Sankt Englmar

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sankt Englmar
Sankt Englmar
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sankt Englmar hervorgehoben
Koordinaten: 49° 0′ N, 12° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Höhe: 808 m ü. NHN
Fläche: 36,86 km2
Einwohner: 1725 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 47 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94379
Vorwahl: 09965
Kfz-Kennzeichen: SR
Gemeindeschlüssel: 09 2 78 184
Gemeindegliederung: 28 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstr. 6
94379 Sankt Englmar
Webpräsenz: www.sankt-englmar.de
Bürgermeister: Anton Piermeier (CSU)
Lage der Gemeinde Sankt Englmar im Landkreis Straubing-Bogen
Bogen (Stadt) Windberg Wiesenfelden Straßkirchen Steinach (Niederbayern) Stallwang Schwarzach (Niederbayern) Sankt Englmar Salching Rattiszell Rattenberg (Niederbayern) Rain (Niederbayern) Perkam Perasdorf Parkstetten Oberschneiding Niederwinkling Neukirchen (Niederbayern) Mitterfels Mariaposching Mallersdorf-Pfaffenberg Loitzendorf Leiblfing Laberweinting Konzell Kirchroth Irlbach Hunderdorf Haselbach (Niederbayern) Haibach (Niederbayern) Geiselhöring Feldkirchen (Niederbayern) Falkenfels Atting Ascha Aiterhofen Aholfing Straubing Landkreis Kelheim Regensburg Landkreis Landshut Landkreis Regen Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Deggendorf Landkreis Cham Landkreis Cham Landkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild
Blick auf St. Englmar, oben im Hintergrund Hotelbauten

Sankt Englmar ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen. Der staatlich anerkannte Luftkurort ist auch ein bekanntes Wintersportgebiet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt Englmar liegt in der Region Donau-Wald im Bayerischen Wald.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt Englmar hat 28 Ortsteile[2]:

Es gibt nur die Gemarkung Sankt Englmar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Ortes geht der Überlieferung nach auf den Einsiedler Engelmarus zurück, der 1060 im Lüftlhof bei Passau geboren und nach einer Ausbildung beim Bischof eine Einsiedelei donauaufwärts errichtete. Er war sehr beliebt bei der Bevölkerung und wurde als Heiler der Tiere geschätzt. Wohl wegen seiner Beliebtheit wurde er im Winter des Jahres 1100 von seinem ihn neidenden "Gefährten" erschlagen und im Schnee begraben. Erst zu Pfingsten fand ein Priester namens "Ruodbertus" den Toten, der noch immer leuchtend und frisch ausgesehen habe. Er ließ ihn zu Tal bringen und bestatten. Über seiner Grabstelle wurde 1131 eine "steinerne Kirche" erbaut. Erst später wurde die Talschaft besiedelt und der "Ort Sankt Englmar" entstand.

1188 wurde Engelmarus seliggesprochen, und nach Errichtung einer Pfarrei 1296 entwickelte sich Sankt Englmar zum Wallfahrtsort. Bis heute wird der Brauch des Englmari-Suchens am Pfingstmontag gepflegt.

Ein ehemaliger Ort Sommerheu wird im 19. Jahrhundert erwähnt.

Englmar gehörte zum Rentamt Straubing und zum Landgericht Mitterfels des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juni 1959 wurde der offizielle Name der Gemeinde von Englmar in Sankt Englmar geändert.[3]

In den 1970er-Jahren baute man den Ort zum Wintersportzentrum aus. Im November 1973 wurde in über 900 m Höhe auf 52.000 m² Fläche ein 440 Appartements mit 1150 Betten umfassender Ferienpark mit zahlreichen Hotels, Ladenpassagen und Sportanlagen eröffnet, der von den Einheimischen den Namen „Schachterldorf“ erhielt. 1980 bot die Gemeinde eine Kapazität von 3123 Betten und zählte 486.949 Übernachtungen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1867: 1283 Einwohner[4]
  • 1970: 1278 Einwohner
  • 1987: 1287 Einwohner
  • 1991: 1426 Einwohner
  • 1995: 1474 Einwohner
  • 2000: 1545 Einwohner
  • 2005: 1521 Einwohner
  • 2010: 1514 Einwohner
  • 2015: 1725 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsschild

Bürgermeister ist Anton Piermeier (CSU).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Naturphänomene mit allen Sinnen kennenlernen ist das Thema des Bayerwald Xperiums am Pfarrhofweg 4.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kapelle St. Leonhard
  • Die 1656 auf den Mauern des spätgotischen Chores eines abgebrannten Vorgängerbaues errichtete Pfarrkirche St. Engelmar erhielt ihren heutigen Turm 1892, das Kirchenschiff wurde 1901 vergrößert. Im Hochaltar aus der Mitte des 17. Jahrhunderts befinden sich seit 1717 in einem Glasschrein die Reliquien des hl. Englmar. Unter der Orgelempore stellen sechs Ölgemälde von 1656 das Leben des Heiligen dar.
  • Die Kapelle St. Leonhard am südwestlichen Ortsrand ist ein 1480 geweihter spätgotischer Bau und damit das älteste Bauwerk des Ortes. Es wurde zur Zeit des Barock verändert. Empore und Deckenstuck stammen aus dem 18. Jahrhundert. Votivtafeln aus dem 18. und 19. Jahrhundert zeigen die frühere Bedeutung als Wallfahrtskirche.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Englmarisuchen findet am Pfingstmontag statt. Dabei wird der durch eine Holzfigur dargestellte Leichnam des hl. Englmar gesucht.
  • Die Rauhnacht Sankt Englmar findet jährlich am 28. Dezember statt.

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergarten
  • Grundschule des Schulverbands St.Englmar-Perasdorf

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Staatsstraße 2139, welche eine Verbindung zur Bundesstraße 85 und zur Bundesautobahn 3 herstellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Südwestflanke des Hirschenstein bei Rettenbach beabsichtigte BMW, ein 5,22 Hektar großes Areal für das Geländefahrtraining zu nutzen, das hierfür extra aus dem Landschaftsschutzgebiet ausgegliedert wurde. Während Umweltgruppen wie der Bund Naturschutz Bedenken äußerten – unter anderem sollte ein Großteil des Geländes versiegelt werden –, hofften die Befürworter auf einen positiven Effekt auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Die Umweltschützer setzten sich durch.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111225/200019&attr=OBJ&val=854
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. S. 437
  4. Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867 : mit ... In: Bayerische Landesbibliothek Online. 1869, S. 52-53, abgerufen am 2. Januar 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sankt Englmar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien