Samtgemeinde Artland

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Samtgemeinde Artland
Samtgemeinde Artland
Deutschlandkarte, Position der Samtgemeinde Artland hervorgehoben
Koordinaten: 52° 41′ N, 7° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osnabrück
Fläche: 189,32 km2
Einwohner: 23.334 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 123 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: OS, BSB, MEL, WTL
Verbandsschlüssel: 03 4 59 5401
Verbandsgliederung: 4 Gemeinden
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Markt 1
49610 Quakenbrück
Website: www.artland.de
Samtgemeinde-
bürgermeister
:
Claus Peter Poppe (SPD)
Lage der Samtgemeinde Artland im Landkreis Osnabrück
Nordrhein-WestfalenLandkreis CloppenburgLandkreis DiepholzLandkreis EmslandLandkreis VechtaOsnabrückAlfhausenAnkumBad EssenBad IburgBad LaerBad RothenfeldeBadbergenBelmBerge (Niedersachsen)BersenbrückBippenBissendorfBohmteBramscheDissen am Teutoburger WaldEggermühlenFürstenauGehrdeGeorgsmarienhütteGlandorfHagen am Teutoburger WaldHasbergenHilter am Teutoburger WaldMelleKettenkampMenslageMerzenNeuenkirchen (Landkreis Osnabrück)NortrupOstercappelnQuakenbrückRiesteVoltlageWallenhorstKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeindeverband in Deutschland/Wartung/Wappen
Hase im Artland bei Badbergen (2016)

Die Samtgemeinde Artland ist ein Gemeindeverband im nördlichen Landkreis Osnabrück in Niedersachsen mit Sitz in der Stadt Quakenbrück und eine selbständige Gemeinde. Ihre Mitgliedsgemeinden sind Badbergen, Menslage, Nortrup und die Stadt Quakenbrück.

Die Samtgemeinde grenzt im Süden an die Samtgemeinden Fürstenau und Bersenbrück des Landkreises Osnabrück, im Westen an den Landkreis Emsland, im Norden an den Landkreis Cloppenburg und im Osten an den Landkreis Vechta. Sie liegt in einer flachen Geestlandschaft mit einer durchschnittlichen Höhe von 25 Metern über NN. Ihre Ausdehnung beträgt in nord-südlicher Richtung 15 Kilometer und in ost-westlicher Richtung 25 Kilometer und ihre Gesamtfläche 189 km².

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die geographische Lage der Samtgemeinde Artland im Hase-Binnendelta

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Samtgemeinde liegt in einer Schwemmlandebene der Norddeutschen Tiefebene, die von der Hase durchflossen wird und bei Quakenbrück ein Binnendelta bildet.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen des geringen Gefälles bildete die Hase mehrere Flussarme und es entstand das Hase-Binnendelta, das hauptsächlich aus glaziofluviatilen, also während der Eiszeit durch das Wirken des Gletscherschmelzwasser führenden Flusses entstandenen Sedimenten besteht.

Bohrungen haben gezeigt, dass der Boden in erster Linie aus lehmigen und sandigen Ablagerungen des Pleistozäns besteht. Die oberste Bodenschicht weist eine Stärke von fünf bis sieben Metern auf und ist von einer bis zu zehn Meter starken lehmigen und marligen Sedimentschicht unterlagert. Sandige Schichten in einer Tiefe von 25 bis 30 Metern bilden einen ertragreichen Aquifer für die Grundwasserförderung. Der oberste Grundwasserleiter befindet sich in einer Tiefe von zwei bis sechs Metern.[2]

Samtgemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Samtgemeinde umfasst

Sie ist nur teilweise mit der als Artland bezeichneten Landschaft identisch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Samtgemeinde Artland wurde im Zuge der Gebietsreform gemäß § 73 Absatz 2 der Niedersächsischen Gemeindeordnung[3] mit Wirkung vom 29. Juli 1972 gebildet.[4] Bis dahin war das seit 1309 belegte Artland keine politische Einheit, sondern beschrieb eine sich über die Jahrhunderte auch hinsichtlich ihrer Ausdehnung verändernde kulturhistorische Region (siehe: Das Artland als Landschaft).

Das Projekt Kulturschatz Artland des Arbeitskreises „Zukunft StArtland“ widmet sich vor allem der Bauernhofkultur und der bauhistorischen Substanz dieser Region.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in der Samtgemeinde Artland seit 1987

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Samtgemeinde Artland im jeweiligen Gebietsstand und jeweils zum 31. Dezember.

Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[6] auf Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.

Jahr Einwohner
1987 18.844
1990 19.481
1995 22.034
2000 22.539
2005 23.014
2010 22.908
2015 22.839

1Ab 2008 enthalten die den Wanderungsdaten zugrunde liegenden Meldungen der Meldebehörden zahlreiche Melderegisterbereinigungen, die infolge der Einführung der persönlichen Steuer-Identifikationsnummer durchgeführt worden sind. Daher sind die Daten nur eingeschränkt aussagekräftig.

Standort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Samtgemeinde Artland liegt räumlich ziemlich exakt zwischen den Oberzentren Oldenburg und Osnabrück. Die angesiedelten Unternehmen machen die Samtgemeinde zum größten Industriestandort im nördlichen Osnabrücker Raum.[7]

2005 gewann die Samtgemeinde den vom Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund (NSGB) ausgeschriebenen Wettbewerb „Mittelstandsfreundliche Kommunen in Niedersachsen“.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samtgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samtgemeindewahl 2016[8]
Wahlbeteiligung: 53,04 %
 %
40
30
20
10
0
37 %
34,92 %
9,98 %
8,47 %
5,68 %
4,85 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+2,24 %p
-6,48 %p
+3,10 %p
-0,51 %p
-1,67 %p
+4,85 %p

Der Samtgemeinderat hat gegenwärtig 34 Mitglieder aus 5 Parteien oder Gruppen. Hinzu kommt der Samtgemeindebürgermeister als stimmberechtigtes Mitglied des Rates. Ratsvorsitzender ist Dietmar Berger (SPD).

Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996.

Rat der Samtgemeinde Artland: Wahlergebnisse und Samtgemeinderäte
CDU SPD GRÜNE FDP LINKE Bürger
fürs Artland
Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode % Mandate % Mandate % Mandate % Mandate % Mandate % Mandate % Gesamtanzahl der Sitze im Rat %
1996–2001 41,8 15 41,8 15 7,5 2 8,9 3 100 35 62,3
2001–2006 43,9 15 39,8 14 4,4 1 11,7 4 100 34 60,6
2006–2011 45,0 15 38,1 13 3,6 1 9,2 3 4,1 2 100 34 57,2
2011–2016 34,8 12 41,4 14 9,0 3 7,4 3 6,9 2 99,4 34 52,4
2016–2021 37,0 13 34,0 11 8,5 3 5,7 2 10,0 3 4,9 2 100 34 53,0
Prozentanteile gerundet.
Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[9], Landkreis Osnabrück[10][11].
Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet, da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.

Wappen, Flagge und Dienstsiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Samtgemeinde Artland führt ein Wappen, eine Flagge und ein Dienstsiegel, die in § 2 der Hauptsatzung festgelegt sind.[4]

Wappenbeschreibung

„von Rot und Silber im Wellenschnitt gespalten, darin in verwechselten Farben zwei einander zugewendete Drachen ohne Flügel und Klauen.“

Bedeutung

Der Drache ohne Flügel und Klauen ist der so genannte „Artländer Drache“, den die Wappen der Mitgliedsgemeinden Badbergen, Menslage und Nortrup jeweils im ebenfalls gespaltenen Schild im vorderen Feld führen. Dieser Artländer Drache, auch „Drudemänneken“ genannt, findet sich oftmals auf im Artland hergestellten Möbeln.[12]

Flagge

„Die Farben der Flagge der Samtgemeinde sind rot und weiß; sie zeigt als Symbol das Wappen.“[4]

Dienstsiegel

Das Dienstsiegel enthält das Wappen und die Umschrift „Samtgemeinde Artland“.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An großen Unternehmen haben sich in Quakenbrück die Firmen Ruf Lebensmittel, Lear Corporation, PPS Pipeline Systems sowie die Forschungs- und Entwicklungseinrichtung das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) angesiedelt. Die Fleischwarenfabrik Kemper und Delkeskamp Verpackungswerke GmbH befinden sich in Nortrup, Artland Fleischwaren in Badbergen.

Im Nachkriegsdeutschland war das für die Region wichtigste Unternehmen die Firma Kynast mit Sitz in der Quakenbrücker Neustadt, die mehr als 2500 Mitarbeiter beschäftigte, doch inzwischen, nach zwei Insolvenzen als 2005 neu gegründete Kynast-Steel GmbH, weitgehend bedeutungslos ist. Auch die im dortigen Industriegebiet einst niedergelassenen Fabriken für Matratzenherstellung („Schlaraffia“) und chemische Farbindustrie sowie Maschinenbauunternehmen überstanden die Strukturkrise der 1980er Jahre nicht.

Kläranlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2007 wurde eine neue Kläranlage an der Plückmannstraße 27 in Quakenbrück Betrieb genommen. Die an derselben Stelle befindliche alte Kläranlage von 1957 konnte trotz laufender Sanierungsmaßnahmen vom Wasserverband Bersenbrück nicht weiter betrieben werden. Nach Zusage der Landesmittel für das mit insgesamt 6,7 Millionen Euro veranschlagte Bauprojekt konnte 2005 der erste Spatenstich erfolgen. Entstanden sind auf dem Gelände der alten Kläranlage eine zentrale Klärschlammbehandlungsanlage, bestehend aus einem Maschinenhaus mit Schlammeindick- und Schlammentwässerungsanlage. In dem neu errichtenden Blockheizkraftwerk wird bereits das anfallende Faulgas zur Stromerzeugung genutzt, um so auch die Stromkosten zu senken. Veraltete Betriebsräume wie Werkstatt, Lager, Labor und Sanitärräume sind ebenfalls einem Neubau gewichen. Aber auch die komplette Maschinen- und Elektrotechnik wurde saniert.[13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gudrun Kuhlmann: Das Artland und die Stadt Quakenbrück in ihrer historischen Entwicklung. Isensee, 2004. ISBN 3-89995-009-7
  • Christian Wüst, Heinrich Böning, Claudia Wüst, Heiko Bockstiegel, Josef Hauertmann: Das Artland: Kulturschatz im Nordwesten. Artland-Atelier Quakenbrück, 2006. ISBN 3-00-018542-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Samtgemeinde Artland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Wolfgang Schlüter: Die Vor- und Frühgeschichte des Artlandes und seiner Umgebung. In: H.-R. Jarck (Hrsg.): Quakenbrück. Von der Grenzfestung zum Gewerbezentrum. S. 34f.
  3. Niedersächsische Gemeindeordnung (PDF; 193 kB)
  4. a b c d Hauptsatzung für die Samtgemeinde Artland (PDF; 89 kB)
    Das Wappen der Samtgemeinde wird in § 2 Absatz 1 unvollständig beschrieben mit dem Satz:
    „Das Wappen der Samtgemeinde zeigt zueinander gewendet zwei Drachen ohne Flügel und Klauen.“
  5. Samtgemeinde Artland über Kulturschatz Artland
  6. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Bevölkerungsfortschreibung
  7. Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland
  8. http://wahlen.artland.de/Wahlen/Komwahl2016/459101_000055/index.html
  9. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311
  10. Landkreis Osnabrück, Amtliche Endergebnisse der Kreiswahl am 9. September 2001 (Memento vom 25. Mai 2005 im Internet Archive) (PDF; 528 kB)
  11. Die Kommunalwahl Landkreis Osnabrück vom 11. September 2011 (enthält auch Ergebnisse 2006). (PDF 8,0MB S. 16 Spalte "Gemeindewahlen") Landkreis Osnabrück, abgerufen am 6. März 2016.
  12. Samtgemeinde Artland: Geschichtliches
  13. Wasserverband Bersenbrück