Sankt Martin (Pfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Sankt Martin
Sankt Martin (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Sankt Martin hervorgehoben
Koordinaten: 49° 18′ N, 8° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Maikammer
Höhe: 225 m ü. NHN
Fläche: 11,2 km2
Einwohner: 1703 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 152 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67487
Vorwahl: 06323
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 070
Adresse der Verbandsverwaltung: Immengartenstraße 24
67487 Maikammer
Webpräsenz: www.sankt-martin.de
Ortsbürgermeister: Timo Glaser (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Sankt Martin im Landkreis Südliche Weinstraße
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Ortseingang von St. Martin

Sankt Martin ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Maikammer an innerhalb derer sie mit 1700 Einwohnern die kleinste Ortsgemeinde darstellt. Bedeutender Wirtschaftsfaktor der Gemeinde ist der Weinbau.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt Martin befindet sich im Nordnordwesten des Landkreises Südliche Weinstraße. In einer langgestreckten Talfalte eingebettet, lehnt sich das Dorf an den Ostabhang der Haardt. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Maikammer, Edenkoben, Kirrweiler (Pfalz) (Exklave), Gommersheim (Exklave), Edenkoben (Exklave) und Kirrweiler (Exklave). Auf Gemarkung der Ortsgemeinde befinden sich zudem die Naturschutzgebiete Haardtrand - Am Wingertsberg und Haardtrand - Im Dörnel.

Erhebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden wird Sankt Martin von der höchsten Erhebung des Pfälzerwald, die 673 Meter hohe Kalmit begrenzt, die sich bereits auf der Gemarkung von Maikammer befindet. Südlich des Ortes erhebt sich auf einem vorgelagerten Hügel des Hochberges, dem viertgrößten Berg des Gebirges, die Veste Kropsburg, einst Sitz der obersten Barone des Reiches, der Ritter von Dalberg. In östlicher Richtung breitet sich die Rheinebene aus. Weitere Erhebungen auf Gemarkung der Gemeinde sind die Südflanke des Schafkopf (617 m), die Südflanke des Stotz (603 m) der Hüttenberg (591 m), die Südwestflanke des Breitenbergs (545 m), der Kleyenkopf (459 m) und der Heidelberg (338 m).

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Gemarkung von Sankt Martin entspringt der Flussgraben, der vor Ort Altenbach heißt und in West-Ost-Richtung fließt. Die ersten Kilometer fließt er durch die Waldgemarkung und anschließend durch das Siedlungsgebiet der Ortsgemeinde. Im Pfälzerwald liegt - ebenfalls auf der Gemarkung der Gemeinde - außerdem die Wolselquelle, deren Bach von links in den Flussgraben mündet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche St. Martin von Süden
St. Martin Dalberger Kellerei 3.JPG
St. Martin (Pfalz), Dalberger Kellerei (Adelssitz)
Weingut Altes Schloesschen - Sankt Martin - Duitsland.jpg
Das Alte Schlösschen, Adelssitz der Hund von Saulheim


Die Gegend ist seit der Römerzeit besiedelt. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte jedoch erst 1149. Man nimmt jedoch an, dass ein Dorf an dieser Stelle bereits seit dem 7. Jahrhundert besteht. Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Sankt Martin zum Hochstift Speyer; dort unterstand der Ort dem Oberamt Kirrweiler.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Sankt Martin in den Kanton Edenkoben im Departement des Niederrheins eingegliedert und besaß eine eigene Mairie. 1815 hatte die Gemeinde insgesamt 1.400 Einwohner. Im selben Jahr wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte Sankt Martin dem Landkommissariat Landau an; aus diesem ging anschließend das Bezirksamt Landau hervor.

1928 hatte Sankt Martin 1940 Einwohner, die in 379 Wohngebäuden lebten.[2] Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises an der Pfalz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Sankt Martin innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde. 1972 wurde Sankt Martin der ebenfalls neu gebildeten Verbandsgemeinde Maikammer zugeordnet. Durch Auflösung letzterer war Sankt Martin ab Juli 2014 zunächst Bestandteil der Verbandsgemeinde Edenkoben, ehe ein Jahr später das Maikammerer Pendant per Urteil des Verfassungsgerichtshofes wiederhergestellt wurde.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts besaßen die Katholiken eine Pfarrei vor Ort, während die Protestanten zu derjenigen von Maikammer gehörten.[2] Am 31. Oktober 2014 waren 66,87 Prozent der Einwohner katholisch und 16,398 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Sankt Martin besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Aktueller Ortsbürgermeister ist Timo Glaser. Ihm steht Michael Rößler als erster Beigeordneter zur Seite, ebenso der Beigeordnete Frank Moll.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 5 8 3 16 Sitze
2009 6 8 2 16 Sitze
2004 6 9 1 16 Sitze
  • FWG = FreieWählerGruppe Sankt Martin e. V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ministerium des Innern von Rheinland-Pfalz genehmigte der Gemeinde St. Martin, Kreis Landau, gemäß § 5 der Gemeindeordnung, mit Datum Mainz den 30. April 1952, die Führung eines eigenen Wappens.

Wappen von Sankt Martin (Pfalz)
Blasonierung: „In Blau unter goldenem Spitzenschildhaupt ein goldnimbierter, golden gekleideter und gewappneter Heiliger in natürlichen Farben mit goldenem, rot bebandetem Helm auf silbernem, rot gezäumten, schreitenden Ross, seinen roten Reitermantel mit silbernen, goldbeheftetem Schwert teilend, oben in der ersten und dritten Spitze begleitet von je einer silbernen Lilie, in der Schildfußmitte ein silbernes Schildchen, darin ein schwarzes Hufeisen.“[5][6]

Es wurde 1952 vom Mainzer Innenministerium genehmigt und geht zurück auf ein Siegel aus dem 18. Jahrhundert, das ein Hufeisen zeigte. Um sich von der Vielzahl der anderen Hufeisengemeinden zu unterscheiden, wurde 1952 der heilige Martin hinzugefügt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altar der Kirche St. Martin in St. Martin.jpg
Altarraum der Kirche St. Martin
St. Martin Grabmal Dalberg Kronberg 2.JPG
Grabmal des Hanns von Dalberg und seiner Gattin, in der Kirche


Fachwerkhaus im Zentrum des Ortes

Der mittelalterliche Ortskern sowie die Kropsburg sind als Denkmalzonen ausgewiesen. Hinzu kommen mehrere Dutzend Einzelbauwerke, die denkmalgeschützt sind, unter anderen das Alte Schlößchen.[7]

Der heilige Martin, Martin von Tours, ist auch der Patron der katholischen Pfarrkirche St. Martin. Neben einem spätgotischen Netzgewölbe im Chor birgt das Juwel mittelalterlicher Baukunst noch andere Kunstschätze gotischer Skulptur, wie z. B. das Grabmal des Hanns von Dalberg († 1531) und seiner Gattin Katharina von Cronberg. (UNESCO-Plakette).

Vor Ort existiert zudem eine Lourdesgrotte. Mitten im Pfälzerwald befindet sich auf Gemarkung der Ortsgemeinde das vom Pfälzerwald-Verein betriebene Haus an den Fichten und am Wetzbrunnen der Ritterstein 243.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortskern
  • Der am elften November stattfindende Martinstag, Martini, wird in Sankt Martin als lokaler Feiertag begangen. Verschiedene Bräuche wie Martinsfeuer, Laternenumzug [Lampionumzug] und Martinsspiel der Laienspielgruppe machen den Festtag zu einem Glanzpunkt im Jahreskreis und locken zahlreiche Gäste in den historischen Ortskern von 'Made', wie der Weinort im Pfälzischen Dialekt heißt (abgeleitet von 'Martenheim, Marten').
  • Am ersten Wochenende im August - bestimmend dafür ist der erste Sonntag im August - findet alljährlich die traditionelle Weinkerwe, ebenso Kirchweih genannt, von Freitag bis Dienstag statt. Zahlreiche Ausschankstellen, Kerwebuden, Fahrgeschäfte und örtliche Gastronomie laden in St. Martins romantischen Gässchen zum Verweilen und Feiern ein.
  • Am sogenannten Kerwefreitag findet sie Kerweeröffnung am frühen Abend und später die Ausgrabung der Kerwe statt
  • Der Kerwemontag beinhaltet die traditionelle Kerwewanderung ins „Maademer Kerwetälchen“; bei letzterem handelt es sich um vier Buchen im Kleyental
  • Am Nachmittag der Kerwedienstaga führen die Winzer einen Flurbegang durch, die Kerwebeerdigung, die vom ClubClub St. Martin veranstaltet wird, folgt abends

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Ort befindet sich ein sogenannter Bibelgarten. Mit dem Felsenmeer auf dem Hüttenberg, das sich teilweise bereits auf Gemarkung von Maikamnmer befindet, einer Edelkastanie und der Felsformation Dichterhain im sogenannten Schwalbenfelsen existieren vor Ort insgesamt drei Naturdenkmale. Der Dichterhain entstand 1929 durch den örtlichen Verkehrsverein und zeigt Reliefs von Fritz Claus, August Heinrich sowie Lina Sommer.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt Martin lebt überwiegend vom Wein der auf etwa 200 Hektar in den beiden Einzellagen Baron und Kirchberg - beide Bestandteil der Großlage Schloß Ludwigshöhe - angebaut wird. Der Ort ist Teil des Weinanbaugebiet Pfalz. Damit verbundenen ist das Tourismusaufkommen ebenfalls ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Der landschaftsprägende Hausberg über dem Ort wurde 2012 querterrassiert und überwiegend neu mit Reben bestockt. Diese von weitem sichtbare Lage wird volkstümlich als St. Martiner Wingertsberg bezeichnet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Totenkopfstraße, die westwärts in die Hügel des Pfälzerwaldes führt, nimmt in Sankt Martin ihren östlichen Ausgangspunkt. Die Landesstraße 514 verbindet den Ort mit der Stadt Edenkoben. Die Kreisstraße 32 verläuft ebenfalls durch die Ortsgemeinde. Durch den Ort verlaufen zusätzlich der Radweg Deutsche Weinstraße und der Pfälzer Keschdeweg. Zudem liegt er an der Route eines Wanderweges, der mit einem grün-weißen Balken markiert ist.

Sankt Martin ist über die Buslinien 500 und 501 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar an das Nahverkehrsnetz angebunden, die beide nach Landau und Neustadt an der Weinstraße führen. Nächstgelegene Bahnstation ist Maikammer-Kirrweiler an der Pfälzischen Maximiliansbahn.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cäcilie Ziegler (* 1921 † vor 2010), ernannt 1999[8]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Schäfer: Ortsfamilienbuch Sankt Martin. Von 1530 und 1671 bis 1925. G. Schäfer, Sankt Martin 2010, [9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sankt Martin (Pfalz) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. a b daten.digitale-sammlungen.de: Ortschaftenverzeichnis für den Freistaat Bayern. Abgerufen am 1. Juli 2016.
  3. Gemeindestatistik. In: KommWis. 31. Oktober 2014, abgerufen am 30. November 2014.
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  6. Beschreibung auf dem Original-Wappen, das sich im Besitz der Ortsgemeinde befindet.
  7. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreis Südliche Weinstraße. Mainz 2018, S. 89 (PDF; 10 MB).
  8. sankt-martin-pfalz.de: Ein würdiges Zuhause fürs Museum. Abgerufen am 1. Juli 2018.
  9. GenWiki, OFB St. Martin