Samnaungruppe

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Samnaungruppe
Übersichtskarte der Samnaungruppe

Übersichtskarte der Samnaungruppe

Höchster Gipfel Muttler (3294 m ü. M.)
Lage Tirol, Österreich / Kanton Graubünden, Schweiz
Teil der Zentralalpen innerhalb der Ostalpen
Einteilung nach AVE: 27
SOIUSA: 15.VI.B
Koordinaten, (CH) 47° 0′ N, 10° 24′ O (825412 / 209079)Koordinaten: 47° 0′ N, 10° 24′ O; CH1903: 825412 / 209079
f1

Die Samnaungruppe ist eine Gebirgsgruppe in den zentralen Ostalpen. Anteil haben Österreich mit dem Bundesland Tirol und die Schweiz mit dem Kanton Graubünden. In der Samnaungruppe befinden sich mehrere große Wintersportgebiete, die Teile der Gruppe für den Bergtourismus im Sommer entwerten. Trotzdem verfügt die Gruppe nach wie vor über größere ursprüngliche und einsame Berggebiete. Die Gruppe weist einige Dreitausender auf. Eine größere Vergletscherung wie in der benachbarten Silvretta ist jedoch nicht vorhanden. Namensgeber für die Gebirgsgruppe ist der Schweizer Ort Samnaun, der sich im einzigen bewohnten Tal innerhalb der Gruppe befindet.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie vielfach üblich heißt die Gruppe nach demjenigen Tal, das am tiefsten in die Gruppe vordringt, dem schweizerischen Samnaun, das ist das Tal des Schergenbachs, einem linken Nebenfluss des Inns bei Finstermünz. Das Tal (am Unterlauf heißt es Val da Tschera) dringt westwärts streifend in die Südwest–Nordost streichende Kette ein.

Umgrenzung und benachbarte Gebirgsgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden bildet das Paznaun, das Tal der Trisanna, und die untere Sanna die Grenze bis Landeck. Im Osten und Südosten bildet der Inn die Grenze. Die Grenze im nördlichen Seitenkamm der Zentralalpen (RätikonSilvretta–Samnaun) wird am Fimberpass bei der Heidelberger Hütte, einem der wenigen guten Übergänge dieser Kette, gesehen. Die Ostumgrenzung ist das große Knie des Inn, der hier den Zentralalpenkamm durchstößt, und ab dann die Nordgrenze derselben bildet.

Nach Alpenvereinseinteilung der Ostalpen (AVE) ist die Samnaungruppe (Nr. 27) umgrenzt durch die Linie:

Diese Definition ist weitgehend allgemein üblich.[1]

Der Fimberpass mit 2608 m verbindet die Samnaungruppe mit der Silvrettagruppe, der tiefste Punkt ist die Sannamündung bei Landeck auf 775 m. Das ergibt 2519 m Gesamt-Profildifferenz und 686 m Gesamtschartenhöhe der Gruppe. Sie ragt also enorm hoch über das tief eingeschnittene Inntal, und ist gegen die Silvretta wenig abgesetzt. Tatsächlich bildet die Gruppe nur den Ostausläufer der einstmals Verwallalpen genannten Großgruppe, die als Seitengruppe vom Flüela ostwärts streicht, und am Arlberg in die Nördlichen Kalkalpen übergeht. Diese wird durch die Längstalfurche Rhone–Rotten–Vorderrhein–Inn, die mächtigste diagonale Störung der Alpenmasse, aus dem Alpenhauptkamm herausgestellt.

Gliederung und Untergruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Alpenvereinsführer Samnaungruppe teilt das Gebirge in drei Untergruppen ein. Die Untergruppen haben hierbei keine eigenen Namen. Sie werden lediglich durch ihre Grenzen definiert.

  • Nordkamm, zwischen Landeck und Flathjoch: In diesem Teil der Samnaungruppe befinden sich die Dreitausender Hexenkopf und Furgler.
  • Zwischen Flathjoch und Zeblasjoch: Dies ist der mittlere Teil der Samnaungruppe mit den Dreitausendern Vesulspitze und Bürkelkopf.
  • Südteil, südlich und östlich des Zeblasjochs: In diesem fast ausschließlich in Graubünden gelegenen Teil befindet sich der Muttler, der höchste Berg der Samnaungruppe sowie einige weitere Dreitausender. Dieser Teil wird durch das Samnaun im Norden abgegrenzt.

Gipfel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt gibt es in der Samnaungruppe ca. 140 benannte und mit Höhenkote versehene Gipfel. In der folgenden Liste sind alle Dreitausender aufgeführt:

Rang Bild Gipfel Höhe Lage Dominanz Schartenhöhe
1 Muttler vom Apltrider Sattel.JPG Muttler 3294 Graubünden 11,5 km
→ Fluchthorn
701 m
↓ Pass dals Gips
2 Muttler Mountain.JPG Stammerspitze 3254 Graubünden 2,6 km
→ Muttler
408 m
↓ Maisasjoch
3 Piz Mundin von Süden.jpg Piz Mundin 3146 Graubünden 4,6 km
→ Muttler
342 m
↓ Fuorcletta
4 Piz Mundin von Süden.jpg Clucher dal Mundin 3120 Graubünden 0,4 km
→ Piz Mundin
60 m
↓ Scharte zum Piz Mundin
5 Piz Rots.JPG Piz Rots, Vesilspitze 3097 Graubünden/Tirol 3 km
→ Stammerspitze
280 m
↓ Fuorcla Chamins
6 Vesulspitze SW.jpg Vesulspitze 3089 Tirol 8,9 km
→ Piz Rots
550 m
↓ Zeblasjoch
7 Piz Malmurainza 3038 Graubünden 1,8 km
→ Muttler
229 m
↓ Fuorcla d'Alp
8 Berg-Hexenkopf.jpg Hexenkopf 3035 Tirol 9,4 km
→ Vesulspitze
371 m
↓ Östliche Fließer Scharte
9 Piz Vadret, Sulnerspitz 3034 Graubünden 0,7 km
→ Piz Rots
40 m
↓ Scharte zum Piz Rots
10 Val Maisas - panoramio - Bürkelkopf.jpg Bürkelkopf 3030 Graubünden/Tirol 1,3 km
→ Vesulspitze
226 m
↓ Vesulscharte
11 Piz Nair 3018 Graubünden 0,8 km
→ Muttler
47 m
↓ Scharte zum Muttler
12 Furgler with Furglersee.jpg Furgler 3004 Tirol 3,9 km
→ Hexenkopf
319 m
↓ Masnerjoch

Einige dieser Gipfel haben außerdem noch Nebengipfel über 3000 m: Im langen Kamm des Piz Mundin und im Westgrat der Stammerspitze erheben sich einige weitere Gipfel mit bis zu 30 m Schartenhöhe. Schließlich gibt es noch einen 3029 m hohen Nordostgipfel des Bürkelkopfes (der also nur einen Meter niedriger ist als der Hauptgipfel) mit ca. 35 m Schartenhöhe.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß Artikel 5 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz führt die Schweiz ein Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung. In der Samnaungruppe gibt es zurzeit eine dieser Landschaften:

  • Nr. 1909, Bezeichnung: Piz Arina, Jahr der Aufnahme in das Inventar: 1983, Größe: 4936 ha

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hütten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Tiroler Teil der Samnaungruppe gibt es drei Hütten des Alpenvereins.

  • Ascher Hütte: Höhe: 2256 m, bewirtschaftet sommers von Anfang Juli bis Mitte September und winters auf Anfrage, 40 Matratzenlager, Winterraum mit 10 Lagern und AV-Schloss, Talort: See im Paznauntal, Gehzeit von der Medrig-Alm (Lift): 2 Stunden
  • Hexenseehütte: Höhe: 2588 m, bewirtschaftet sommers von Juli bis ca. 10. September (Voranmeldung im Kölner Haus!) und winters bis Ostern nur tagsüber, 28 Matratzenlager, Winterraum mit 2 Lagern, nicht versperrt, Talort: Serfaus, Gehzeit von Serfaus: 5 Stunden
  • Kölner Haus: Höhe: 1965 m, bewirtschaftet sommers von Mitte Juni bis Mitte September und winters von Mitte Dezember bis Ostern (schriftliche Voranmeldung!), 48 Betten und 18 Matratzenlager, Talort: Serfaus, Gehzeit von Serfaus: 1,5 Stunden

Im Schweizer Teil finden sich:

Fern-/Weitwanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zentralalpenweg 02, einer der 10 österreichischen Weitwanderwege, führt auch durch die Samnaungruppe. Dieser Weg verläuft durch Teile der Zentralalpen mit zwei Alternativwegen.

Die leichtere Alternativtrasse (Teilstrecke 18.1) erreicht die Samnaungruppe bei Prutz am Inn. Von dort geht es über Serfaus, St. Zeno, das Furglerjoch und das Medrigjoch nach See, Kappl und Ischgl im Paznauntal.

Die hochalpine Alternative (Teilstrecke 18.2) erreicht die Samnaungruppe bei Pfunds im Inntal. Von dort führt der Weg über Lafairs und Tschupbach nach St. Zeno und von dort weiter wie bei Teilstrecke 18.1.

Skigebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Samnaungruppe gibt es die folgenden Skigebiete:

  • Silvretta Arena:[1] Talorte sind Ischgl im Paznauntal und Samnaun Ravaisch, großes Skigebiet mit drei fast parallelen Zubringerbahnen
  • Medrigjoch-See: Talort ist See im Paznauntal, kleineres Familienskigebiet
  • Serfaus–Fiss–Ladis: Talorte sind Fiss und Serfaus in Balkonlage über dem Oberinntal, großes Skigebiet mit Seilbahnen über mehrere Täler hinweg, in der Saison 2004/05 wurde die Pezidbahn eröffnet, eine 8er-Kabinenbahn als Zubringer ins Masner-Skigebiet über das Arrezjoch. Sie ersetzt einen Kurvenschlepplift.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Samnaungruppe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Der Name Silvretta Arena des Schigebiets ist diesbezüglich leicht missverständlich, es liegt gänzlich in der Samnaungruppe. Ortsüblich wird im Samnaun die Abgrenzung am Fimberpass weniger eng gesehen.