Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen

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Die Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen (SSRQ), frz. Collection des sources du droit suisse (SDS), ital. Collana Fonti del diritto svizzero (FDS), ist eine Sammlung kritischer Editionen historischer Rechtsdokumente (sogenannter Rechtsquellen), die auf dem Gebiet der heutigen Schweiz vom Frühmittelalter bis 1798 erstellt wurden.

Edition und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sammlung wird herausgegeben von der Rechtsquellenstiftung des Schweizerischen Juristenvereins. Die Stiftung wurde 1894 zu diesem Zweck unter dem Namen Rechtsquellenkommission gegründet.

Seit damals wurden über hundert Bände (mehr als 80'000 Seiten) Quellenmaterial in der Form von Quelleneditionen publiziert. Die gesamte Sammlung ist unter SSRQ online[1] frei verfügbar.

Die Primärquellen sind Manuskripte oder frühe Drucke, welche in historisch und regional unterschiedlichen Formen in deutscher, französischer, italienischer, rätoromanischer und lateinischer Sprache transkribiert und kommentiert wurden. Die kritischen Apparate sind deutsch, französisch oder italienisch. Ziel der Sammlung ist es, die Quellen Rechtshistorikern, Juristen, Historikern und Forschern anderer Fachrichtungen sowie interessierten Laien zugänglich zu machen. Die meisten älteren Bände enthalten ein Gesamtregister; neuere Bände sind mit zwei Registern (einem Orts- und Personenregister und einem Sachregister) ausgestattet.

Die Sammlung ist organisiert nach modernen Kantonen (genannt «Abteilungen», nummeriert in der Reihenfolge des Erscheinens in der Bundesverfassung).

Im Februar 2011 deckte die Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen 17 der 26 Schweizer Kantone in unterschiedlichem Ausmass ab, im Dezember 2014 waren es 22 Kantone.[2] Die Edition der Sammlung ist ein fortlaufendes Projekt und weitere Bände sind in Vorbereitung. Die Stiftung wird durch den Schweizerischen Nationalfonds, verschiedene Stiftungen, einzelne Kantone etc. unterstützt.

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Blickle: Ordnung schaffen. Alteuropäische Rechtskultur in der Schweiz. Eine monumentale Edition. In: Historische Zeitschrift. Bd. 268, 1999, S. 121–136.
  • Lukas Gschwend: Die Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen, herausgegeben von der Rechtsquellenstiftung des Schweizerischen Juristenvereins: Ein Monumentalwerk rechtshistorischer Grundlagenforschung. In: Zeitschrift für Schweizerisches Recht. Bd. 126/1, 2007, S. 435–457 ([1]).
  • Lukas Gschwend: Rechtshistorische Grundlagenforschung: Die Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen. In: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte. Bd. 58/1, 2008, S. 4–19 ([2]).
  • Lukas Gschwend, Pascale Sutter: Die Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen und ihr Rechtsquellenbegriff. In: Rechtskultur 2 – Zeitschrift für Europäische Rechtsgeschichte (Heft 2): Methoden der Rechtsgeschichte und ihrer Nachbarwissenschaften im Umgang mit rechtshistorischen Quellen. 2013, S. 67–78 ([3]).
  • Adrien Wyssbrod: La collection des sources du droit suisse à l’ère numérique, un outil formidable. In: Marco Cavina (Hrsg.): L’insegnamento del diritto (secoli XII–XX) – L’enseignement du droit (XXIIe–XXe siècle). Bologna 2019, S. 194–205 ([4]).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SSRQ online.
  2. Gesamtkatalog.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]