Sampdoria Genua

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Sampdoria Genua
Logo von Sampdoria Genua
Basisdaten
Name Unione Calcio Sampdoria S.p.A.
Sitz Genua, Italien
Gründung 12. August 1946
Farben blau-weiß
Präsident Marco Lanna
Website sampdoria.it
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Marco Giampaolo
Spielstätte Stadio Luigi Ferraris
Plätze 36.599
Liga Serie A
2021/22 15. Platz
Heim
Auswärts
Ausweich

Die Unione Calcio Sampdoria, kurz U.C. Sampdoria oder Sampdoria, im deutschsprachigen Raum bekannt als Sampdoria Genua, ist ein italienischer Fußballverein aus der ligurischen Hauptstadt Genua.

Die U.C. Sampdoria ist vierfacher Italienischer Pokalsieger, einmaliger Italienischer Meister und Italienischer Supercupsieger.

Heimspielstätte ist das 36.599 Zuschauer fassende Stadio Luigi Ferraris. Dieses teilt sich der Klub mit dem Stadtrivalen CFC Genua.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mannschaft der U.C. Sampdoria um 1946
Stadio Luigi Ferraris, seit 1946 Heimstätte der U.C. Sampdoria

Gegründet wurde die Unione Calcio Sampdoria am 12. August 1946. Der Verein entstand durch die Fusion von SG Sampierdarenese und SG Andrea Doria, aus deren Namen sich auch der Vereinsname Sampdoria ableitet. Seitdem spielte die Sampdoria die meiste Zeit in der Serie A, große Erfolge blieben allerdings lange Zeit aus. Bis in die 1980er war der vierte Tabellenplatz aus der Saison 1960/61 der größte Erfolg, den die Genuesen vorweisen konnten.

Dieser konnte in der Saison 1984/85 eingestellt werden. Außerdem gewann die Sampdoria in jener Spielzeit ihren ersten Titel: Gegen den AC Mailand holten sich die Blucerchiati den italienischen Pokal. Bis 1994 konnten drei weitere Titel in diesem Wettbewerb gefeiert werden. Dank dieser Erfolge qualifizierte man sich regelmäßig für den Europapokal der Pokalsieger, wo die Sampdoria ebenso für Aufsehen sorgte. 1989 erreichten die Genuesen zum ersten Mal das Finale dieses Wettbewerbs, mussten sich aber im Wankdorfstadion Bern dem FC Barcelona mit 0:2 geschlagen geben. Doch schon im Jahr darauf stand die Sampdoria erneut im Finale und dieses Mal konnte der Wettbewerb auch gewonnen werden: Im Ullevi-Stadion wurde der RSC Anderlecht mit 2:0 besiegt. Gianluca Vialli erzielte dabei für die Sampdoria beide Treffer in der Verlängerung.

Den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feierten die Blucerchiati aber in der folgenden Saison (1990/91), als sie sich vor dem AC Mailand die italienische Meisterschaft sicherten. Dadurch qualifizierte sich der Verein für den Europapokal der Landesmeister 1991/92, wo die Sampdoria sich in ihrer Gruppe gegen Roter Stern Belgrad, RSC Anderlecht und Panathinaikos Athen durchsetzte und das Finale erreichte. Dort traf man wie schon drei Jahre zuvor auf den FC Barcelona. Aber auch im Wembley-Stadion behielten die Katalanen die Oberhand: Das Spiel ging mit 0:1 aus Sicht der Blucerchiati nach der Verlängerung verloren.

Architekt dieser erfolgreichen Mannschaft war jugoslawische Fußballtrainer Vujadin Boškov, der die Sampdoria von 1986 bis 1992 betreute. Schlüsselspieler dieser Zeit waren unter anderem Torhüter Gianluca Pagliuca, Verteidiger Pietro Vierchowod, Mittelfeldspieler Attilio Lombardo und die Stürmer Gianluca Vialli und Roberto Mancini.

Nach 1994 konnte die Sampdoria nicht mehr an vergangene Erfolge anknüpfen. Zwar wurde bis zur Spielzeit 1997/98 immer ein einstelliger Tabellenplatz erreicht, doch in der Saison 1998/99 stiegen die Genuesen als Tabellensechzehnter in die Serie B ab. Erst in der Saison 2003/04 sollten die Blucerchiati wieder erstklassig spielen.

Den größten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte feierte die Sampdoria in der Spielzeit 2009/10, als die Mannschaft, angeführt von Kapitän Angelo Palombo und den beiden Stürmern Giampaolo Pazzini und Antonio Cassano, den vierten Tabellenplatz erreichte und sich damit die Teilnahme für die Play-offs der Champions League 2010/11 sicherte. In der letzten Qualifikationsrunde scheiterte man allerdings knapp an Werder Bremen; nach einer auswärtigen 1:3-Hinspielniederlage führte Genua im eigenen Stadion im Rückspiel bis zur Nachspielzeit mit 3:0, um dann ein Gegentor von Markus Rosenberg zu bekommen und so in die Verlängerung zu gehen. Sampdoria Genua gewann nach 120 Minuten mit 3:2, scheiterte jedoch aufgrund eines Gesamtspielstandes von 5:4. In der darauffolgenden Gruppenphase der Europa League schied die Mannschaft als Gruppendritter hinter der PSV Eindhoven und Metalist Charkiw sowie vor VSC Debrecen aus. Die nächste Enttäuschung folgte wenig später, denn zum Ende der Saison 2010/11 stieg die Sampdoria als Tabellenachtzehnter erneut in die Serie B ab.

Die Rückkehr in die höchste italienische Spielklasse ließ aber nicht lange auf sich warten. Als Tabellensechster erreichte Genua in der Saison 2011/12 den Relegationsmodus, dessen Finalsieger den Rang des dritten Aufsteigers einnimmt. In einem Hin- und Rückspiel setzte sich der Verein zunächst mit 2:1 und 1:1 gegen die US Sassuolo durch, ehe in den Finalspielen die AS Varese 3:2 und 1:0 besiegt werden konnte. Am 21. Januar 2013 verstarb der amtierende Vereinspräsident Riccardo Garrone nach langer schwerer Krankheit.[1]

Vereinsfarben und -wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tifosi von Sampdoria in der Curva Sud des Stadio Luigi Ferraris (2019)

Das Vereinslogo zeigt die Silhouette eines Pfeife rauchenden Seemanns namens Baciccia (Baptist).

Eine absolute Eigenheit und ein Charakteristikum im italienischen Profifußball stellen die Vereinsfarben der Sampdoria dar. Blucerchiato würde man im Deutschen etwa mit blauumrahmt oder blauumringt übersetzen. Zur näheren Erklärung: Der Großteil des Samp-Heimtrikots und -Klubemblems besteht aus einem kräftigen Blauton, der einen kleinen Ring aus den Farben weiß, rot-schwarz und nochmals weiß umschließt. Die Sampdoria-Spieler und -Fans bezeichnet man somit auch als Blucerchiati, als Blauumrahmte.

Daten und Fakten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinserfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

National Titel Saison
Italienische Meisterschaft 1 1990/91
Italienischer Pokal 4 1984/85, 1987/88, 1988/89, 1993/94
Italienischer Supercup 1 1991
International Titel Saison
Europapokal der Pokalsieger 1 1989/90

Erfolge der Jugendmannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Individuelle Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Italiens Fußballer des Jahres (5)

Torschützenkönig

Serie A (3)

Europapokal der Pokalsieger (1)

Personal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktueller Kader der Saison 2022/23[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 2. September 2022[2]

Nr. Position Name
1 ItalienItalien TW Emil Audero
2 Argentinien AB Bruno Amione (Leihe von Hellas Verona)
3 ItalienItalien AB Tommaso Augello
4 SpanienSpanien MF Gonzalo Villar (Leihe von AS Rom)
5 ItalienItalien MF Valerio Verre
7 Serbien MF Filip Đuričić
8 Venezuela MF Tomás Rincón
9 ItalienItalien ST Manuel De Luca
10 ItalienItalien ST Francesco Caputo
11 Deutschland MF Abdelhamid Sabiri
13 ItalienItalien AB Andrea Conti
14 EnglandEngland MF Ronaldo Vieira
15 Gambia AB Omar Colley
18 Argentinien ST Ignacio Pussetto (Leihe von FC Watford)
19 Venezuela MF Telasco Segovia
Nr. Position Name
20 EnglandEngland MF Harry Winks (Leihe von Tottenham Hotspur)
21 Kolumbien AB Jeison Murillo
22 ItalienItalien TW Nikita Contini (Leihe von SSC Neapel)
23 ItalienItalien ST Manolo Gabbiadini
24 Polen AB Bartosz Bereszyński
25 ItalienItalien AB Alex Ferrari
27 ItalienItalien ST Fabio Quagliarella (C)ein weißes C in blauem Kreis
28 SpanienSpanien MF Gerard Yepes
29 ItalienItalien AB Nicola Murru
30 ItalienItalien TW Nicola Ravaglia
31 ItalienItalien MF Lorenzo Malagrida
32 ItalienItalien TW Elia Tantalocchi
37 FrankreichFrankreich MF Mehdi Léris
70 ItalienItalien MF Simone Trimboli

Ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielerrekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: Saisonende 2020/21; Fettgedruckte Spieler sind noch aktiv. Angegeben sind alle Pflichtspiele und -tore.

Einsätze
1 Italien Roberto Mancini 1982–1997 566
2 Italien Pietro Vierchowod 1983–1995 493
3 Italien Angelo Palombo 2002–2017 459
4 Italien Moreno Mannini 1984–1999 417
5 Italien Gaudenzio Bernasconi 1954–1965 362
6 Italien Luca Pellegrini 1980–1991 362
7 Italien Guido Vincenzi 1958–1969 360
8 Italien Giancarlo Salvi 1963–1964
1965–1976
327
9 Italien Gianluca Vialli 1984–1992 321
10 Italien Attilio Lombardo 1989–1995 306
Tore
1 Italien Roberto Mancini 1982–1997 173
2 Italien Gianluca Vialli 1984–1992 141
3 Italien Francesco Flachi 1999–2007 111
4 Italien Fabio Quagliarella 2006–2007
2016–0000
100
5 Italien Adriano Bassetto 1946–1953 93
6 Italien Giuseppe Baldini 1946–1950 73
7 Italien Vincenzo Montella 1996–1999 66
8 Italien Giancarlo Salvi 1963–1964
1965–1976
55
9 Italien Attilio Lombardo 1989–1995 54
10 ItalienItalien Sudafrika Eddie Firmani 1955–1958 53

Trainerhistorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cheftrainer
Amtszeit Name
1946–1947 Italien Giuseppe Galluzzi
1947–1950 Italien Andrea Stigliano
1950–1951 Italien Giuseppe Galluzzi
Italien Gipo Poggi und Italien Alfredo Foni
1951–1952 Italien Alfredo Foni
1952–1953 Italien Gipo Poggi
Italien Ivo Fiorentini
1953–1954 Italien Paolo Tabanelli
1954–1955 Italien Paolo Tabanelli
Ungarn Lajos Czeizler
1955–1956 Ungarn Lajos Czeizler
1956–1957 Ungarn Lajos Czeizler
Italien Pietro Rava
Italien Ugo Amoretti
England Bill Dodgin sr.
1957–1958 England Bill Dodgin sr.
Italien Adolfo Baloncieri
1958–1961 Italien Eraldo Monzeglio
1961–1962 Italien Eraldo Monzeglio
Italien Roberto Lerici
1962–1963 Italien Roberto Lerici
Osterreich Ernst Ocwirk
1963–1964 Osterreich Ernst Ocwirk
1964–1965 Osterreich Ernst Ocwirk
Italien Giuseppe Baldini
Cheftrainer
Amtszeit Name
1965–1966 Italien Giuseppe Baldini
Italien Fulvio Bernardini
1966–1968 Italien Fulvio Bernardini
1971–1973 Paraguay Heriberto Herrera
1973–1974 Italien Guido Vincenzi
1974–1975 Italien Giulio Corsini
1975–1977 Italien Eugenio Bersellini
1977–1978 Italien Giorgio Canali
1979–1980 Italien Lamberto Giorgis
Italien Lauro Toneatto
1980–1981 Italien Enzo Riccomini
1981–1982 Italien Enzo Riccomini
Italien Renzo Ulivieri
1982–1984 Italien Renzo Ulivieri
1984–1986 Italien Eugenio Bersellini
1986–1992 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Vujadin Boškov
1992–1997 Schweden Sven-Göran Eriksson
1997–1998 Argentinien César Luis Menotti
Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Vujadin Boškov
1998–1999 Italien Luciano Spalletti
England David Platt und Italien Giorgio Veneri
Italien Luciano Spalletti
1999–2000 Italien Gian Piero Ventura
2000–2001 Italien Luigi Cagni
Cheftrainer
Amtszeit Name
2001–2002 Italien Luigi Cagni
Italien Gianfranco Bellotto
2002–2007 Italien Walter Novellino
2007–2009 Italien Walter Mazzarri
2009–2010 Italien Luigi Delneri
2010–2011 Italien Domenico Di Carlo
Italien Alberto Cavasin
2011–2012 Italien Gianluca Atzori
Italien Giuseppe Iachini
201200000 Italien Ciro Ferrara
2012–2013 Italien Delio Rossi
2013–2015 Serbien Siniša Mihajlović
201500000 Italien Walter Zenga
2015–2016 Italien Vincenzo Montella
2016–2019 Italien Marco Giampaolo
201900000 Italien Eusebio Di Francesco
2019–2021 Italien Claudio Ranieri
2021–2022 Italien Roberto D’Aversa
2022–0000 Italien Marco Giampaolo

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sampdoria Genua – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SE N'È ANDATO UN SAMPDORIANO. CIAO E GRAZIE, PRESIDENTE (Memento des Originals vom 24. Januar 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sampdoria.it (italienisch), abgerufen am 22. Januar 2013
  2. dNext: Prima squadra. Abgerufen am 2. September 2022 (italienisch).