Samy Deluxe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Samy Deluxe (2009)

Samy Deluxe (* 19. Dezember 1977[1] als Samy Sorge in Hamburg) ist ein deutscher Rapper. Er ist außerdem unter den Namen Samsemilia, Wickeda MC, The Big Baus of the Nauf und Herr Sorge bekannt. Er war Inhaber des Labels Deluxe Records und ist mit über einer Million verkauften Tonträgern einer der kommerziell erfolgreichsten deutschen Rapper.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit und Anfänge im Hip-Hop (1977–1997)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samy Deluxe wuchs in der Familie seiner Mutter auf, sein aus dem Sudan stammender Vater verließ Deutschland, als Samy zwei Jahre alt war. Seine afrikanische Herkunft, seine Kindheit in Hamburg-Eppendorf[3] ohne leiblichen Vater und sein weiteres Leben in Hamburg-Eimsbüttel spielen bis heute eine bedeutende Rolle in seinen Texten.[4]

Zu Beginn seiner Karriere rappte er in englischer Sprache, bekannt und erfolgreich wurde er aber erst durch Rap und Gesang in deutscher Sprache. Seine ersten Bühnenerfahrungen sammelte er als Mitglied der Band No Nonsens, die kleinere Auftritte am Hamburger Hafen hatte. Nach Auflösung dieser Gruppe verhalf ihm Jan Eißfeldt, Mitglied bei den Absoluten Beginnern und Kopf des Hamburger Indie-Labels Eimsbush zu weiteren Auftritten. Seinen Künstlernamen Deluxe gab er sich, nachdem er auf einer Party eine Platte von Felix De Luxe entdeckt hatte.[5]

Durchbruch mit Dynamite Deluxe und Soloalben (1997–2004)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dynamite Deluxe

1997 produzierte er mit DJ Dynamite und Tropf unter dem gemeinsamen Bandnamen Dynamite Deluxe ein Demo-Tape über Eimsbush. Die Absoluten Beginner veröffentlichen 1999 dann die erfolgreiche Feature-Single mit Samy Deluxe, Füchse vom Album Bambule. Das erste Dynamite-Deluxe-Album, Deluxe Soundsystem, über Eimsbush/Buback veröffentlicht, stieg im April 2000 auf Platz vier der deutschen Albumcharts ein, verkaufte sich über 150.000 Mal und wurde mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. Die dazugehörige Tour sowie Auftritte auf Festivals wie Splash und Flash brachten den Karrieredurchbruch für Deluxe. Im Anschluss verließ DJ Dynamite die Formation.

Samy mit D-Flame, 2000

2001 wurde das Album Samy Deluxe veröffentlicht, mit dem er kurz darauf eine goldene Schallplatte für mehr als 150.000 verkaufte Einheiten erhielt. Spätestens seit diesem Album zählt Deluxe zu den festen Größen im deutschen Hip-Hop. 2003 entstand in einem Gemeinschaftsprojekt mit Afrob das Album Wer hätte das gedacht?, wobei für diese Zusammenarbeit der Name ASD gewählt wurde. Viele der Beats dieses und des nächsten Albums kaufte Samy bei amerikanischen Produzenten wie J Dilla, Diamond D und Waajeed ein. Im August 2004 erschien das zweite Soloalbum Verdammtnochma!, das Platz zwei der deutschen Albumcharts erreichte und sich drei Wochen in den Top Ten hielt. Im selben Jahr steuerte er eine Rapstrophe für die deutschsprachige Veröffentlichung des Songs Dip It Low der US-Sängerin Christina Milian bei.

Mixtapes und Album mit Dynamite Deluxe (2005–2008)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samy Deluxe, 2014
Samy Deluxe als Musikpate bei Dein Song mit Musikkomponist Samer

Im Februar 2005 vertrat er sein Heimatbundesland Hamburg bei dem von Stefan Raab initiierten Bundesvision Song Contest. Dort belegte er Platz 9 von 16. 2006 entwarf Deluxe in Zusammenarbeit mit Reebok einen Sneaker und in Zusammenarbeit mit New Era Cap eine Kappe. Außerdem veröffentlichte er am 22. Dezember 2006 das Mixtape Deluxe von Kopf bis Fuss, auf dessen Cover die von ihm entworfenen Kleidungsstücke abgebildet sind. 2007 folgten zwei weitere Sneaker in Zusammenarbeit mit Reebok.

Im August 2007 erschien ein Best-of-Feature-Mixtape mit dem Titel Lebende Legende, gemixt von DJ Mixwell. Im Januar 2008 wurde das zweite Album von Dynamite Deluxe mit dem Titel TNT veröffentlicht, das auf Platz 5 der deutschen Albumcharts einstieg. ImDezember 2008, erschien ein Sampler mit dem Titel Liebling, ich habe das Label geschrumpft, darauf vertreten waren Ali A$, TUA und Samy Deluxe selber, die letzten drei Künstler des DLX-Camps, worauf auch der Name zurückzuführen ist.

Neue Alben als Samy Deluxe und Herr Sorge (2009–2016)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009 veröffentlichte Deluxe sein drittes Studioalbum, Dis wo ich herkomm, das auf Platz 3 der Albumcharts einstieg. Danach erschien im selben Jahr sein Mixtape Der letzte Tanz. 2010 erschien auch eine Live-Version von Dis wo ich herkomm. Im Juli 2011 erschien das Album SchwarzWeiss. Die Vorabsingle zum Album trägt den Titel Hände Hoch. Im August 2011 stieg die erste Single, Poesie Album, auf Platz 63 der deutschen Top 100 ein. SchwarzWeiss erreichte im August 2011 Platz 1 der deutschen Albumcharts. 2014 erhielt Deluxe eine goldene Schallplatte für das Album.

2012 und 2013 trat Samy Deluxe unter dem Pseudonym Herr Sorge auf und veröffentlichte das Album Verschwörungstheorien mit schönen Melodien, das sich durch viel Gesang und die hohe Nutzung von Auto-Tune auszeichnet. Seit Herbst 2013 tritt er wieder als Rapper auf. Das nächste Studioalbum von Deluxe trägt den Titel Männlich und erschien im März 2014. Zudem startete im Februar 2014 eine sechsteilige Fernsehserie auf DMAX mit dem Titel Männlich Deluxe. Zuvor veröffentlichte er im November 2013 das Mixtape Perlen vor die Säue. Als Feature-Gäste sind Matteo Capreoli, Afrob, Megaloh, Ali A$ und Brixx enthalten. Als Single wurde der Titeltrack Perlen vor die Säue (feat. Matteo Capreoli) veröffentlicht, es folgte der Track Exodus. Die Beats stammen von Samy Deluxes Sohn Elijah Malik Russell. Im Oktober 2014 wurde ein weiteres Mixtape mit dem Namen Gute alte Zeit veröffentlicht. Darauf sind neben Deluxe auch Megaloh, Afrob, Nico Suave, Eko Fresh, Matteo Capreoli, John Known und Bengio vertreten.

Im Juli 2015 veröffentlichte er mit Afrob nach zwölf Jahren das zweite ASD-Album mit dem Titel Blockbasta. Das sechste Soloalbum von Samy Deluxe, Berühmte letzte Worte erschien im April 2016. Zu dieser Zeit war Deluxe zudem Teil der dritten Staffel von Sing meinen Song – Das Tauschkonzert.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samy Deluxe hat mit der Soul-/R&B-Sängerin Brooke Russell einen Sohn. Das Paar heiratete 2001, ist aber mittlerweile geschieden. Er widmete seinem Sohn mehrere Lieder wie z. B. Superheld, Doppelt VIP oder Papa weint nicht. Er gehört keiner Religionsgemeinschaft an; seine Familie im Sudan ist muslimisch.[6]

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit anderen Musiker-Kollegen vor allem afrikanischer Herkunft veröffentlichte er die Alben Lightkultur (2001) sowie Am I My Brother’s Keeper (2005), um auf Missstände in Bezug auf Migranten und auf Rechtsextremismus aufmerksam zu machen. Er drehte außerdem einen Werbespot zum Welt-AIDS-Tag 2006 unter dem Motto Gemeinsam gegen AIDS. Auch zu den Welt-AIDS-Tagen 2007, 2008 und 2009 engagierte er sich wieder mit Fernsehspots und Plakataktionen.

Er rief mit Julia von Dohnanyi ein Projekt mit Schülern mit dem Titel Crossover ins Leben, bei dem er in Workshops mit den Kindern Musik machte und Marvin Willoughby ihnen Basketballspielen beibrachte, um die Integration der Schüler aus verschiedenen Schulen und Gesellschaftsschichten zu fördern. Des Weiteren trat er im Sommer 2007 bei Live Earth auf. Im Oktober 2008 veranstaltete er einen Workshop mit Nachwuchsrappern im Alter von 12 bis 16 Jahren. Am Ende des Workshops gab es einen Auftritt auf dem Fest zum Tag der Deutschen Einheit in Hamburg zusammen mit Azad, Max Herre und Denyo. Deluxe engagiert sich für das Lesen- und Schreibenlernen. Im Rahmen der Kampagne iCHANCE, die vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung durchgeführt wird, spricht er sich gegen Analphabetismus aus und möchte Betroffenen Mut machen.[7][8]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Pseudonym
Chartplatzierungen Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
2001 Samy Deluxe 2 Gold
(31 Wo.)
31
(14 Wo.)
55
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. April 2001
Verkäufe: + 150.000
2003 Wer hätte das gedacht?
mit Afrob als ASD
5
(13 Wo.)
34
(7 Wo.)
24
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. März 2003
2004 Verdammtnochma! 2
(9 Wo.)
10
(8 Wo.)
9
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. August 2004
2009 Dis wo ich herkomm 3
(8 Wo.)
13
(7 Wo.)
4
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. März 2009
2011 SchwarzWeiss 1 Gold
(15 Wo.)
9
(7 Wo.)
2
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. Juli 2011
Verkäufe: + 100.000
2012 Verschwörungstheorien mit schönen Melodien
als Herr Sorge
43
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. Dezember 2012
2014 Männlich 3
(6 Wo.)
14
(3 Wo.)
8
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. März 2014
2015 Blockbasta
mit Afrob als ASD
4
(5 Wo.)
16
(1 Wo.)
6
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Juli 2015
2016 Berühmte letzte Worte 4
(15 Wo.)
11
(4 Wo.)
5
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. April 2016

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ECHO Pop
    • 2002: für Hip-Hop/R&B National
  • Comet
    • 2001: für Hip Hop National
  • MTV Europe Music Awards
    • 2001: für Bester deutscher Künstler
  • Bravo Otto
    • 2001: Gold für HipHop National
    • 2004: Bronze für HipHop National
    • 2005: Bronze für HipHop National
  • Hiphop.de Award
    • 2006: für bestes Mixtape (Big Baus of the Nauf)
    • 2010: für beste soziale oder politische Aktion (Samy Deluxe als Botschafter des Weltaidstags )
  • Jam FM Rapublik Award
    • 2007: für bestes Label
  • Sonstige
    • 2011: Bildungsbotschafter der didacta für sein Engagement mit seinem Verein Crossover e. V.
    • 2012: HANS – Der Hamburger Musikpreis in der Kategorie Herausragende Hamburger Künstlerentwicklung
    • 2013: Goldener ROLAND

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Samy Deluxe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In: Juice, Januar/Februar 2008, S. 130.
  2. Samy Deluxe: „Ich habe die Jahre wie im Rausch erlebt“. welt.de, 28. März 2015, abgerufen am 31. März 2015.
  3. Jan Fleischmann: Viele haben gesagt: „Das ist so ein Rich-Kid“. In: DMAX Magazin. Nr. 04, 2014, S. 44–51.
  4. Hagen-Jeske, Ina: "Zu weiß für die Schwarzen und zu schwarz für die Weißen". Der künstlerische Umgang mit Identität, Rassismus und Hybridität bei Samy Deluxe und B-Tight. Tectum Verlag, Marburg, ISBN 978-3-8288-3766-9, S. 9–13, 143–211.
  5. http://www.katholisch.de/video/15582-so-gesehen-talk-am-sonntag-on-tour-mit-samy-deluxe
  6. http://www.katholisch.de/video/15582-so-gesehen-talk-am-sonntag-on-tour-mit-samy-deluxe
  7. iCHANCE Profi Portal: Promis. Abgerufen am 2. August 2011.
  8. Samy Deluxe gegen Analphabetismus. YouTube, 5. September 2008, abgerufen am 2. August 2011.