Sanacja

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Sanacja (von lateinisch sanatio für Heilung) war die Eigenbezeichnung des Regimes in der Zweiten Polnischen Republik unter Józef Piłsudski zwischen 1926 und 1939.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff wurde von Piłsudskis Parolen während des Maiputsches 1926, die zur moralischen Heilung des öffentlichen Lebens der Gesellschaft („sanacja moralna“) in Polen aufriefen, abgeleitet. Die Sanacja wurde zwischen 1928 und 1935 vor allem durch den überparteilichen Block Bezpartyjny Blok Współpracy z Rządem (BBWR) und die von ihm aufgestellten Regierungen verkörpert. Sie propagierte einen autoritären Regierungsstil und schwächte die Opposition, indem sie eigene Anhänger dort zur Aufsplitterung der oppositionellen Parteien in konkurrierende Blöcke anstiftete. Nach Piłsudskis Tod 1935 entstanden innerhalb der Sanacja zwei Machtzentren in Polen – die Gruppe „Schloss“ um Ignacy Mościcki, benannt nach der Residenz des Präsidenten, dem Warschauer Königsschloss, und die Gruppe der „Obristen“ um den neuen Marschall Edward Rydz-Śmigły, vorwiegend bestehend aus ehemaligen Mitgliedern der Blauen Armee und der polnischen Legion.

Führungspersönlichkeiten der Sanacja[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Włodzimierz Borodziej: Geschichte Polens im 20. Jahrhundert, München 2010, ISBN 978-3-406-60648-9
  • Norman Davies: Im Herzen Europas. Geschichte Polens, München 2006, ISBN 978-3-406-46709-7
  • Christoph Kotowski: Die „moralische Diktatur“ in Polen 1926 bis 1939. Faschismus oder autoritäres Militärregime?, München 2011, ISBN 978-3-656-13544-9
  • Jerzy Gaul: Pokój czy WoJna? Polityka Józefa Piłsudskiego wobec Związku Sowieckiego w świetle raportów dyplomatów austriackich 1926–1935. In: Studia Humanistyczno-Społeczne 6/2012, S. 31–51 (pdf, shs.ujk.edu.pl).