Sam-Browne-Gürtel

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US-General John Pershing, 1918
Pornodarsteller Tober Brandt, 2007

Der Sam-Browne-Gürtel ist ein breiter Gürtel, in der Regel aus Leder, der von einem Riemen gehalten wird, der diagonal über die rechte Schulter führt.[1]

Dieser Gürtel wurde vom britischen General Samuel James Browne erfunden, nachdem er im Range eines Lieutenant Colonel 1858 in Indien im Einsatz seinen linken Arm durch einen Säbelhieb verloren hatte. Nach seiner Genesung hatte er Schwierigkeiten, seinen Säbel mit nur einem Arm aus der Scheide zu ziehen, die beim Ziehen des Säbels mit der linken Hand festgehalten und stabilisiert wurde. Er entwickelte daraufhin einen Gürtel, den ein Schulterriemen hielt.[2] Der ursprüngliche Gürtel hatte zwei gekreuzte Schulterriemen,[3] um neben dem Säbel auch eine Pistolentasche befestigen zu können. Die Britische Armee führte den Sam-Browne-Gürtel im Zweiten Burenkrieg (1899–1902) ein. Danach übernahmen ihn viele Militär- und Polizeieinheiten des Britischen Weltreichs sowie andere Staaten, z. B. die Vereinigten Staaten, Frankreich oder Deutschland.[2]

Der Gürtel war bei den amerikanischen Offizieren der in Europa im Ersten Weltkrieg kämpfenden American Expeditionary Forces beliebt, wo er zunächst inoffiziell getragen wurde. Die United States Army führte ihn 1921 offiziell ein.[4] Die Nationalsozialisten kopierten einige Symbole des Britischen Weltreichs und führten unter anderem den Sam-Browne-Gürtel ein.[5] Sowohl Adolf Hitler als auch Benito Mussolini favorisierten ihn bei offiziellen Anlässen.[6]

Die Wehrmacht, in der dieser Gürtel von Offizieren getragen wurde, schaffte den Schulterriemen bereits im Polenfeldzug im Jahre 1939 ab, weil die Offiziere daran im Feld gut zu erkennen waren und so ein bevorzugtes Ziel für feindliche Scharfschützen boten.[7] Die United States Army entfernte ihn 1941. Ende des 20. Jahrhunderts ging der Gebrauch allgemein zurück. Jedoch ist der Sam-Browne-Gürtel ein Bestandteil vieler Paradeuniformen geblieben.[1][2][4]

Neben anderen militärischen Uniformteilen hat er sich ab den 1970er Jahren in der Lederszene, einem Teil der BDSM-Szene, als Stilelement etabliert.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sam-Browne-Gürtel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Sam Browne belt, Encyclopædia Britannica
  2. a b c Christopher Jobson: Looking Forward, Looking Back: Customs and Traditions of the Australian Army, Verlag Big Sky Publishing, 2016, ISBN 978-0-9803251-6-4, S. 28 [1]
  3. Morton S. Freeman: A New Dictionary of Eponyms, Oxford University Press, 1997, ISBN 978-0-19-509354-4, S. 227 [2]
  4. a b Edwin Kennedy Jr.: Sam Browne belt in: Historical Dictionary of the U.S. Army, Verlag Greenwood Publishing Group, 2001, ISBN 978-0-313-29322-1, S. 410 [3]
  5. Roger A. Beaumont: The Nazis' March to Chaos: The Hitler Era Through the Lenses of Chaos-complexity Theory, Verlag Greenwood Publishing Group, 2000, ISBN 978-0-275-96708-6, S. 133 [4]
  6. Robert Sawyer: Shakespeare Between the World Wars: The Anglo-American Sphere, Verlag Springer, 2017 ISBN 978-1-137-58218-8
  7. Heinz Karst: Das Bild des Soldaten: Versuch eines Umrisses, Verlag Boldt, 1964, S. 156 [5]
  8. Adam Geczy, Vicki Karaminas: Queer Style, Bloomsbury Publishing, 2013, ISBN 978-1-4725-3534-4, S. 110 [6]