Samba (Tanz)

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Samba
Technik: Latein
Art: Paartanz, Gesellschaftstanz, Turniertanz
Musik: Samba, Popmusik
Taktart: 2/4-Takt
Tempo: 50-52 TPM
Herkunft: Brasilien
Entstehungszeit: 20. Jahrhundert
Liste von Tänzen

Der Samba, auch die Samba[1], (portugiesisch o samba, häufig auch „die Samba“) ist ein Gesellschaftstanz im 2/4-Takt, der sich aus dem im Laufe des 19. Jahrhunderts entstandenen gleichnamigen brasilianischen Volkstanz mit afrikanischen Wurzeln entwickelte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war Samba ein Sammelname für viele Tanzformen, die im 19. Jahrhundert von afrikanischen Sklaven aus dem Kongo, dem westlichen Sudan und Angola in ihre neue Heimat Brasilien eingeführt wurden. Der Rhythmus der getrommelten batuques gilt als Ursprung der Sambamusik, der samba de roda, ein Kreistanz (port. roda, dt. Rund, Kreis), gilt als Ursprung des heutigen brasilianischen Samba.[1]

Mit Hilfe des samba de roda, einem Mix aus Tanz, Musik und Poesie drückte das afrikanische Volk seine Geschichte, Kultur und die Traditionen aus, die viel von Leid geprägt waren. Man tanzte ihn im Kreis, wobei sich immer zwei Tänzer in der Mitte befanden, durch Zurufe der anderen angefeuert und am Ende durch andere aus dem Kreis abgelöst wurden. Zur Begleitung benutzte man dabei nicht nur Trommel und andere typische brasilianische Instrumente, sondern es wurde auch geklatscht oder mit Besteck, Gläsern und Tellern Musik gemacht.[2] Seit den Jahren um 1920 ist Samba der Haupttanz des Karnevals in Rio.[1]

1910 kam die Maxixe, ein dem Tango Argentino verwandter enger Paartanz, aus Brasilien nach Europa, konnte sich dort jedoch nicht durchsetzen. Unter dem Namen „Samba“ tauchte die Maxixe 1924 und 1925 in Turnierprogrammen wieder auf, wiederum ohne großen Durchbruch.

Dieser gelang nach dem Zweiten Weltkrieg als der Samba zum festen Repertoire vieler Tanzkapellen gehörte. Während der Anfangszeit des Wirtschaftswunders 1948/49 erreichte der Samba in einer sehr vereinfachten Form große Popularität, z. B. durch Titel wie Am Zuckerhut, am Zuckerhut, da gehts den Senoritas gut.

In den Jahren danach nahmen Tanzschulen den Samba mit Erfolg in ihr Programm auf, und 1959 wurde er ebenfalls in das Turnierprogramm der lateinamerikanischen Tänze aufgenommen.

Charakteristik und Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dario Pizzo and Karen d'Albundo, Frankreich, bei der Austrian Open Championships Vienna, 2012

Der ursprünglich aus der afrobrasilianischen Musik stammende Musik- und Tanzstil gehört in seiner europäischen Variante zu den fünf lateinamerikanischen Tänzen und hat kaum noch etwas mit der ursprünglichen brasilianischen Tanzform gemeinsam. Typisch für den Samba sind deutliche, schnelle Hüftbewegungen und das Bouncen genannte Vor-und-Zurück des Unterkörpers. Da der Samba kein stationärer Tanz ist, entsteht eine fließende Bewegung über das Parkett.

Rhythmus und Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samba wird auf Turnieren bei einem Tempo von 44 bis 53 Takten pro Minute getanzt. Es gibt verschiedene Rhythmen im Samba. Einmal wird zwischen Körper- und Fußrhythmus unterschieden. Der Körperrhythmus wird durch eine Vorwärts-Rückwärtsbewegung des Beckens wiedergegeben, jeweils auf „slow“. Je nach Art der getanzten Figur entsteht ein unterschiedlicher Rhythmus der Füße. Der Grundrhythmus der mehr stationären Figuren wird mit dem englischsprachigen Zählmaß one-a-two bezeichnet. Dabei besteht ein 2/4-Takt aus drei Schritten, der erste Schritt nimmt 3/4 eines Schlags ein, der zweite 1/4 und der dritte Schritt einen ganzen Schlag. Dieser Grundrhythmus wird häufig variiert, beispielsweise werden gelaufene Figuren im Rhythmus „Slow-quick-quick“ oder auch „Quick-quick-slow“ gezählt. In einigen Figuren wird hiervon ein „slow“ aufgelöst, so dass sich ein Rhythmus „Slow-quick-quick-quick-quick-quick-quick“ ergibt. Möchte man den brasilianischen Ursprüngen des Tanzes näherkommen, so können mehr als eine Vor-Rückbewegung der Hüfte auf einen Schlag getanzt werden; möglich sind drei Hüftbewegungen je Takt. Dies sind die Batucadas, was auch eine Bezeichnung für eine Stilrichtung der Samba ist. Wird ein „Quick“ in einer Figur getanzt, entfällt im Übrigen das Bouncen.

Disco-Samba[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Disco-Samba ist eine einfache Zweischritt-Form des Samba, bei der das Stütz-Platz (Schritte 2 und 3) durch ein einfaches Tap, also ein Heranschließen des Fußes ohne Gewicht, ersetzt wird. Sie kommt ohne Hüft- und Bouncebewegung aus.

Der aufgrund des einfachen Schrittmusters leicht zu erlernende Disco-Samba wurde 2012 in das Welttanzprogramm aufgenommen. Als Inhalt der Tanzstunden für Anfänger vermitteln ihn vor allem solche ADTV-Tanzschulen, die in ihren ersten Kursstufen das Welttanzprogramm unterrichten.[3]

Disco-Samba kann als Vorstufe zur anspruchsvolleren 3-Schritt-Version angesehen werden. Manche Tanzschulen behalten diese 2-Schritt-Variante aber auch als eigenständigen Tanz bei.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helen Ann Augst: Das große Buch der lateinamerikanischen Tänze: Von Cha-Cha-Cha bis Samba. Humboldt-Taschenbuchverlag, München 1995, ISBN 3-581-66966-8.
  • Gertrude Krombholz, Astrid Leis-Haase: Richtig Tanzen 1: Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso-Doble, Jive – mit Mambo/Salsa. BLV, München 1989, ISBN 3-405-13745-4.
  • ISTD (Hrsg.): Latin American Samba London, 2000
  • Walter Laird: Technique of Latin Dancing, Brighton, 1998

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikibooks: Samba – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Brockhaus: Musik. Mannheim u. Leipzig 2006, Lemma Samba
  2. http://tanz-lehrer.com/lateinamerikanische-taenze/samba/
  3. Tanzen.de: Das Welttanzprogramm