Sandweier

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Sandweier
Wappen von Sandweier
Koordinaten: 48° 48′ 32″ N, 8° 11′ 43″ O
Höhe: 124 m
Fläche: 12,8 km²
Einwohner: 4300
Bevölkerungsdichte: 336 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 76532
Vorwahl: 07221
Pfarrkirche St. Katharina
Pfarrkirche St. Katharina

Der Name des heutigen Baden-Badener Stadtteils Sandweier (ca. 4300 Einwohner) wurde 1308 erstmals als Wilr erwähnt und leitet sich wahrscheinlich von Villare ab, der Bezeichnung für eine Ausbau-Siedlung, einen Weiler.

Die Kirche Sandweier gehörte zur Straßburger Diözese.

Die Schreibweise des Namens änderte sich im Laufe der Jahrhunderte von Santwiler (Weiler im Sand) bis zur heutigen Schreibweise.

Sandweier war einem größeren Ort, Iffezheim, unterstellt und bildete bis 1571 mit Iffezheim eine politische und wirtschaftliche Einheit. Sandweier hatte ab 1571 eine eigene Gerichtsbarkeit, die sich aus dem Schultheißen und aus angesehenen Bürgern zusammensetzte. Sie wachten über die Einhaltung der dörflichen Ordnung und übten im Ort die niedere Gerichtsbarkeit aus. Delikte, die über Wald- und Feldfrevel, Raufhändel u. ä. hinausgingen, gelangten vor das Vogtei-Gericht. Politisch und ökonomisch waren Sandweier und Iffezheim auch nach 1571 weiterhin verbunden, da die Trennung sich anscheinend nicht so recht durchsetzte und auch die 1509[1] selbständig gewordene Kirche Sandweiers ab 1634 wieder nach Iffezheim kam. Die beiden Gemeinden besaßen neben gemeinsamen Wäldern und Viehweiden auch gemeinsame Produktionsbetriebe wie die Mühlen und die Ziegelei.

Um 1700 wanderten mehrere Bewohner nach Ungarn aus. 1753 hatte Sandweier 368 Einwohner. 1791 gab es eine Sägemühle zwischen Sandweier und Iffezheim, erbaut von Wilhelm Brenneisen nach holländischer Art, als Windmühle. Mit Beginn des 18. Jahrhunderts begann die Kirche Sandweiers wieder nach Unabhängigkeit zu streben, wohl auch getrieben durch die Unzufriedenheit mit den Iffezheimer Pfarrern. So verfügte 1769 der Fürstbischof Rohan von Straßburg die endgültige Trennung der Kirchen Iffezheim und Sandweier. 1901 wurde ein neues Schulhaus errichtet, die heute als Grundschulgebäude genutzt wird. 1971 wurde die neue Hauptschule erbaut (inzwischen Haupt- und Werkrealschule). Am 1. Januar 1975 wurde Sandweier nach Baden-Baden eingemeindet.[2] 1982 wurde die Rheintalhalle Sandweier eingeweiht.

Heute ist Sandweier ein Ort mit zahlreichen mittelständischen Handwerksbetrieben und zwei Kieswerken. Durch seine gute Infrastruktur ist Sandweier als Wohngebiet sehr gefragt. So entstanden in den letzten Jahren große Neubaugebiete.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Sandweier wurde 1950 der SS-Sturmbannführer und Lagerkommandant des KZ Ravensbrück Fritz Suhren hingerichtet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Katharina
Erbaut von 1835–1837 nach Plänen von Johann Ludwig Weinbrenner, Neffe von Friedrich Weinbrenner. Hier wird die Heilige Walburga verehrt.
  • Heimatmuseum: Ehemaliges Jagdschloss, 1602 erbaut, mit über 300 Exponaten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Benedikt Bauer, Das Frauenkloster Lichtenthal : Geschichte, Kirchen und Altertümer, Weber, Baden-Baden, 1896, S. 222, [1]
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 481.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]