Sanem Kleff

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Sanem Kleff (* 1955 in Ankara) ist eine türkeistämmige deutsche Pädagogin in Berlin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleff ist in den Hansestädten Bremen und Hamburg sowie in NRW aufgewachsen. Das Studium der deutschen Sprache und Literatur absolvierte sie in ihrer Geburtsstadt Ankara, um danach zunächst als Dolmetscherin und Übersetzerin zu arbeiten. An einer Berliner Hauptschule begann sie 1980 ihre Tätigkeit als Lehrerin in Migranten-Schulklassen. In den Bereichen interkulturelle Pädagogik und „Pädagogen gegen Rechtsextremismus“ arbeitete sie zudem bis 2003 am Berliner Institut für Lehrerfortbildung. Außerdem hatte sie verschiedene Ämter in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Berlin inne. 2000 übernahm Kleff Leitung und inhaltliche und organisatorische Neukonzipierung von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Seitdem sind nicht nur der Rassismus im klassischen Sinne, sondern alle Formen von Diskriminierung (aufgrund der Religion, der sozialen Herkunft, des Geschlechts, körperlicher Merkmale, der politischen Weltanschauung und der sexuellen Orientierung) in den Projektansatz mit einbezogen. Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage orientiert sich dabei an Artikel 21 der 2000 verabschiedeten und am 1. Dezember 2009 in Deutschland in Kraft getretenen Charta der Grundrechte der Europäischen Union. Sanem Kleff war bis 2015 Mitglied im Stiftungsrat der Amadeu Antonio Stiftung und ist Vorstandsvorsitzende des Vereins Aktion Courage e.V.

Kleff ist auch Autorin und Herausgeberin von Titeln zum Thema interkulturelles Lernen sowie Mitverfasserin der von der Bundeskoordination Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage herausgegebenen Themenhefte und Bausteine, u.a. zu den Themen Rassismus, Schulsozialarbeit und Rechtspopulismus.

Öffentliche Diskussion

Sanem Kleff geriet 2008 in die Schlagzeilen, da sie presserechtlich verantwortlich war für das Schülermagazin Q-rage (Titel Selam Deutschland). Im Heft finden sich Anschuldigungen gegen evangelikale Christen. Sie seien intolerant, verfassungsfeindlich, gefährlich und dumm, hieß es dort. Thomas Krüger, der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, die das Magazin mitfinanziert, hatte sich nach dessen Veröffentlichung von dem Artikel distanzieren müssen.[1]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spitzenbeamter vergleicht Evangelikale mit Islamisten. In: Die Welt
  2. Text auf Berlin.de (PDF; 968 kB)