Sandbostel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sandbostel
Sandbostel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sandbostel hervorgehoben
Koordinaten: 53° 25′ N, 9° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Rotenburg (Wümme)
Samtgemeinde: Selsingen
Höhe: 8 m ü. NHN
Fläche: 31,54 km²
Einwohner: 822 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner je km²
Postleitzahl: 27446
Vorwahlen: 04284, 04764
Kfz-Kennzeichen: ROW, BRV
Gemeindeschlüssel: 03 3 57 040
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 8
27446 Selsingen
Webpräsenz: www.selsingen.de
Bürgermeister: Peter Radzio (parteilos)
Lage der Gemeinde Sandbostel im Landkreis Rotenburg (Wümme)
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Über dieses Bild

Sandbostel ist eine Gemeinde im Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sandbostel liegt etwa 9 km südlich von Bremervörde, 17 km nördlich von Zeven, 43 km nordöstlich von Bremen und 60 km westlich von Hamburg. Durch die Gemeinde fließt die Oste.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Hauptort Sandbostel gehören auch die Orte Ober Ochtenhausen, Altenburg, Mintenburg, Gosehus, Heinrichsdorf, Hütten, Falje und Stoppelheide zur Gemeinde.

Ortsteile: Sandbostel, Mintenburg, Ober Ochtenhausen und Heinrichsdorf

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sandbostel, das früher einfach Bostel hieß, war von 1545 bis 1800 Adelssitz mit dem Gut Bostel. In Ober Ochtenhausen bestand von etwa 1555 bis 1765 ebenfalls ein adliges Gut. 1796 wurde vom Gut Sandbostel aus die Moorkolonie Mintenburg gegründet. 1998 wurde das Dorf Ober Ochtenhausen Landes- und Bundessieger des Wettbewerbs Unser Dorf soll schöner werden.

Lager Sandbostel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1939 bis 1945 bestand bei Sandbostel das Kriegsgefangenenlager Stalag X-B, das im April 1945 zudem als KZ-Auffanglager genutzt wurde.

Von 1952 bis 1960 wurde das ehemalige Kriegsgefangenenlager als Flüchtlingslager (Übergangslager) für jugendliche, männliche DDR-Flüchtlinge genutzt. Das Flüchtlingslager für junge Frauen befand sich in Westertimke.

Im Dezember 2004 wurde die „Stiftung Lager Sandbostel“ gegründet mit dem Auftrag, „auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag X B in Sandbostel eine Dokumentations-, Gedenk- und Begegnungsstätte zu errichten.“[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurde die Nachbargemeinde Ober Ochtenhausen eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2006 setzt sich der Gemeinderat aus vier Ratsmitgliedern der Wählergemeinschaft Sandbostel und vier Ratsmitgliedern der Wählergemeinschaft Ober-Ochtenhausen, sowie einem parteilosen Ratsmitglied zusammen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Sandbostel zeigt oben auf goldenem Grund drei Niedersachsenhäuser mit grünen Türen. Unten im hügelförmig nach oben gebogenen grünen Schildfuß wird ein silberner Wellenbalken dargestellt, der die Oste symbolisiert. Der aufgebogene Schildfuß steht für die in der Gemeinde vorhandenen Bodenerhebungen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1999 besteht mit dem Hüßelhus in Sandbostel ein kleines Museum, das sich mit der Heimatkunde befasst.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baracken des ehemal. Stalag X B

Einige der Gebäude des Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Stammlager X B sind erhalten und stehen heute unter Denkmalschutz. Zurzeit werden die letzten verbliebenen Baracken wieder hergestellt und es entsteht darin eine Ausstellung.

Am Ortseingang steht eine historische Windmühle, die zuletzt von dem Müller Hinrich Schröder bis ca. 1955 betrieben wurde. Heute wird die Windmühle bewohnt, und obwohl das Mahlwerk im inneren der Mühle entfernt wurde, ist sie samt dem Flügelrad im Wesentlichen erhalten.

Gedenkstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Sandbostel befindet sich eine Kriegsgräberstätte, wo etwa 10.000 kriegsgefangene Soldaten aus Russland, Polen und Frankreich größtenteils in Massengräbern beerdigt sind. Die gefangenen Soldaten wurden zur Zwangsarbeit eingesetzt. Heute kommen in regelmäßigen Abständen Delegationen aus der Partnergemeinde Danizy in Frankreich, um die Grabstätte zu pflegen und Grabschmuck niederzulegen. Die Mitglieder der Delegation werden bei Gastfamilien in Sandbostel untergebracht.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Reitverein Sandbostel veranstaltet auf dem idyllisch am Wald gelegenen Reitplatz alljährlich ein Turnier für Springreiten und Pferdedressur. Zu dem Turnier, bei dem schon viele Reitprofis wie Gerd Wiltfang gestartet sind, kommen jedes Jahr etwa 150 Reiter mit Pferden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sandbostel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Webseite der Stiftung
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 242.