Samir Khan

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Samir ibn Zafar Khan (* 25. Dezember 1985 in Riad, Saudi-Arabien; † 30. September 2011 im Gouvernement al-Dschauf), ein pakistanisch-amerikanischer Doppelbürger, war Redakteur und Herausgeber des durch al-Qaida auf der arabischen Halbinsel (AQAP) publizierten englischsprachigen Online-Magazins Inspire. Er fiel einem US-Drohnenangriff im Nordjemen zum Opfer.[1][2][3]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Khan wurde in Riad, Saudi-Arabien als Sohn pakistanischer Eltern geboren und wuchs in Queens, New York auf.[4] Einige seiner Jugendjahre verbrachte er in Westbury, New York.[5] Er graduierte 2003 an der W. Tresper Clarke High School, wo er sich bei der Schülerzeitung, den Cheerleaders sowie im Glee-Chor aktiv betätigte. Gemäß seinen Klassenkameraden verweigerte er das Aufsagen des Treuegelöbnisses und gab Amerika die Schuld an den Terroranschlägen vom 11. September 2001.[6] 2004 zog die Familie nach Charlotte, North Carolina.[7] Khan lebte dort, bis er das Land 2009 Richtung Jemen verließ.[8]

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2003 eröffnete Khan einen Blog mit dem Titel InshallahShaheed („Märtyrer, so Gott will“). Nach seiner Auswanderung in den Jemen wurde er Herausgeber des Online-Magazins Inspire. In einem von ihm verfassten Artikel mit dem Titel „Ich bin stolz, ein Verräter Amerikas zu sein“ erläuterte Khan seinen Missmut gegenüber den USA. Gemäß Ben Venzke, CEO von IntelCenter, liege das Primärziel des Magazins nicht darin, Einzelpersonen dazu zu inspirieren, in den Jemen zu fliegen und sich der Gruppe anzuschließen, sondern eher in der Inspiration, dem ideologischen Grundgerüst, der Philosophie sowie der praktischen Anleitung zum Bau von Bomben oder zur Planung und Ausführung eines Amoklaufs.[9] Ein anderer Artikel Khans trug den Titel „Make a Bomb in the Kitchen of Your Mom“ („Baue in Mutters Küche eine Bombe“). Er verfasste auch ein sechzehnseitiges englischsprachiges Handbuch über die Herausforderungen des Lebens während der Ausbildung zum Selbstmordattentäter.[10]

Im Mai 2013 wurde berichtet, dass US-amerikanische Al-Qaida-Sympathisanten Khans Handbücher als Grundlage für den Anschlag auf den Boston-Marathon verwendet haben könnten.[11]

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Khan wurde bei einem durch die CIA und dem JSOC durchgeführten Drohnenangriff im Gouvernement al-Dschauf im Norden Jemens getötet, als er zusammen mit dem islamistischen Extremisten und Imam Anwar al-Awlaki vom Gouvernement Ma'rib Richtung Norden unterwegs war.[12] Gemäß Aussagen von US-Beamten war al-Awlaki das eigentliche Ziel und Khan lediglich „Kollateralschaden“.[13]

Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rechtsanwalt und Kolumnist Glenn Greenwald kritisierte die Tötung als Verletzung des fünften Zusatzartikels der US-Verfassung, der verbietet, dass jemand ohne rechtsstaatliches Verfahren verurteilt wird.[14]

Einige internationale Rechtsexperten argumentierten jedoch, der Angriff, dem Khan zum Opfer gefallen war, sei rechtens gewesen.[15] Scott Silliman, Professor an der Duke Law School, erklärte, durch Awlakis Aktivitäten hätte er sich selbst zur Zielscheibe gemacht. Amos Guiora, Professor an der University of Utah, argumentierte, dieser Luftangriff scheine die Kriterien Proportionalität, militärische Notwendigkeit und das Fehlen möglicher Alternativen erfüllt zu haben sowie in Übereinstimmung mit dem Recht eines Staates auf aggressive Selbstverteidigung ausgeführt worden zu sein. Dies trotz der unbeabsichtigten Tötung Khans, in dessen Begleitung Awlaki zum Zeitpunkt des Angriffs unterwegs war.[16]

Terrorismusexperte Peter Bergen stellte fest, dass die Tötung Khans als Herausgeber des Inspire-Magazins die AQAP bezüglich der Rekrutierung im Westen vor ein Problem stelle, denn die beiden Personen, die hauptsächlich ein Publikum in der westlichen Welt angesprochen hätten, seien nun tot.[9]

In einer nach Khans Tod veröffentlichten Stellungnahme kritisierte seine Familie die US-Regierung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hakim Almasmari: Drone Kills Top Al Qaeda Figure. In: The Wall Street Journal. 1. Oktober 2011. Abgerufen am 19. August 2014.
  2. Aliyah Shahid: Anwar al-Awlaki and Samir Khan dead, Al Qaeda propagandists killed by U.S. missile strikes in Yemen. In: New York Daily News, 30. September 2011. Archiviert vom Original am 24. November 2011 i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/articles.nydailynews.com. Abgerufen im 19. August 2014. 
  3. Baden Copeland: Anwar al-Awlaki's Suspected Ties to Terror Plots. In: The New York Times, 30. September 2011. Abgerufen im 19. August 2014. 
  4. Defense officials say another U.S. militant killed. In: Los Angeles Times, 30. September 2011. Abgerufen im 19. August 2014. 
  5. Timothy Bolger: Slain al Qaeda Mouthpiece Samir Kahn’s Westbury Roots. In: Long Island Press. 6. Oktober 2011. Abgerufen am 19. August 2014.
  6. Matthew Chayes: Samir Khan, al-Qaida figure, grew up on Long Island. In: Newsday. 6. Oktober 2011. Abgerufen am 19. August 2014.
  7. Robbie Anderson: 2nd American in Strike Waged Qaeda Media War. In: The New York Times, 30. September 2011. Abgerufen im 19. August 2014. 
  8. Temple-Raston, Dina (August 18, 2010). Grand Jury Focuses On N.C. Man Tied To Jihad Magazine. Morning Edition, NPR
  9. a b Suzanne Kelly: Samir Khan: Proud to be an American traitor. In: CNN, 30. September 2011. Abgerufen im 19. August 2014. 
  10. Suzannah Hills and Leon Watson: Glossy English language guide on how to join Al Qaeda and commit acts of terrorism targets Western recruits by telling them to 'think of the virgins that await you', Daily Mail. 16. Mai 2012. Abgerufen im 19. August 2014. 
  11. Scott Shane: A Homemade Style of Terror: Jihadists Push New Tactics. In: The New York Times, 5. Mai 2013. Abgerufen im 19. August 2014. 
  12. Goodman, J. David (September 30, 2011). American Who Waged 'Media Jihad' Is Said to Be Killed in Awlaki Strike. The New York Times
  13. Mark Mazzetti: How a U.S. Citizen Came to Be in America’s Cross Hairs. In: The New York Times, 9. März 2013. Abgerufen im 19. August 2014. 
  14. Glenn Greenwald: The due-process-free assassination of U.S. citizens is now reality. Salon.com. Abgerufen am 19. August 2014.
  15. Awlaki death rekindles legal debate on targeting Americans. In: Los Angeles Times. 30. September 2011. Abgerufen am 19. August 2014.
  16. Carol Williams: Awlaki death rekindles legal debate on targeting Americans. In: Los Angeles Times. 30. September 2011. Abgerufen am 19. August 2014.