San Esteban de Gormaz

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Gemeinde San Esteban de Gormaz
San Esteban de Gormaz – Ortsansicht
San Esteban de Gormaz – Ortsansicht
Wappen Karte von Spanien
Wappen von San Esteban de Gormaz
San Esteban de Gormaz (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: Soria
Comarca: Burgo de Osma
Koordinaten 41° 34′ N, 3° 12′ WKoordinaten: 41° 34′ N, 3° 12′ W
Höhe: 854 msnm
Fläche: 406,71 km²
Einwohner: 3.021 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 7,43 Einw./km²
Postleitzahl: 42330
Gemeindenummer (INE): 42162 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: www.sanestebandegormaz.org Ayuntamiento de San Esteban de Gormaz

San Esteban de Gormaz ist ein nordspanischer Ort und eine Gemeinde (municipio) in der Provinz Soria der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León. Der Ort wurde als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico anerkannt. Zur Gemeinde gehören außerdem die folgenden 18 Ortschaften: Aldea de San Esteban, Atauta, Ines, Matanza de Soria, Morcuera, Olmillos, Pedraja de San Esteban, Peñalba de San Esteban, Piquera de San Esteban, Quintanas Rubias de Abajo, Quintanas Rubias de Arriba, Quintanilla de Tres Barrios, Rejas de San Esteban, Soto de San Esteban, Torraño, Torremocha de Ayllón, Velilla de San Esteban und Villálvaro.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kleinstadt San Esteban de Gormaz liegt – in strategisch günstiger Lage nach Süden vom Río Duero und nach Norden von einer steil aufragenden Felswand geschützt – auf dem nördlichen Ufer des Río Duero in einer Höhe von etwa 850 Metern ü. d. M. Die nächstgrößeren Städte sind El Burgo de Osma (ca. 12 Kilometer östlich) und Aranda de Duero (ca. 46 Kilometer westlich); die Provinzhauptstadt Soria liegt etwa 55 Kilometer nordöstlich. Die sehenswerte Kleinstadt Berlanga de Duero befindet sich etwa 37 Kilometer in südöstlicher Richtung; von dort sind es nur etwa 11 Kilometer bis nach Caltojar. Der Ort befindet sich an zwei touristischen Straßen – der Ruta de Lana („Wollstraße“) und dem Camino del Cid („Weg des Cid“).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2010
Einwohner 2.246 4.421 3.675 3.515 3.362 3.291

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahr 1960 hatte der Ort stets um die 2000 Einwohner. Der starke Bevölkerungsanstieg zwischen 1960 und 1970 ist auf die Eingemeindung mehrerer ehemals selbständiger Dörfer zurückzuführen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

San Esteban de Gormaz war seit seiner Wiederbesiedlung (repoblación) im 11. und 12. Jahrhundert in hohem Maße abhängig von der Landwirtschaft, wobei sowohl Ackerbau als auch Viehzucht und Milchwirtschaft möglich war. Aufgrund der Mechanisierung der Landwirtschaft ist die Bevölkerung des Ortes allmählich zurückgegangen. San Esteban de Gormaz hat Anteil am Weinbaugebiet Ribera del Duero. Auch der Kultur- und Wandertourismus spielen eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde.

San Esteban de Gormaz – Ortsansicht

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von San Esteban de Gormaz wurde bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Auch Zeugnisse der Römer und der Mauren wurden gefunden. Die Mauren erachteten den Ort für so wichtig, dass sie eine Burg errichteten. Sie und das Dorf (damals Castromoro = „Maurenburg“ genannt) war vom 9. bis 11. Jahrhundert Streitobjekt zwischen maurischen und christlichen Truppen, bis es schließlich endgültig an das Königreich Kastilien fiel.

Es ist überliefert, dass im Jahr 1187 die ersten Cortes de Castilla – allerdings noch ohne Stimmrecht – in San Esteban tagten. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wuchs der Ort und gewann stetig an Bedeutung. Zu dieser Zeit wurden um die 3000 Einwohner gezählt, aufgeteilt auf vier Pfarrgemeinden, außerhalb des Ortes gab es zwei Klöster. Danach verlor der Ort mehr und mehr an Bedeutung; im Jahre 1808 wurde die mittelalterliche Burg von den Franzosen zerstört. Die Einwohner erlebten in der Folge Phasen großer Armut und verließen den Ort auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche San Miguel (um 1100)
  • Der gesamte Ort ist zum Conjunto histórico-artístico erklärt worden; sehenswert ist vor allem der rechteckige Hauptplatz (plaza mayor) mit seinen Arkadenhäusern. Aus dem Ensemble ragen die beiden romanischen Kirchen heraus:
  • Die Kirche San Miguel ist eine romanische Kirche mit der frühesten, für die Region typischen Südvorhalle (portico oder galería porticada).
  • Die Kirche Nuestra Señora del Rivero ist etwas jünger, aber ebenfalls im romanischen Stil erbaut. Auch sie hat eine Südvorhalle.
  • Eine zur ehemaligen Burg (castillo) gehörende Mauer überragt den Ort.
  • Eine aus mächtigen Steinblöcken gefügte Brücke (puente romano) überspannt den Fluss Duero.
Vororte
  • Der im Jahr 2005 eingeweihte „Themenpark Romanik“ (Parque Temático del Románico) liegt etwa 2,5 Kilometer südlich der Stadt und zeigt verkleinerte Modelle von etwa einem Dutzend romanischen Kirchen in den Provinzen Zentralspaniens.
  • Im Vorort Rejas de San Esteban befinden sich zwei weitere romanische Kirchen mit Südvorhallen, San Martín und San Ginés.
  • Etwa vier Kilometer außerhalb, auf dem Gebiet des Vororts Quintanilla de Tres Barrios, steht ein aus islamischer Zeit stammende Wehrturm (Atalaya). Der ehemals nur mit Hilfe einer Leiter zu erreichende Eingang ist mittlerweile mit einem Treppenaufgang versehen.

Töchter und Söhne der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: San Esteban de Gormaz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).