Sammlung Schack

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Die Schack-Galerie
Franz von Lenbach Adolf Friedrich Graf von Schack (1875)

Die Sammlung Schack (bis 2009 Schack-Galerie) in der Münchner Prinzregentenstraße entstand aus der Kunstsammlung des Grafen Adolf Friedrich von Schack und ist heute Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf von Schack war ein Mäzen, der die Münchner Kunstschaffenden unterstützte. Seine Sammlung enthält vor allem Werke des 19. Jahrhunderts, unter anderem von Arnold Böcklin, Moritz von Schwind, Franz von Lenbach, Carl Spitzweg, Carl Rottmann, Anselm Feuerbach, Eduard Gerhardt und weitere Werke deutscher Landschafts- und Historienmaler. Selbst ein Autor und Dichter, liebte Schack Musik und lautmalerische Poesie. Als Sammler bevorzugte er die Sujets Mythologie und ferne Reisen.

Eduard Gerhardt entwarf 1862 nach dem Vorbild der benachbarten Glyptothek von Leo von Klenze das erste Galeriegebäude auf dem Grundstück von Schacks Palais an der Brienner Straße, das 1865 durch Heinrich von Hügel umgebaut[1] und 1872–1874 durch Lorenz Gedon mit einer Fassade in den Formen der Neorenaissance erweitert und umgebaut wurde.

Bis zu seinem Tod im Jahr 1894 erwarb Graf Schack rund zweihundert Gemälde von deutschen Künstlern und etwa siebzig Kopien nach Gemälden Alter Meister, darunter Hauptwerke der venezianischen Malerei wie Giorgiones Ländliches Konzert und Tizians Pesaro-Madonna, Venus von Urbino und Bildnis Kaiser Karls V. Einer der Maler der Kopien war Franz von Lenbach, dessen Tizian-Kopien für den Grafen Schack zu den besten Gemäldekopien des 19. Jahrhunderts in Deutschland zählen.

Die Sammlung blieb bis heute unverändert und gilt als ein wichtiges Beispiel für die Kunstvorlieben eines Privatsammlers im 19. Jahrhundert, in denen sich die romantische Bilder- und Geisteswelt jener Epoche widerspiegelt.

Schack vermachte die Sammlung dem deutschen Kaiser Wilhelm II. Als der Kaiser dieses Erbe antrat, entschied er sich jedoch entgegen der Festlegung Schacks für den Verbleib der Sammlung in München um reichsfeindlichen oder antipreußischen Tendenzen in Bayern keinen Vorschub zu leisten. 1909 zog die Sammlung in ein von Max Littmann neu errichtetes Galeriegebäude an der Prinzregentenstraße, verbunden mit der Preußischen Gesandtschaft. Der Galeriebau mit seinem eigenen Giebel und der offenen, über zwei Geschosse hochgezogenen, von zwei Säulen gestützten Loggia und der benachbarte Trakt der preußischen Gesandtschaft erscheinen jeweils als selbstständige Gebäudekomplexe, die durchgehenden Bänder des Sockels und des Hauptgesims stellen die Verbindung beider Gebäudeteile aber wieder her. Die Fassaden der Gebäude sind in hellem Mainsandstein ausgeführt. Im Giebel befindet sich ein kaiserliches Wappen, darunter eine Widmung des Kaisers.

In den 2000er-Jahren wurde dieses Gebäude umfassend renoviert. 2008 wurde das Erdgeschoss wiedereröffnet, 2009 auch das Obergeschoss mit Galeriesälen und dem für musikalische und literarische Veranstaltungen genutzten großen Kopiensaal.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert W. Rott: Katalog der Sammlung Schack, Bayerische Staatsgemäldesammlungen. Verlag Hatje Cantz, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7757-2504-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schack-Galerie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Die Gemälde-Galerie des Grafen A. F. von Schack in München (1890) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. nach Herbert W. Rott, Sammlung Schack, Katalog der ausgestellten Gemälde, 2009

Koordinaten: 48° 8′ 32″ N, 11° 35′ 36″ O