Samson und Delilah (1949)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Samson und Delilah
Originaltitel Samson and Delilah
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1949
Länge 131 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Cecil B. DeMille
Drehbuch Fredric M. Frank
Jesse L. Lasky, Jr.
Vladimir Jabotinsky (Vorlage)
Harold Lamb (Vorlage)
Produktion Cecil B. DeMille
Musik Victor Young
Kamera George Barnes
Schnitt Anne Bauchens
Besetzung

Samson und Delilah ist ein US-amerikanischer Monumentalfilm von Cecil B. DeMille aus dem Jahr 1949. Es ist eine Verfilmung des biblischen Textes von Samson und Delila.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Richter Samson wurde von Gott auserwählt, die Israeliten von den Philistern zu befreien, ein kriegerischen Volk mit Gaza als Hauptstadt, welches das Land Kanaan, Heimat der Israeliten, seit 40 Jahren besetzt hält. Er ist aber in die Philisterin Semadar verliebt, die Prinz Athur von den Philistern heiraten will.

Er tötet mit bloßen Händen einen jungen Löwen für den König der Philister, um sich mit Semadar verloben zu können. Vor der Hochzeit gibt er den Hochzeitsgästen ein Rätsel auf. Der neidische Prinz Athur nötigt aber Semadar, die Lösung des Rätsels zu verraten, um ihn zu demütigen. Sie wird im darauffolgenden Tumult von ihren eigenen Landsleuten ermordet. Samson rebelliert deshalb gegen die Philister und fügt ihnen große Verluste zu.

Semadars jüngere Schwester, Delilah (Delila), von Samson bereits einmal zurückgewiesen, wird die Geliebte des Königs. Dann kommt es in seinem Auftrag zu einer Affäre zwischen ihr und Samson und er verrät ihr das Geheimnis seiner Stärke. Es ist sein langes Haar. Nachdem sie es herausfindet, schneidet sie es während seines Schlafes ab und liefert ihn den Philistern aus. Samson wird daraufhin von ihnen gefangengenommen und geblendet. Er wird später auch von ihnen zum Sklaven gemacht und weiter misshandelt, aber er bekommt mit der Zeit seine Stärke wieder, als sein Haar wieder lang wird.

Schließlich wird er in den Großen Tempel gebracht, wo man ihn in aller Öffentlichkeit weiter misshandeln will. Delilah aber beschließt, Samson dort zu helfen sich für alles zu rächen aus Reue wegen ihrer Tat, indem sie ihn zu den Stützpfeilern des Tempels bringt. Mit seiner Kraft zerstört er sie und bringt damit den Tempel zum Absturz. Somit tötet er nicht nur sich selbst und Delilah, die mit ihm sterben will, sondern auch tausende von Philister, darunter auch die gesamte religiöse, politische und militärische Führung dieses Volkes.

Es wird angedeutet, dass dieses Ereignis die Philister in ein komplettes Chaos stürzt, weswegen sie Kanaan aufgeben müssen, um sich damit zu befassen. Samson erfüllt damit auch sein von Gott auferlegtes Schicksal, sein Volk von den Philistern zu befreien und wird daher entsprechend von ihnen betrauert und geehrt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Drehbuch basierte neben dem Text aus dem Alten Testament auch auf dem Roman Richter und Narr, den Zeev Jabotinsky 1926 unter dem Pseudonym Altalena veröffentlicht hatte. Wie bei allen Monumentalfilmen dieser Zeit wurde auch hier das biblische Israel in einem Studio rekonstruiert, welches in Los Angeles stand. Großartige Bauten und farbenprächtige Kostüme vermitteln Hollywood-Flair, jedoch weniger Authentizität.

Victor Mature und Hedy Lamarr waren nicht erste Wahl beim Casting. Zunächst sollte Burt Lancaster Samson verkörpern; Cecil B. DeMille empfand ihn jedoch als zu jung. Henry Wilcoxon wurde gefragt, er fand sich jedoch selbst zu alt. Als Delilah sollte ursprünglich Betty Hutton vor der Kamera stehen.

Die deutsche Erstaufführung war am 2. November 1951.[1]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Zwischen glühender Liebe und abgrundtiefem Haß vollzieht sich ihr Schicksal im Kontext jüdischer Historie bis zum berühmtesten Katastrophenspektakel der Filmgeschichte, dem Einsturz des Philisterpalastes (…) Kolossalfilmregisseur DeMille (…) präsentiert Action, Spannung und die prächtigste historische Modenschau in diesem Klassiker. (Wertung: 3 von 4 möglichen Sternen – sehr gut)“

Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“, 1990 [2]

„Verfilmung (…) im amerikanischen Schaustil, d. h., man sieht einen modernen Liebesroman in fremdartigem Milieu.“

6000 Filme, 1963 [3]

„(…) ein naives Kostümspektakel mit guten Massenszenen, das das ursprüngliche Thema auf eine tragisch endende Liebesaffäre reduziert. Als filmhistorisches Dokument von einigem Interesse.“

„(…) Groucho Marx wird zitiert, nachdem er Mature in "Samson und Delilah" zusammen mit Hedy Lamarr gesehen hatte: Das sei der einzige Film, den er kenne, "bei dem der Hauptdarsteller größere Titten hat als die Hauptdarstellerin".[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1951 wurde Samson und Delilah mit einem Golden Globe in der Kategorie „Beste Kamera“ geehrt. Im gleichen Jahr wurde der Film für fünf Oscars nominiert, von denen er letztlich zwei Auszeichnungen gewann.

Nominierung:

  • Beste Kamera
  • Beste Spezialeffekte
  • Beste Musik

Auszeichnung:

  • Beste Ausstattung
  • Bestes Kostümdesign

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Altalena: Richter und Narr. Roman. Meyer & Jessen, München 1928, 382 S.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Lexikon des internationalen Films“ (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997
  2. Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 699
  3. 6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945 bis 1958. Handbuch V der katholischen Filmkritik, 3. Auflage, Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1963, S. 368
  4. „Lexikon des internationalen Films“ (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997
  5. http://www.imdb.com/title/tt0041838/trivia