Sambir

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Самбір.jpg
Sambir
Самбір
Wappen von Sambir
Sambir (Ukraine)
Sambir
Sambir
Basisdaten
Oblast: Oblast Lwiw
Rajon: Kreisfreie Stadt
Höhe: 295 m
Fläche: 13,00 km²
Einwohner: 36.218 (2004)
Bevölkerungsdichte: 2.786 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 81412
Vorwahl: +380 3236
Geographische Lage: 49° 31′ N, 23° 12′ OKoordinaten: 49° 31′ 0″ N, 23° 12′ 0″ O
KOATUU: 4610900000
Verwaltungsgliederung: 1 Stadt
Bürgermeister: Yuri Hamar
Adresse: пл. Ринок 1
81400 м. Самбір
Statistische Informationen
Sambir (Oblast Lwiw)
Sambir
Sambir
i1
Rathaus

Sambir (ukrainisch Самбір; deutsch Sombor, polnisch Sambor, russisch Самбор/Sambor) ist eine ukrainische Stadt mit etwas mehr als 36.000 Einwohnern in der Oblast Lwiw.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sambir liegt in der Vorkarpaten-Ebene am Oberlauf des Flusses Dnister, 74 km südwestlich der Bezirkshauptstadt Lemberg, etwa 40 km östlich der ukrainischen Grenze zu Polen. Die nächstgrößere Stadt ist Drohobytsch, die Stadt selbst ist das Rajonszentrum des gleichnamigen Rajons Sambir, jedoch verwaltungstechnisch kein Teil desselben, sondern direkt der Oblastverwaltung unterstellt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1199 wurde Sambor erstmals erwähnt als Teil des Fürstentums Halytsch-Wolhynien.

Nach dem Überfall der Goldenen Horde 1241 siedelte ein Teil der Bevölkerung an die jetzige Stelle und gründete den Ort Nowyj Sambor (Neu-Sambor). Der ursprüngliche Ort erhielt die Bezeichnung Staryj Sambor (Alt-Sambor) und existiert bis heute.

1340 kam Sambor zum Königreich Polen, 1366 wurde es in die die neugegründete Woiwodschaft Ruthenien eingegliedert, als Sitz eines Powiat Sambor im Przemyśler Land (Ziemia Przemyśka).

1387 kam es kurzzeitig unter ungarische Herrschaft.

Unter König Władysław II. Jagiełło bekam Sambor 1390 das Magdeburger Stadtrecht. In der Folgezeit kamen zahlreiche deutsche und jüdische Bewohner in die Stadt.

Bekannt wurde die Stadt durch ihre Salzbergwerke. Sie war schon im 14. Jahrhundert ein Zentrum der Salzgewinnung.

Sambor, Rynek (Ring), 1901

1569–1772 war sie Teil der Ziemia Lwowska (Lemberger Land) der Adelsrepublik Polen-Litauen.

Zwischen 1772 und dem Ende des Ersten Weltkrieges war es im österreichischen Kronland Königreich Galizien und Lodomerien gelegen, hier wurde sie 1850 zum Sitz der Bezirkshauptmannschaft Sambor[1] bestimmt, 1867 kam noch ein Bezirksgericht im Ort dazu, beides existierte dann bis 1918.

Nach dem Ersten Weltkrieg war die Stadt kurzfristig Teil der Westukrainischen Volksrepublik, gehörte dann aber nach der Nichtanerkennung der Curzon-Linie durch Polen bis 1939 zum polnischen Staat und lag hier ab 1921 in der Woiwodschaft Lemberg.

Während des Zweiten Weltkrieges besetzten auf der Grundlage des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes zunächst sowjetische Truppen die Stadt, bis nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion die Stadt dem Generalgouvernement einverleibt wurde. Mit dem Kriegsende wurde ihre Eingliederung in die Ukrainische Unionsrepublik der UdSSR vollzogen, die 1991 ein souveräner Staat wurde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Universität
  • Ruine des Schlosses (16. Jahrhundert)
  • Kirche St. Johannes der Täufer (1530–1568)
  • Kloster der Bernhardiner (17. Jahrhundert)
  • Kloster der Brigitten (17. Jahrhundert)
  • Rathaus (17.–19. Jahrhundert)
  • Kirche der Heiligen Valentina und der Wundertätigen Muttergottes von Sambir (18. Jahrhundert)
  • Bürgerhäuser am Markt (17.–20. Jahrhundert)

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon im 14. Jahrhundert war die Stadt ein Zentrum der Salzgewinnung. Von wirtschaftlicher Bedeutung ist die Holzindustrie.

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sambir ist mit Oświęcim in Polen partnerschaftlich verbunden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sambir – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reichsgesetzblatt vom 8. October 1850, Nr. 383, Seite 1741