Sammlung Schack

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Gebäude der Schack-Galerie in der Prinzregentenstraße

Die Sammlung Schack (bis 2009 Schack-Galerie) in München entstand aus der Kunstsammlung des Grafen Adolf Friedrich von Schack und gehört zu den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Die Sammlung enthält vor allem Werke bekannter Maler des 19. Jahrhunderts. Ein erstes Galeriegebäude entstand auf dem Grundstück des Grafen und wurde mehrfach umgebaut. 1909 zog die Galerie in einen größeren Neubau in der Prinzregentenstraße.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunstsammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz von Lenbach Adolf Friedrich Graf von Schack (1875)

Graf von Schack war ein Mäzen, der die Münchner Künstler unterstützte. Selbst ein Autor und Dichter, liebte Schack Musik und lautmalerische Poesie. Er kaufte zu Lebzeiten der Maler zahlreiche Gemälde, unter anderem von Arnold Böcklin, Moritz von Schwind, Franz von Lenbach, Carl Spitzweg, Carl Rottmann, Anselm Feuerbach, Eduard Gerhardt und weiteren deutschen Landschafts- und Historienmalern. Als Sammler bevorzugte er die Sujets Mythologie und Reisen in ferne Länder.

Bis zu seinem Tod im Jahr 1894 erwarb Graf Schack rund zweihundert Gemälde von deutschen Künstlern und etwa siebzig Kopien nach Gemälden Alter Meister, darunter Hauptwerke der venezianischen Malerei wie Giorgiones Ländliches Konzert und Tizians Pesaro-Madonna, Venus von Urbino und Bildnis Kaiser Karls V. Maler der Kopien war vor allem Franz von Lenbach, dessen Tizian-Kopien für den Grafen Schack zu den besten Gemäldekopien des 19. Jahrhunderts in Deutschland zählen, und August Wolf.

Schack vermachte die wertvolle Sammlung dem deutschen Kaiser Wilhelm II. Entgegen dem Wunsch Schacks, die Sammlung an einem anderen Ort zu zeigen (vermutlich in Berlin), entschied sich der Kaiser für den Verbleib in München, um reichsfeindlichen oder antipreußischen Tendenzen in Bayern keinen Vorschub zu leisten.

Die Sammlung blieb bis heute nahezu unverändert und gilt als ein wichtiges Beispiel für die Kunstvorlieben eines Privatsammlers im 19. Jahrhundert, in denen sich die romantische Bilder- und Geisteswelt jener Epoche widerspiegelt.

Ausstellungsgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schack-Galerie in der Brienerstraße um 1905

Zur Präsentation seiner bald zahlreichen Sammlung beauftragte Schack den Architekten Eduard Gerhardt, ein Ausstellungsgebäude zu entwerfen und zu errichten. So entstand 1862 nach dem Vorbild der benachbarten Glyptothek von Leo von Klenze das erste zweistöckige Galeriegebäude auf dem Grundstück von Schacks Palais an der Brienner Straße. Bereits drei Jahre später, 1865 baute Heinrich von Hügel die Galerie um.[1] Seit 1866 war sie interessierten Besuchern zugänglich. 1871 erwarb Schack das Nachbargrundstück und ließ sein Haus mit den dort vorhandenen Gebäuden 1872–1874 nach Plänen von Lorenz Gedon zu einer repräsentativen Villa im Stil der Neorenaissance umbauen.[2] Nachdem Wilhelm II. die Sammlung geerbt hatte, kaufte er das Galeriegebäude in der Brienner Straße und ließ es durch Emanuel von Seidl für rund 200.000 Mark erneuern.

Anfang des Jahres 1909 zog die Sammlung in ein neu errichtetes Galeriegebäude an der Prinzregentenstraße Ecke Reitmorstraße um, das in baulicher Einheit mit der Preußischen Gesandtschaft in den Jahren 1907–1909 nach Plänen von Max Littmann erbaut worden war. Die Eröffnung erfolgte am 18. September 1909.[3] Die Ausstellungsräume im Erdgeschoss, Obergeschoss und einem Teil des Dachgeschosses hatten teils mittiges Oberlicht und teils Seitenlicht und ließen dadurch die Gemälde gut zur Geltung kommen. Sessel luden zum Verweilen und Betrachten ein. Hier bekamen die Exponate Räumlichkeiten, die nach Künstlern untergliedert und ausgestattet waren. So gab es unter anderem einen Lenbachsaal und einen Oberlichtsaal mit Kopien von August Wolf.[4]

Im Zweiten Weltkrieg wurde das ehemalige Gebäude in der Brienner Straße zerstört. Das neue Gebäude an der Prinzregentenstraße wurde jedoch nur teilweise beschädigt. Nach Beseitigung der Schäden wurde die Schack-Galerie 1950 als erstes der Münchner Kunstmuseen wiedereröffnet. In den 2000er-Jahren wurde das Gebäude umfassend renoviert und für Kunstausstellungen und Kulturveranstaltungen hergerichtet. 2008 wurde das Erdgeschoss wiedereröffnet, 2009 auch das Obergeschoss mit Galeriesälen und dem für musikalische und literarische Veranstaltungen genutzten großen Kopiensaal. Seither trägt die Galerie die Bezeichnung Sammlung Schack. Während der Generalsanierung der Neuen Pinakothek von 2019 bis voraussichtlich nach 2025 ist eine Auswahl an Werken aus deren Bestand in der Sammlung Schack ausgestellt.[5]

Ausgewählte Kunstwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier sind einige Gemälde zu sehen, die aus der Schackschen Sammlung stammen:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert W. Rott: Sammlung Schack. Katalog der ausgestellten Gemälde. Herausgegeben von den Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München. Hatje Cantz, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7757-2504-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sammlung Schack – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Sammlung Schack – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. nach Herbert W. Rott: Sammlung Schack. Katalog der ausgestellten Gemälde. 2009, ISBN 978-3-7757-2504-0.
  2. Sammlung Schack. Abgerufen im Jahr 2019.
  3. Museum München, Sammlung Schack. Abgerufen im Jahr 2015.
  4. Neubau der Schackgalerie und der preußischen Gesandtschaft in München. Zentralblatt der Bauverwaltung; Nr. 81, 9. Oktober 1909, abgerufen am 13. November 2019.
  5. sueddeutsche.de Neue Pinakothek wird mindestens sechs Jahre geschlossen, abgerufen am 11. Dezember 2018

Koordinaten: 48° 8′ 32,2″ N, 11° 35′ 36,3″ O