreis Wolfenbüttel und wurde durch einen Verwaltungsakt am 1. April 1942 ein Teil der Großstadt Watenstedt-Salzgitter. Am 23. Januar 1951 wurde diese amtlich in Salzgitter umbenannt. In Salzgitter-Drütte befindet sich die Salzgitter AG, mit vielen Tochterunternehmen wie zum Beispiel der Deutsche-Erz-und-Metall-Union oder der Salzgitter Flachstahl GmbH, die für den Konzern flachgewalzte Stähle für den nationalen und internationalen Markt produziert sowie als Vormateriallieferant für andere Konzerngesellschaften tätig ist. Die Salzgitter AG in Drütte ist ein Nachfolgeunternehmen der Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten „Hermann Göring“, ursprünglich 1937 für die Rüstungs- und Waffenherstellung des Dritten Reiches gegründet. Siehe auch KZ Salzgitter-Drütte und Zwangsarbeiter/innen-Begräbnisstätte Jammertal.

Politik[Bearbeiten]

Drütte hat als Teil der Ortschaft Ost von Salzgitter einen gemeinsamen Ortsrat mit den zur Ortschaft gehörenden Stadtteilen Bleckenstedt, Hallendorf, Immendorf und Watenstedt.

Ortsbürgermeister ist Karl-Heinz Schünemann (SPD).[2]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen von Salzgitter Drütte zeigt im unteren Teil des diagonal geteilten Schildes einen Pflug mit Sumpfpflanzen auf grünem Grund. Der grüne Hintergrund weist, wie auch der Pflug, auf die Landwirtschaft hin, die seit Hunderten von Jahren in Drütte betrieben wird. Die Sumpfpflanzen symbolisieren die Auelandschaften, an denen der Ort lag und die trockengelegt wurden. Im oberen Teil ist auf blauem Grund eine Blechwalze abgebildet, die auf das Hüttenwerk verweist, das Ende der 30er Jahre auf Teilen der Gemarkung Drütte errichtet worden war. Das Blau steht für Stahl und Blech. Das Wappen wurde im Dezember 2007 von einer Bürgerversammlung als Ortswappen von Salzgitter-Drütte angenommen.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Quellen: Die Bevölkerungszahlen von 1821 bis 2000 basieren auf dem Statistischen Jahrbuch des Referats für Wirtschaft und Statistik der Stadt Salzgitter.[4] Die Bevölkerungsstatistik ab 2001 basiert auf den statistischen Monatsberichten der Stadt Salzgitter (Einwohner mit Hauptwohnsitz) gemäß Melderegister zum Monatsende Dezember.[5]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Drütte, an dem sich die Bahnstrecke Braunschweig–Kreiensen und die Bahnstrecke Braunschweig–Derneburg trennen, wird heute ohne Personenzughalt durchfahren.

Flachsrotten in Drütte[Bearbeiten]

Flachsrotte in Salzgitter-Drütte

Flachsrotten wurden in Drütte seit dem Jahre 1607 genutzt. Diese Flachsrotte liegt an der südlichen Ortsgrenze direkt neben dem Brückenbach, sie ist etwa 8 m breit und 75 m lang. Die Flachsrotte kann über die Bundesstraße 248 oder den von Immendorf nach Thiede verlaufenden Radweg 31 erreicht werden. Auf beiden Seiten der Flachsrotte gibt es alten Baumbestand, aber auch viele junge Bäume, Büsche und Sträucher haben hier ausgetrieben. Der ökologische Wert dieser ehemaligen Flachsrotte ist für Pflanzen, Kleintiere und Vögel von großer Bedeutung.

Insektenhotel an den Flachsrotten in Drütte[Bearbeiten]

Insektenhotel in Salzgitter-Drütte

Für das Insektenhotel wurde ein Standort nahe der Flachsrotte gewählt, weil dort Wasser vorhanden ist und an diesem Standort eine ökologische Vielfalt angestrebt wird. Der Bau ist nach Süden ausgerichtet, um so eine optimale Erwärmung durch die Sonne zu erreichen. Im Stroh hinter dem Weidengeflecht können Florfliegen, Schmetterlinge, Marienkäfer und ebenfalls Ohrkneifer leben. Hohlsteine dienen verschiedene Wespenarten, etwa Schlupfwespen oder Grabwespen, als Unterschlupf. Auf der Rückseite sind zwei Kästen für Fledermäuse angebracht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Literatur über Drütte Katalog der DNB
  • Flachsrotten – Historische Elemente der Kulturlandschaft, Hrsg: Braunschweigische Landschaft e. V., Jahrgang 1998, Autoren: Arbeitsgemeinschaft Drütte
  • Hotel mit mehr als 1000 Betten in Drütte, Salzgitter Zeitung vom 14. November 2009, Autoren: Alexandra Ritter und Arbeitsgemeinschaft Drütte

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Drütte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Kirstin Casemir: Die Ortsnamen des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter. Verlag für Regionalgeschichte, 2003, ISBN 3-89534-483-4, S. 129-132.
  2. Ortsrat der Ortschaft Ost der Stadt Salzgitter
  3. Drütte hat sich ein eigenes Wappen gegeben, Salzgitter Zeitung vom 17. Dezember 2007
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatReferat für Wirtschaft und Statistik: Statistisches Jahrbuch 2010. Stadt Salzgitter, 11. November 2010, S. 31–108, abgerufen am 15. Januar 2013 (Gesamtzahl Wohnberechtigter (Haupt- und Nebenwohnsitz) © Stadt Salzgitter).
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatReferat für Wirtschaft und Statistik: Statistische Monatsberichte der Stadt Salzgitter. Stadt Salzgitter, abgerufen am 15. Januar 2014 (Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung © Stadt Salzgitter).