Samuel Stryk

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Samuel Stryk

Samuel Stryk, auch: Sticke, Stryck (* 22. November 1640 in Lenzen; † 23. Juli 1710 in Halle (Saale)), war ein deutscher Jurist.

Leben[Bearbeiten]

Stryk war der Sohn des Amtmannes Elias Stryck in Brandenburg und dessen Frau Eva, der Tochter des Amtsschreibers Georgius Calov aus Zedenick. Zunächst besuchte er die Schule in seiner Heimatstadt, dann die Schule in Seehausen und das Gymnasium in Cölln. So vorgebildet, immatrikulierte er sich 9. Juni 1658 an den Universität Wittenberg, wo er zunächst an der philosophischen Fakultät bei Johann Sperling und Georg Kaspar Kirchmaier die Vorlesungen besuchte. Nachdem er sich entschlossen hatte, statt der Theologie die Rechtswissenschaften zu studieren, waren zunächst Caspar Ziegler und Wilhelm Leyser II. seine Lehrer. 1661 wechselt er an die Universität Frankfurt (Oder), wo er die Disputationen de ordinariis regnum consequendi modis und de Dardanariis hielt.

Im Anschluss begab er sich auf Bildungsreise und besucht die Universitäten in Oxford, Leiden, Utrecht, Groningen, Franeker und Löwen. Zurückgekehrt nach Frankfurt (Oder) begleitete er zwei vornehme Personen nach Italien und Frankreich. Da er aber seine Studien fortsetzen wollte, führten ihn seine Wege wieder nach Frankfurt (Oder), wo er am 11. Mai 1665 den akademischen Grad eines Lizentiaten der Rechtswissenschaften erwarb und am 17. Dezember zum Doktor der Rechtswissenschaften promoviert wurde.

Daraufhin erhielt er eine außerordentliche Professur und behandelte die Novellen. Nach den Regeln der Universität rückte er im Juni 1668 auf die ordentliche Professur der Institutionen auf. Nach dem Tod seines Schwiegervaters Johann Brunnemann übernahm er 1672 die Professur der Pandekten, 1680 nach dem Tod von Philipp Jacob Wolff die Professur des Codex und stieg nach dem Weggang von Johann Friedrich Rhetz als Geheimrat nach Berlin zum Dekan der juristischen Fakultät auf. Während seiner Frankfurter Amtszeit avancierte er dreimal zum Rektor der Universität.

Als 1690 sein einstiger Wittenberger Lehrer Caspar Ziegler verstorben war, verhandelte der sächsische Kurfürst Johann Georg III. von Sachsen zur Neubesetzung der Stelle mit dem Brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, da Stryk als ausgezeichneter Kenner des römischen Rechts galt. Man konnte eine Einigung erzielen und ihn für ein Salär von 500 Gulden an der Universität verpflichten. In Wittenberg veröffentlichte er ein erstes „Specimen“ seines zivilrechtlichen Hauptwerks, des „Usus modernus Pandectarum“. Darin zeigte Stryk erfolgreich einen Mittelweg zwischen römischem Privatrecht und deutschem Recht auf.

1692 ging er auf Wunsch seines angestammten Dienstherrn an die neu gegründete Universität Halle, wo ihm neben dem Titel eines Geheimrats sowohl 1695 als 1703 das Prorektorat der Universität und das Dekanat der juristischen Fakultät übertragen wurde. Gemeinsam mit Veit Ludwig von Seckendorff und Christian Thomasius baute er die neu entstandene Universität auf und schlug auch Angebote als Direktor der Universität Kopenhagen aus. Justus Henning Boehmer begann 1699 unter Stryks Förderung seine Lehrtätigkeit an der juristischen Fakultät.

Im Alter von 70 Jahren starb Samuel Stryk am 23. Juli 1710 gegen 7 Uhr früh in Halle/Saale. Sein Grab befindet sich auf dem hallischen Stadtgottesacker. Die Kollegen August Hermann Francke und Freiherr Maximilian Ladislaw von Lichnowsky hielten bemerkenswerte Trauerreden, die später auch veröffentlicht wurden.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Disputatio Juridica de Jure privilegati contra privilegatum. 1684.
  • Specimen usus moderni Pandectarum. 1690 (Dieses Werk wurde zum Namensgeber für eine ganze Epoche der europäischen Rechtswissenschaft, usus modernus pandectarum, der Praxis und Wissenschaft des römischen Rechts in seiner Anwendung in Kontinentaleuropa nach der Rezeption).
  • Tractatus de cautelis testamentorum. Orphanotrophius, Halle 1703 (Digitsalisat).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]