Sankt Gallen (Steiermark)

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Sankt Gallen
Wappen Österreichkarte
Wappen von Sankt Gallen
Sankt Gallen (Steiermark) (Österreich)
Sankt Gallen (Steiermark)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Liezen
Kfz-Kennzeichen: LI
Fläche: 129,79 km²
Koordinaten: 47° 41′ N, 14° 37′ OKoordinaten: 47° 41′ 29″ N, 14° 36′ 57″ O
Höhe: 513 m ü. A.
Einwohner: 1.846 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 8933
Vorwahl: 03632
Gemeindekennziffer: 6 12 64
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 35
8933 Sankt Gallen
Website: www.st-gallen.at
Politik
Bürgermeister: Armin Forstner (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
11
4
11 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Sankt Gallen im Bezirk Liezen
Aich (Expositur Gröbming) Gröbming (Expositur Gröbming) Haus (Expositur Gröbming) Michaelerberg-Pruggern (Expositur Gröbming) Mitterberg-Sankt Martin (Expositur Gröbming) Öblarn (Expositur Gröbming) Ramsau am Dachstein (Expositur Gröbming) Schladming (Expositur Gröbming) Sölk (Expositur Gröbming) Admont Aigen im Ennstal Altaussee Altenmarkt bei Sankt Gallen Ardning Bad Aussee Bad Mitterndorf Gaishorn am See Grundlsee Irdning-Donnersbachtal Landl Lassing Liezen Rottenmann Sankt Gallen (Steiermark) Selzthal Stainach-Pürgg Trieben Wildalpen Wörschach SteiermarkÜbersichtskarte der Gemeinden im gesamten Bezirk Liezen
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Panorama von Sankt Gallen (1993)
Panorama von Sankt Gallen (1993)
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sankt Gallen ist eine österreichische Marktgemeinde mit 1846 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Norden der Steiermark im Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Liezen. Mit 1. Jänner 2015 wurde im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform die Marktgemeinde Weißenbach an der Enns eingegliedert.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt Gallen liegt auf einer Hochfläche an der Steirischen Eisenstraße nahe der Grenze zu Oberösterreich. Die Gemeinde ist Teil des Nationalparks Gesäuse.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zehn Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[2]):

Die Gemeinde besteht aus den sechs Katastralgemeinden Bergerviertel, Oberreith, Reiflingviertel, St. Gallen, Weißenbach an der Enns und Wolfsbachau.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Antike war das heutige Gebiet von St. Gallen einfach nur eine Wildnis östlich der Pyhrnstrasse Wels-Liezen-Aquileia. Erst nach der Gründung des Klosters Admont im 11. Jahrhundert wurde eine Verbindung zwischen Pyhrnstrasse und Enns (Wasserstraße) angestrebt. Damals wurde die St. Gallener Gegend als „Silva Nova“ (Neuwald) bezeichnet. Gottfried Edler von Wetternfeld erbaute sodann 1152 zu Ehren des Hl. Gallus eine Kirche, die Erhebung zur Pfarre erfolgte 1160. Angesichts des neuen Verkehrsweges wurde in St. Gallen eine Taverne zur Stärkung der Reisenden eingerichtet. Mit dem Ort ging es nun weiter bergauf: Ende des 13. Jahrhunderts war in St. Gallen ein gewisser Meister Ulrich als Arzt tätig, was auf den Umstand verweist, dass die Bevölkerung massiv gewachsen sein muss. Die Errichtung der Burg zum Schutz des Stiftseigentums im Jahre 1278 lässt einen gewissen Wohlstand erahnen.

Im 16. Jahrhundert ist in St. Gallen die Eisenindustrie dominierend. Das Roheisen wurde aus Eisenerz importiert und via Enns und Donau exportiert. Nach dem Niedergang dieser Industrie ab der Mitte des 19. Jahrhunderts erfuhr der Fremdenverkehr einen Aufschwung. Der erste St. Gallener Reiseführer wurde 1879 von Josef Rabl verfasst.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • römisch-katholisch 83 %
  • evangelisch 2 %
  • ohne rel. Bekenntnis 11,0 %
  • andere 4 %

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung in der Marktgemeinde St. Gallen (Gebietsstand 2014)[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Gallen
  • Pfarrkirche: 1515–1523 erbaut; spätgotischer Kirchenbau mit Strebepfeilern, Treppentürmchen. Barocker Zwiebelhelm. Innen reich gestaltetes spätgotisches Netzrippengewölbe mit Vierpassfiguration in den östlichen Langhausjochen und kunstvollem Schlingrippengewölbe mit sechsstrahligem Mittelstern im westlichen Chorbereich. Barocke Erweiterungen: Platzlgewölbe im westlichen Langhausjoch und im östlichen Chorjoch.
Hochaltar: spätbarocker mächtiger Aufbau aus rotem Stuckmarmor mit klassizistischen Anklängen. Altarbild aus 1782 ist eine Darstellung Mariae Himmelfahrt von Martin Johann Schmidt („Kremser Schmidt“).
Seitenaltäre: Mitte des 18. Jahrhunderts, Bartolomeo Altomonte zugeschriebene Altarbilder
Außen-Fresken: an der südseitigen Langhauswand befindet sich außen ein überlebensgroßes Christophorus-Fresko aus dem 1. Drittel des 16. Jahrhunderts, mit einer Ölbergszene um 1530.

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Festival St. Gallen: Musikfestival klassischer Konzerte, jährlich in der zweiten Augusthälfte.
  • ARCANA Festival für Neue Musik St. Gallen/Gesäuse

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Forstverwaltung der steirischen Landesforste
  • Fa. Steinrieser (Getränkeabfüllung)
  • Fa. Alpen-May-Kestag (Bohrer und Senkwerkzeuge)
  • Fa. Greiner Packaging (Kunststofftechnik)
  • Fa. fuernholzer industrialdesign (Industriedesign, Produktdesign, Werbeagentur, Gewerblicher Fotograf)
  • Fa. Schuster Helm (Schuhhandel, überregionales Reparaturservice)
  • Fa. ABAG Mineralölhandels GmbH – „deine Tankstelle“

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nur noch von einem Zugpaar am Wochenende bediente Bahnhof Weißenbach-St. Gallen liegt an einem Teilstück der Rudolfsbahn.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeindeamt St. Gallen

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Juni 1952.
Wappenbeschreibung:

„Im silbernen Schild erscheint abgeledigt ein aufgerichteter schwarzer, rot bewehrter und bezungter Bär, der in seinen Vorderpranken eine entwurzelte naturfarbene Fichte hält.“[4]

Tourismusverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Altenmarkt bei St. Gallen, Ardning, Landl und Admont den Tourismusverband „Alpenregion Nationalpark Gesäuse“. Dessen Sitz ist Admont.[5]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Odilo Haberleitner und Hermann Brandauer: St. Gallen und das St. Gallener Tal – Ein Kleinod in der Obersteiermark. St. Gallen 1952.
  • Josef Rabl: St.Gallen und seine Umgebung. St.Gallen 1879.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sankt Gallen, Styria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 12. September 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinden Sankt Gallen und Weißenbach an der Enns, beide politischer Bezirk Liezen. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 14. Oktober 2013. Nr. 93, 28. Stück. S. 552–553.
  2. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  3. @1@2Vorlage:Toter Link/www.statistik.at Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven: statistik.at
  4. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 12, 1962, S. 26
  5. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 297. ZDB-ID 1291268-2 S. 623.