Sanafir

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Folgende Teile dieses Artikels scheinen seit 9. April 2016 nicht mehr aktuell zu sein: Folgen der geplanten Übertragung von Ägypten auf Saudi-Arabien, unter anderem für den ägyptischen Nationalpark.
Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Sanafir
Karte der Tiran-Straße, mit Sanafir im Osten
Karte der Tiran-Straße, mit Sanafir im Osten
Gewässer Straße von Tiran,
Rotes Meer
Geographische Lage 27° 56′ 2″ N, 34° 41′ 56″ OKoordinaten: 27° 56′ 2″ N, 34° 41′ 56″ O
Sanafir (Saudi-Arabien)
Sanafir
Länge 8,7 km
Breite 5,9 km
Fläche 33 km²
Höchste Erhebung Raʾs Ṣināfīr
49 m
Einwohner (unbewohnt)
Satellitenbild von Sanafir
Satellitenbild von Sanafir

Sanafir (arabisch جزيرة صنافير, DMG Ǧazīrat Ṣanāfīr) ist eine Insel im Roten Meer einige Kilometer südöstlich des Eingangs zum Golf von Akaba. Sie gehört zusammen mit der westlich benachbarten Insel Tiran zur Provinz Tabuk von Saudi-Arabien.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Insel ist Teil der Straße von Tiran. Heute gehört die etwa 33 km² große Insel ebenso wie Tiran zum Ras-Mohammed-Nationalpark. Die Insel ist etwa neun Kilometer vom saudi-arabischen Festland (Raʾs al-Qaṣba) entfernt, und von Ägypten (Sinai-Halbinsel) knapp 23 km. Die Nachbarinsel Tiran liegt 2.8 km westlich von Sanafir, von dieser getrennt durch die Meeresstraße Ḥalq al-Qarūš. Zwischen den beiden Inseln liegt das Riff Šaʿb Abū Tinūn.

Im Osten der Insel erheben sich zahlreiche zerklüftete Kalksteinhügel, der höchste jedoch, der 49 Meter hohe Raʾs Ṣināfīr, liegt nahe dem südwestlichen Ende der Insel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zugehörigkeit von Tiran und Sanafir war länger zwischen Saudi-Arabien und Ägypten umstritten.

1906 übernahm Großbritannien die Kontrolle über die Inseln in einem Vertrag mit dem Osmanischen Reich. Auf diesen wurden die ägyptischen Ansprüche auf Tiran und Sanafir begründet. Saudi-Arabien gab hingegen an, 1950 die beiden Inseln an Ägypten verpachtet zu haben, um eine Besetzung durch Israel zu verhindern.[1]

Am 22. Mai 1967 wurde die Meerenge von Ägypten mit Hilfe der Inseln blockiert, was für Israel der Auslöser zum Sechstagekrieg war. Wie schon während der Sueskrise 1956, besetzte Israel die Inseln und behielt die Kontrolle bis 1982, als man sich wieder vom Sinai zurückzog.[1][2] Danach waren auf Tiran 1900 Angehörige des ägyptischen Militärs und ein Dutzend Amerikaner der Multinational Force and Observers (MFO) stationiert. Die definitive Souveränität über Tiran und Sanafir wurde von Ägypten und Saudi-Arabien, aufgrund der geostrategischen Bedeutung als einzigem Zugang Israels zum Roten Meer, bewusst im Unklaren belassen.

Am 9. April 2016 gab die Regierung Ägyptens bekannt, die Herrschaft über die Inseln offiziell an Saudi-Arabien abtreten zu wollen. In Ägypten kam es daraufhin zu Protesten gegen die Regierung.[3] Die Demonstranten sahen die Übergabe als Verkauf ägyptischen Territoriums an.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Paul-Anton Krüger: Des Königs neue Inseln. In: Süddeutsche Zeitung, 12. April 2016.
  2. Robert Priewasser: Tiran Island and Straits of Tiran. Unexplained Sovereignty over an Island in the Context of the Arab-Israeli Conflict. Akademikerverlag, Saarbrücken 2013
  3. Al-Sisi "verschenkt" Inseln an Saudi-Arabien - Ägypter sind sauer. Ägypten "verschenkt" Inseln an Saudi-Arabien. In: SZ.de. Herausgeberrat der Süddeutschen Zeitung, 11. April 2016, abgerufen am 17. April 2016: „Das Kabinett in Kairo hatte am Samstag bekannt gegeben, die Souveranität über die beiden Inseln an Saudi-Arabien übertragen zu wollen.“