Sandelholzgewächse

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Sandelholzgewächse
Sandelholz-Baum (Santalum album), Illustration

Sandelholz-Baum (Santalum album), Illustration

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Sandelholzartige (Santalales)
Familie: Sandelholzgewächse
Wissenschaftlicher Name
Santalaceae
R.Br.

Die Sandelholzgewächse (Santalaceae) sind eine Familie der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida). Der Sandelholzbaum (Santalum album) liefert Sandelholz und Sandelholzöl. Bekannt sind auch die halbparasitischen Misteln (Viscum).

Verbreitung[Bearbeiten]

Sie kommt weltweit, außerhalb kalter Gebiete vor. Besonders artenreich ist die Familie in den Tropen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Es sind meist verholzende Pflanzen: meistens Sträucher, selten Bäume; oder es sind parasitische krautige Pflanzen. Die Laubblätter sind meistens wechselständig. Nebenblätter sind keine vorhanden.

Sie sind meistens zweihäusig (diözisch), selten einhäusig (monözisch) getrenntgeschlechtig. Die sehr kleinen, radiärsymmetrischen Blüten sind zwittrig oder eingeschlechtig und sind drei- bis sechszählig (selten achtzählig). Es sind meistens drei, selten zwei, vier oder fünf, Fruchtblätter vorhanden. Der Fruchtknoten ist unterständig. Es werden Beeren, einsamige Steinfrüchte oder Nüsse gebildet.

Systematik[Bearbeiten]

Die Familie enthält etwa 38 bis 44 Gattungen mit etwa (400 bis) 990 Arten[1]. Nach GRIN, abgerufen am 2. Dezember 2013, gehören zur Familie im engeren Sinne nur die Gattungen[2] Antidaphne, Colpoon, Elaphanthera, Eubrachion, Exocarpos, Lepidoceras, Myoschilos, Nestronia, Omphacomeria, Osyris, Rhoiacarpos und Santalum:

  • Acanthosyris (Eichl.) Griseb.; mit etwa sechs Arten, die in Südamerika vorkommen
  • Amphorogyne Stauffer & Hürlimann; mit drei Arten, die in Neukaledonien vorkommen
  • Anthobolus R. Br.; mit etwa vier Arten; sie kommen in Australien und Neuguinea vor
  • Antidaphne Poeppig & Endl.; mit acht Arten, die im tropischen Südamerika vorkommen
  • Zwergmisteln (Arceuthobium M. Bieb.); mit etwa 42 Arten.
  • Buckleya Torr.; mit vier Arten, sie kommen in Nordamerika, in China und Japan vor
  • Cervantesia Ruiz & Pav.; mit nur einer Art:
  • Choretrum R. Br.; mit sechs Arten, sie kommen in Australien vor
  • Cladomyza Danser; mit etwa 20 Arten, sie kommen auf Borneo und in Papuasien vor
  • Colpoon P.J. Bergius; mit zwei Arten, die in Afrika vorkommen
  • Comandra Nutt.; mit nur einer Art, die aber drei Unterarten umfasst:
  • Daenikera Hürl. & Stauffer; mit nur einer Art:
  • Dendromyza Danser; mit sieben Arten, die in Südostasien und Indomalesien vorkommen
  • Dendrophthora Eichler; mit 65 bis 110 Arten, die im tropischen Amerika vorkommen
  • Dendrotrophe Miq.; mit fünf Arten, die in Indomalesien, in Südchina, in Südostasien und im tropischen Australien vorkommen
  • Dufrenoya Chatin; mit etwa 14 Arten, die in Indomalesien vorkommen
  • Elaphanthera N. Hallé; mit nur einer Art:
  • Eubrachion Hook. f.; mit zwei Arten, die in Mittel- und Südamerika vorkommen
  • Exocarpos Labill.; mit etwa 26 Arten, sie kommen von Südostasien und Malesien bis Hawaii, Australien und Neukaledonien vor
  • Geocaulon Fernald; mit nur einer Art:
    • Geocaulon lividum (Richardson) Fernald; sie kommt in Alaska, in Kanada und in den nordöstlichen USA vor
  • Ginalloa Korth.; mit neun Arten, die in Indomalesien vorkommen
  • Iodina Hook. & Arn. ex Meissn.; mit der einzigen Art:
    • Iodina rhombifolia (Hook. & Arn.) Meissn.; sie kommt in Südbrasilien, in Uruguay und Argentinien vor
  • Korthalsella Tiegh.; mit acht Arten; sie kommen in Afrika, auf Madagaskar, auf den Maskarenen, vom Himalaja bis Japan, Neuseeland und Hawaii vor
  • Kunkeliella Stearn; mit vier Arten, die auf den Kanaren vorkommen
  • Lepidoceras Hook. f.; mit zwei Arten, sie kommen von Peru bis Chile vor
  • Leptomeria R. Br.; mit etwa 17 Arten, die in Australien vorkommen
  • Mida A. Cunn. ex Endl.; mit etwa zwei Arten, einer in Neuseeland und einer auf den Juan-Fernandez-Inseln
  • Myoschilos Ruiz & Pav.; mit nur einer Art:
  • Nanodea Banks ex C.F. Gaertn.; mit nur einer Art:
  • Nestronia Raf. (wird auch zu Buckleya gestellt)
  • Notothixos Oliv.; mit etwa acht Arten, sie von Sri Lanka bis Australien vorkommen
  • Okoubaka Pellegr. & Normand; mit zwei Arten, die im tropischen Afrika vorkommen
  • Omphacomeria (Endl.) A. DC.; mit nur einer Art:
  • Osyridicarpos A. DC.; mit nur einer Art:
  • Rutensträucher (Osyris L.); mit etwa vier Arten, sie kommen im Mittelmeergebiet und in Afrika bis nach Indien vor
  • Phacellaria Benth.; mit etwa sieben Arten, sie kommen in Südostasien vor
  • Phoradendron Nutt.; mit 190 bis 235 Arten; sie kommen in Amerika vor
  • Pyrularia Michx.; mit etwa 2-3 Arten, die in den USA, im Himalaja und in China vorkommen
  • Rhoiacarpos A. DC.; mit nur einer Art:
  • Sandelholzbäume (Santalum L.); mit etwa 25 Arten, die von Indomalesien bis Australien und Hawaii vorkommen
  • Scleropyrum Arn.; mit sechs Arten, sie kommen in Indomalesien vor
  • Spirogardnera Stauffer; mit nur einer Art:
  • Thesidium Sond.; mit 4 bis 5 Arten, die in Südafrika vorkommen
  • Leinblatt (Thesium L.); mit etwa 325 Arten.
  • Misteln (Viscum L.); mit etwa 65-100 Arten.

Die Familie Santalaceae enthält heute alle Taxa der ehemaligen Familien der Anthobolaceae, Arceuthobiaceae, Canopodaceae, Eremolepidaceae, Lepidocerataceae, Exocarpaceae, Bifariaceae, Ginalloaceae, Osyridaceae, Phoradendraceae, Thesiaceae und Mistelgewächse (Viscaceae). Nach Daniel L. Nickrent et al. in Taxon, Band 59, Seite 538-558, 2010 ergibt sich allerdings eine neue Klassifikation der Santalales; hier werden unter anderem die Thesiaceae und die Viscaceae wieder als eigene Familien angesehen.

Bilder[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. Santalaceae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  2. Santalaceae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland., abgerufen am 2. Dezember 2013

Literatur[Bearbeiten]

  • Daniel L. Nickrent & Lytton J. Musselman: Introduction to Parasitic Flowering Plants. In: The Plant Health Instructor, 2004.
  • Daniel L. Nickrent et al.: A revised classification of Santalales. Taxon, Band 59, Seite 538-558; 2010

DOI: 10.1094/PHI-I-2004-0330-01

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sandelholzgewächse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien