Samtgemeinde Radolfshausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Samtgemeinde Radolfshausen
Samtgemeinde Radolfshausen
Deutschlandkarte, Position der Samtgemeinde Radolfshausen hervorgehoben
Koordinaten: 51° 34′ N, 10° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Fläche: 68,34 km2
Einwohner: 7162 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner je km2
Verbandsschlüssel: 03 1 59 5404
Verbandsgliederung: 5 Gemeinden
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Vöhreweg 10
37136 Ebergötzen
Webpräsenz: www.radolfshausen.de
Bürgermeister: Arne Behre (SPD)
Lage der Samtgemeinde Radolfshausen im Landkreis Göttingen
Niedersachsen Staufenberg Hann. Münden Scheden Bühren Niemetal Jühnde Dransfeld Adelebsen Friedland Rosdorf Göttingen Bovenden Gleichen Landolfshausen Seulingen Waake Seeburg Ebergötzen Duderstadt Obernfeld Rollshausen Rüdershausen Rhumspringe Wollershausen Gieboldehausen Wollbrandshausen Bodensee Krebeck Walkenried Bad Sachsa Bad Lauterberg im Harz Herzberg am Harz Herzberg am Harz Herzberg am Harz Hattorf am Harz Hattorf am Harz Wulften am Harz Elbingerode Hörden am Harz Osterode am Harz Bad Grund (Harz) Harz (Landkreis Göttingen) Harz (Landkreis Göttingen) Harz (Landkreis Göttingen) Landkreis Goslar Landkreis Northeim Landkreis Northeim Hessen Thüringen Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild
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Die Samtgemeinde Radolfshausen ist 1973 im Rahmen der kommunalen Neugliederung in Niedersachsen geschaffen worden. Sie liegt im Landkreis Göttingen und hatte im Juni 2005 7690 Einwohner. Der Verwaltungssitz der Samtgemeinde ist in der Gemeinde Ebergötzen.

Die Mitgliedsgemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen Ort Radolfshausen gibt es nicht mehr, die Samtgemeinde hat folgende Mitgliedsgemeinden:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Samtgemeinde Radolfshausen wurde im Frühjahr 1973 gegründet. Der Name leitet sich dabei aus dem ehemaligen Amtsbezirk Radolfshausen ab, dessen Amtshaus, das spätere Forsthaus Radolfshausen, sich in Ebergötzen an der Mündung des Weißwasserbaches in die Aue befindet. Es ist ein barocker Fachwerkbau aus dem Jahre 1711. Im frühen 14. Jahrhundert waren die Edelherren von Plesse mit Besitz im Raum des späteren Amtes Radolfshausen begütert, so zogen sie nachweislich 1317 den halben Zehnten der Feldmark Falkenhagen ein. Nach dem Aussterben der Herren von Plesse 1571 kam das Amt an die Grubenhagensche Linie des Welfenhauses, 1577 verkauften sie es an die Landgrafschaft Hessen.[2] Gegen Ende des 16. Jahrhunderts konnte der Landgraf von Hessen jedoch nicht verhindern, dass das Amt wieder in die Hände der Welfen, nach dem Erlöschen der Grubenhagener Linie, an den Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel, fiel; 1866 ging das Gebiet in Preußen auf. Durch ständige Besitzwechsel ist auch die konfessionelle Gruppierung der Bevölkerung gespalten gewesen. Bis heute lassen sich diese Differenzen nachzeichnen, so ist das Eichsfeld vorwiegend katholisch, das frühere Göttingisch-Grubenhagensche Gebiet lutherisch und die einstigen hessischen Exklaven reformiert.[3]

Die Besiedlung des Geländes reicht jedoch bis ins Mittelalter zurück, was an dem spätromanischen, spätgotisch, Wohnturm aus dem 13. bis 14. Jahrhundert zu sehen ist. Er selbst bildete das Kernstück der einstigen Wasserburg, die sich, inklusive Wall und Graben, zwischen dem Weißwasserbach und der Aue befand. Die Größe betrug ungefähr 75 mal 100 m, der bewohnbare Raum wird auf 45 mal 60 m geschätzt.[4] Bei Ausgrabungen entdeckte man darüber hinaus ein Steinbeil, welches in das Neolithikum datiert wird. Die ersten urkundlichen Erwähnungen der Gemeinden und Ortsteile der Samtgemeinde erfolgen um 840.

Im März 1998 gründete sich der Verein "Altes Amt Radolfshausen", dessen Ziele unter anderem darin bestehen, die baulichen Anlagen auf dem ehemaligen Gelände des staatlichen Forstamtes zu schützen. Vor allem gilt es die historischen Elemente der Kulturlandschaft zu erhalten, da neben dem Wohnturm auch ein historisches Kellergewölbe sowie eine Wagenremise gefunden wurde. Schützenswert sind außerdem die zahlreichen Kopflinden und botanischen Besonderheiten, worunter man eine Schwarznuss findet, die mit ihrer Stammdicke von mehr als einem Meter die dickste Schwarznuss in Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen ist.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samtgemeinderatswahl 2011[5]
 %
50
40
30
20
10
0
45,74 %
38,30 %
14,47 %
1,48 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,47 %p
+0,15 %p
+7,79 %p
-2,48 %p

Samtgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Samtgemeinderat setzt sich aus 20 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung:
Gespalten von Gold und Rot über einem aus dem unteren Schildrand wachsenden, silbern unterlegten, sechsspeichigen oberhalben roten Rad in verwechselten Farben, vorne eine roter Maueranker, hinten ein widersehender blaubewehrter goldener Löwe.
Wappenbegründung:
Die dem früheren Landkreis Göttingen angehörenden Gemeinden und Ortsteile waren bis in das vergangene Jahrhundert hinein Mitglied des Amtes Radolfshausen. Für sie stehen die Symbole des Mauerankers und des Löwen, die dem bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts geführten Amtswappen des Amtes Radolfshausen entlehnt sind.
Das im Schildfuß angeordnete Rad weist für die eichsfeldischen Gemeinden und Ortsteile auf deren Zugehörigkeit zum alten Erzbistum Mainz hin. Dem dargestellten, aus dem Schildfuß wachsenden und halbierten und durch den Spalt geteilten Rad liegen zwei Bedeutungen zu Grunde: Einmal soll die Teilung des Eichsfeldes nach 1945 dokumentiert sein, zum anderen deuten die verwechselten Farben im Rad auf die beiden aus diesem Raum der Samtgemeinde zugeordneten Gemeinden hin.
Das Wappen wurde am 15. Oktober 1980 vom Samtgemeinderat der Samtgemeinde Radolfshausen beschlossen und durch Verfügung des Landkreises Göttingen am 2. Februar genehmigt."
Zitiert nach der Wappenbeschreibung der Samtgemeinde Radolfshausen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Albrecht Traumann: Über ein Gutachten zu einer Reform der Landwirtschaft im Amt Radolfshausen aus dem Jahr 1798. In: Plesse Archiv. Band 21, 1985, ISSN 0341-3837, S. 120.
  3. Kurt Schierenbeck: Samtgemeinde Radolfshausen. In: Der Landkreis Göttingen. Kommunikation und Wirtschaft, Oldenburg 1980, ISBN 3-88363-012-8, S. 56.
  4. Gerhard Ströhlein: Zu Besuch in Deutschlands Mitte. Natur - Kultur - Tourismus. In: Tobias Reeh, Gerhard Ströhlein (Hrsg.): ZELTForum - Göttinger Schriften zur Landschaftsinterpretation und Tourismus. Band 3. Universitätsverlag, Göttingen 2006, ISBN 3-938616-55-5, S. 136.
  5. http://wahlen.kds.de/2011kw/Daten/152403_000038/index.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]