San Michele al Tagliamento

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San Michele al Tagliamento
Wappen
San Michele al Tagliamento (Italien)
San Michele al Tagliamento
Staat Italien
Region Venetien
Metropolitanstadt Venedig (VE)
Lokale Bezeichnung San Michełe al Tajamento
Sant Micjêl (tal Tiliment) (fur)
Koordinaten 45° 46′ N, 13° 0′ OKoordinaten: 45° 46′ 0″ N, 12° 59′ 43″ O
Höhe m s.l.m.
Fläche 112 km²
Einwohner 11.822 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 106 Einw./km²
Postleitzahl 30020
Vorwahl 0431
ISTAT-Nummer 027034
Volksbezeichnung Sanmichelini
Schutzpatron Madonna della Salute
Website San Michele al Tagliamento

San Michele al Tagliamento ist eine Stadt mit 11.822 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) innerhalb der Metropolitanstadt Venedig in der italienischen Region Venetien. Bekannt ist sie vor allem für den Sommertourismus im Stadtteil Bibione.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt, wie im vollen Namen ersichtlich, am rechten Ufer des Flusses Tagliamento, etwa 64 Kilometer (Luftlinie) nordöstlich von Venedig. Zur Küste im Süden sind es knapp 20 Kilometer. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses, der hier die Grenze zwischen den Regionen Venetien und Friaul-Julisch Venetien bildet, liegt die Stadt Latisana.

Die Nachbargemeinden sind Caorle, Fossalta di Portogruaro, Latisana (UD), Lignano Sabbiadoro (UD), Morsano al Tagliamento (PN), Portogruaro, Ronchis (UD) und Varmo (UD).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Spuren menschlichen Lebens gehen auf das 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. zurück, als die Lagune, an der sich heute San Michele ausbreitet, von Venetern bewohnt wurde. Ab 181 v. Chr. kennzeichnete die Besiedlung der Römer den Anfang der Urbarmachung und landwirtschaftlichen Bebauung des ganzen Gebiets. Seit Ende des 18. Jahrhunderts haben archäologische Ausgrabungen schwarz-weiße Mosaikböden, Kupfermünzen, Glasscherben und Tonwaren entdeckt, die auf die römische Kaiserzeit zurückgehen.

Bibione[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche von Bibione
Logo von Bibione
Der Leuchtturm von Bibione
Das Feuerwerk fotografiert vom Strand.

Bibione, eine Fraktion San Micheles und Badeort an der Adriaküste, etwa 20 Kilometer vom Hauptort entfernt, hat etwa 3000 Einwohner und wird überwiegend von Touristen aus Deutschland und Österreich besucht. In den 2000er Jahren stieg die Anzahl der Besucher aus Holland, Belgien, Tschechien, Polen, Ungarn und Irland stark an. Die Stadt bietet um die 100.000 Schlafplätze, wie Hotels, Campingplätze oder Ferienwohnungen (Villaggio) an. Die wirtschaftlich wichtigsten Monate sind Mai bis September, da das Wetter zum Baden sonst oft zu kühl ist. Viele Geschäfte und die Strandinfrastruktur sind nur während der Saison, zwischen Mai und September, geöffnet.

Zu den Traditionen der Stadt zählt es, dass jeden Dienstag zwischen 7 und 12 Uhr auf dem Marktplatz (sonst Parkplatz) vor dem Luna Park, Bibiones Vergnügungspark, ein Wochenmarkt stattfindet. Dort werden verschiedene Dinge wie Kleidung, Hand- beziehungsweise Strandtücher, Fisch, Käse, Salami und Obst verkauft.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibione liegt in dem Gebiet zwischen der Adria und dem Fluss Tagliamento. Es ist auf Grund der Bodenbeschaffenheit und von Ausgrabungen anzunehmen, dass Bibione eine kleine Gruppe von Inseln war, die durch einen schmalen Landstrich mit der Lagune und dem Festland verbunden waren, jene insulae bibioni oder Bibiones, die in einigen römischen und mittelalterlichen Urkunden erwähnt werden. Teile dieser möglichen Inselgruppe existieren heute noch in den Lagunen.

Geschichte Bibiones[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Fall des römischen Reichs und der Ausbreitung des Christentums wurde Bibione an die Bischöfe von Concordia überschrieben und für die Inseln folgten die Jahrhunderte der Verwahrlosung. Pinienwälder breiteten sich über das Gebiet aus. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann die eigentliche Urbarmachung durch Bau von Entwässerungskanälen und Dämmen. Um das Jahr 1950, mit Beendigung der Arbeiten, blieben die Pinienwälder und der Sandstrand übrig. In den Folgejahren, mit dem Bau erster Ferienunterkünfte, ist Bibione ein Fremdenverkehrsort geworden.

Bibione gliedert sich in die Stadtteile Lido dei Pini, Bibione Pineda, Bibione Spiaggia und Lido del Sole.

Bibione heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor allem Deutsche und Österreicher, aber auch Italiener, Ost- und andere Europäer (je nach Jahreszeit und Stadtteil) verbringen ihren Urlaub an den sehr flachen Sandstränden Bibiones. Das Stadtbild ist geprägt von den zahlreichen Hotels, Pensionen und Campingplätzen, deren Bettenanzahl die Einwohnerzahl Bibiones um das 40-fache übertrifft. Bibione ist vor allem beliebt bei Familien, in den Hotels als auch am Strand wird Kinderbetreuung angeboten. Im Stadtteil „Lido dei Pini“ wurde ein ungefähr 300 Meter breites Strandstück für Hunde und deren Besitzer eingerichtet (Strandabschnitt „Lido del Faro“). Wassersport jeglicher Art (Windsurfing, Kajak, Segeln, Spaß-Ausfahrten auf das Meer) werden am Strand angeboten. Bars und Diskotheken runden das Angebot abends ab.

Seit dem Sommer 2019 ist der Strand Bibiones bis auf abgegrenzte Bereiche rauchfreies Gebiet. Dies beinhaltet auch den Bereich der Sonnenschirme.[2] Bereits seit Sommer 2014 war der Bereich zwischen Meer und erster Sonnenschirmreihe mit einem Rauchverbot belegt und somit der erste rauchfreie Strand Italiens.[3]

Im August 2017 wurde der erste inklusive Strandabschnitt Bibiones eingeweiht, unter anderem mit erleichtertem Strand-/Meerzugang (beispielsweise durch reservierte Parkplätze, Rollstühle zum Baden und Liftvorrichtung), Dolmetscher für Taubstumme oder speziellen Spielanlagen.[4]

Von Mai bis September findet jeden Monat entweder um 22:30 oder 23:00 ein Feuerwerk am Piazzale Zenith statt.[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das nördliche Stadtgebiet verläuft die Bahnstrecke Venedig–Triest. Der nächste Bahnhof befindet sich im benachbarten Latisana. Etwas weiter nördlich verläuft die Autostrada A 4 Turin – Mailand – Triest (La Serenissima), die über die Anschlussstelle Latisana zu erreichen ist.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

San Michele ist im Rahmen des Projekts Twinning Eco-Management Systems eine Partnerschaft eingegangen mit der ungarischen Gemeinde Balatonalmádi, einem Badeort am Plattensee ist.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: San Michele al Tagliamento – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. Smoke Free Beach. www.bibione.com, abgerufen am 12. August 2019.
  3. Bibione (Venedig), Erster Rauchfreier Strand Italiens. www.bibione.com, abgerufen am 11. August 2015.
  4. Einweihung des ersten Abschnittes des inklusiven Strandes. www.bibione.com, abgerufen am 13. August 2017.
  5. Alle Feuerwerke des Sommers 2018 in Bibione - Bibione.eu. In: Bibione.eu. (bibione.eu [abgerufen am 10. Oktober 2018]).
  6. Website San Michele al Tagliamento – Progetto di Gemellaggio, abgerufen am 30. September 2019.