Same (Manufahi)

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Same
Same (Osttimor)
Same
Same
Koordinaten 9° 0′ S, 125° 39′ OKoordinaten: 9° 0′ S, 125° 39′ O
Manufahi subdistricts.png
Basisdaten
Staat Osttimor

Gemeinde

Manufahi
Verwaltungsamt Same
Suco Letefoho, Babulo
Höhe 384 m
Einwohner 11.258 (2010)
Zentrum von Same
Zentrum von Same

Same (gesprochen Sah-may) ist die Hauptstadt der osttimoresischen Gemeinde Manufahi. Während der portugiesischen Kolonialzeit war auch die Gemeinde nach ihrer Hauptstadt benannt. In den 1930er Jahren wurde Same von den Portugiesen, nach dem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor Filomeno da Câmara de Melo Cabral, in Vila Filomeno da Câmara umbenannt. Doch der Name setzte sich nicht durch und einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte man zum alten Namen zurück.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Ortsteile von Same
Orte Position[2] Höhe Orte Position Höhe
Akadiruhun 9° 1′ S, 125° 39′ O 278 m Babulo 9° 1′ S, 125° 39′ O 246 m
Cotalala 9° 0′ S, 125° 39′ O 384 m Lapuro 9° 2′ S, 125° 39′ O 246 m
Lia-Nai 9° 1′ S, 125° 38′ O 457 m Maibuti 9° 1′ S, 125° 38′ O 332 m
Manico 1 9° 0′ S, 125° 39′ O 384 m Manico 2 9° 0′ S, 125° 38′ O 425 m
Manikun 9° 1′ S, 125° 38′ O 578 m Nunu-Fu 9° 1′ S, 125° 39′ O 332 m
Raimera 9° 1′ S, 125° 39′ O 348 m Rai-Ubo 9° 0′ S, 125° 39′ O 411 m
Ria-Lau 9° 1′ S, 125° 39′ O 348 m Same 9° 0′ S, 125° 39′ O 384 m
Searema 9° 1′ S, 125° 39′ O 332 m Uma-Liurai 9° 1′ S, 125° 39′ O 301 m
Klimadiagramm von Same[3]

Die Stadt liegt im Inselinneren, 49 km südlich von der Landeshauptstadt Dili, auf einer Meereshöhe von 384 m im Verwaltungsamts Same. Nördlich liegt der Berg Cabalaki (Foho Kabulaki). Das Zentrum befindet sich im Suco Letefoho. Hier liegen die Ortsteile Ria-Lau (Rialau), Manico 1, Manico 2, Cotalala (Kotalala), Rai-Ubo (Raiubu) und Akadiruhun. Die Vororte Manikun, Lia-Nai (Lianai), Maibuti (Maihuti), Raimera (Raimerak), Searema (Scarema, Serema), Uma-Liurai (Umaliurai, Umahurai), Nunu-Fu (Nunufu), Babulo und Lapuro (Laiuru) liegen im Suco Babulo. Der Verwaltungssitz des Verwaltungsamts Same liegt nördlich im Suco Holarua.[4] Eine Überlandstraße führt von Same nach Maubisse im Norden und Betano im Süden. Eine Abzweigung führt nach Alas und Welaluhu im Osten.[5] Beide Sucos sind als „urban“ klassifiziert.

In Same liegen eine Vorschule, sechs Grundschulen, drei Prä-Sekundärschulen und eine Sekundärschule. Außerdem gibt es eine Polizeistation, einen Hubschrauberlandeplatz und ein kommunales Gesundheitszentrum.[6] Vom alten Marktgebäude sind seit seiner Zerstörung durch die Indonesier nur noch die Betonmauern übrig. Ebenfalls in Ruinen liegt die Ave-Maria-Kirche. Sie wurde aber bereits im Zweiten Weltkrieg durch die Japaner zerstört. Am Rande des Ortes liegt der Fatu Maromak, ein kleiner Berg mit Marienschrein und einer kleinen Höhle.

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mädchen in traditioneller Tracht in Same

Same hat 11.258 Einwohner (Stand 2010).[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruinen der Ave-Maria-Kirche von Same

Same war die Hauptstadt des Reiches von Manufahi. Boaventura, der Liurai von Manufahi und sein Vater Duarte führten zwischen 1895 und 1912 mehrere große Revolten gegen die damalige portugiesische Kolonialmacht an. Boaventura vereinigte dabei mehrere timoresische Reiche zur größten Widerstandsbewegung, auf die die Portugiesen während der Kolonialzeit auf Timor trafen. Erst während der Rebellion von Manufahi 1911/12 wurde mit loyalen Timoresen und portugiesisch-afrikanischen Truppen aus Mosambik und teils sogar aus Angola der Aufstand endgültig geschlagen und Boaventura in Betano gefangen genommen. Er starb kurz darauf auf der Insel Atauro. Osttimoresische Quellen schätzen, dass bei der letzten Revolte zwischen 15.000 und 25.000 Menschen getötet und viele Tausend mehr gefangen genommen und eingekerkert wurden.[8][9]

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Portugiesisch-Timor von den Japanern besetzt. Ihnen widersetzten sich, während der Schlacht um Timor, australische Truppen im Guerillakampf. Die alte Kirche von Same wurde während der Besatzung zerstört. Ihre Ruinen stehen noch heute in der Nähe des Ortes.

1975 marschierten die Indonesier in Osttimor ein. Bis Oktober 1976 waren auch die wichtigsten Städte wie Same besetzt. Ende 1979 gab es in Same ein indonesisches Lager für Osttimoresen, die zur besseren Kontrolle von den Besatzern umgesiedelt werden sollten.[10]

1999 wurde die Stadt Same, während der Unruhen im Umfeld des Unabhängigkeitsreferendum in Osttimor, nahezu komplett von pro-indonesischen Milizen zerstört. 2001 wurde in Boroondara (Bundesstaat Victoria/Australien) der Freundschaftskreis Friends of Same gegründet, der Hilfsprojekte in der Region unterstützt.

Am 1. März 2007 wurde der flüchtige Rebellenführer Alfredo Reinado in Same zusammen mit 150 Mann von australischen ISF-Soldaten eingeschlossen. Zu ihm gesellten sich Gastão Salsinha, ein weiterer Anführer der rebellierenden Soldaten und der unabhängige Parlamentsabgeordneter Leandro Isaac, um ihn zu unterstützen. Etwa hundert Einwohner flohen aus den Ort. Am 4. März stürmte die australische Armee mit Unterstützung von Hubschraubern und gepanzerten Fahrzeugen den Ort. Fünf Rebellen starben dabei, während von den Australiern niemand verletzt wurde. Reinado gelang die Flucht, ebenso Gastão Salsinha und seinen Männern. Leonardo Isaac blieb unverletzt. Einige Rebellen konnten gefangen genommen werden.

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Same (Manufahi) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geoffrey Hull: The placenames of East Timor, in: Placenames Australia (ANPS): Newsletter of the Australian National Placenames Survey, Juni 2006, S. 6 & 7, abgerufen am 28. September 2014.
  2. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  3. Seeds of Life
  4. Jornal da República: Diploma Ministerial n.o 24/2014 de 24 de Julho – Orgânica dos Postos Administrativos (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  5. Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  6. UNMIT-Landkarte von Manufahi, August 2008 (PDF; 523 kB)
  7. Direcção Nacional de Estatística: Preliminary Result of Census 2010 English (PDF; 3,2 MB)
  8. Steve Sengstock, Faculty of Asian Studies, Australian National University, Canberra
  9. History of Timor – Technische Universität Lissabon (englisch; PDF; 824 kB)
  10. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)