Sankt Ruprecht an der Raab

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Sankt Ruprecht an der Raab
Wappen Österreichkarte
Wappen von Sankt Ruprecht an der Raab
Sankt Ruprecht an der Raab (Österreich)
Sankt Ruprecht an der Raab
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Weiz
Kfz-Kennzeichen: WZ
Fläche: 41,08 km²
Koordinaten: 47° 9′ N, 15° 40′ OKoordinaten: 47° 9′ 14″ N, 15° 39′ 44″ O
Höhe: 388 m ü. A.
Einwohner: 5.260 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 128 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8181
Vorwahl: 03178
Gemeindekennziffer: 6 17 65
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Untere Hauptstr. 27
8181 Sankt Ruprecht an der Raab
Website: www.ruprecht.at
Politik
Bürgermeister: Herbert Pregartner (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
11
4
3
3
11 
Insgesamt 21 Sitze
Lage der Marktgemeinde Sankt Ruprecht an der Raab im Bezirk Weiz
Albersdorf-PrebuchAngerBirkfeldFischbach (Steiermark)Fladnitz an der TeichalmFloingGasenGersdorf an der FeistritzGleisdorfGutenberg-StenzengreithHofstätten an der RaabIlztalLudersdorf-WilfersdorfMarkt HartmannsdorfMiesenbach bei BirkfeldMitterdorf an der RaabMortantschNaasPassailPischelsdorf am KulmPuch bei WeizRattenRetteneggSt. Kathrein am HauensteinSankt Kathrein am OffeneggSt. Margarethen an der RaabSankt Ruprecht an der RaabSinabelkirchenStralleggThannhausenWeizSteiermarkLage der Gemeinde Sankt Ruprecht an der Raab im Bezirk Weiz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Sankt Ruprecht an der Raab ist eine Marktgemeinde mit 5260 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) in der Steiermark. Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark wurden am 1. Jänner 2015 die Gemeinden Etzersdorf-Rollsdorf und Unterfladnitz eingemeindet.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt Ruprecht an der Raab liegt im Bezirk Weiz an der Landesstraße B 64 im österreichischen Bundesland Steiermark.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 13 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[2]), von denen 9 im Zuge der Gemeindefusionierung hinzukamen:

Ehemaliges Gemeindegebiet Sankt Ruprecht an der Raab:

  • Fünfing bei Sankt Ruprecht an der Raab (648)
  • Grub bei Sankt Ruprecht an der Raab (190)
  • Sankt Ruprecht an der Raab (1219)
  • Wolfgruben b. Sankt Ruprecht a.d. Raab (212)

Ehemaliges Gemeindegebiet Unterfladnitz:

  • Arndorf bei Sankt Ruprecht an der Raab (241)
  • Dietmannsdorf (80)
  • Kühwiesen (210)
  • Neudorf bei Sankt Ruprecht an der Raab (293)
  • Unterfladnitz (285)
  • Wollsdorf (467)

Ehemaliges Gemeindegebiet Etzersdorf-Rollsdorf:

  • Etzersdorf (513)
  • Lohngraben (244)
  • Rollsdorf (367)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Arndorf, Dietmannsdorf, Etzersdorf, Fünfing bei St. Ruprecht, Grub, Kühwiesen, Lohngraben, Neudorf bei St. Ruprecht, St. Ruprecht an der Raab, Unterfladnitz, Wolfsgruben bei St. Ruprecht und Wollsdorf. Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 41,06 km².

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiz Thannhausen Puch bei Weiz
Mitterdorf an der Raab Nachbargemeinden Ilztal
Eggersdorf bei Graz (Bez. Graz-Umgebung) Ludersdorf-Wilfersdorf Albersdorf-Prebuch

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt Ruprecht an der Raab ist einer der ältesten steirischen Orte. Bei der erstmaligen Nennung im Jahre 860 wurde er noch ad Rapam genannt. Kaiser Friedrich III. erhob den Ort am 1. September 1462 zum Markt.

1934–1938[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des nationalsozialistischen Juliputsches war St. Ruprecht am 25. Juli 1934 Sammelort der lokalen NS-Formationen, die beim Herannahen der Exekutive das Feuer auf diese eröffneten. Dabei wurde ein Schutzkorpsmann getötet. Drei Teilnehmer des Juliputsches wurden nach seiner Niederschlagung zu einer lebenslangen, 15- und zehnjährigen Kerkerstrafe verurteilt.[3]

Im Jahr darauf, am 4. Juli 1935, gab es erneut Todesopfer in St. Ruprecht. An diesem Tag wurden gegen Abend zwei Radfahrer im Markt von einem Gendarmerieangehörigen angehalten und auf den Posten mitgenommen, da sich einer der beiden nicht ausweisen konnte. Bei der folgenden Durchsuchung wurde kommunistisches Schriftgut sichergestellt, woraufhin einer der beiden Männer den Gendarmeriebeamten, der allein am Posten anwesend war, mit einer versteckt gehaltenen Pistole erschoss. Die flüchtigen Täter beendeten schließlich ihr Leben durch Suizid, nachdem sie von Gendarmerieangehörigen und Heimwehreinheiten im Hof des Hauses, in dem sie sich versteckt gehalten hatten, umstellt worden waren und ein Entkommen unmöglich war.[4]

Der Anschluss 1938 war in St. Ruprecht bereits einen Tag vor dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich gefeiert worden. Am 11. März 1938 hatte die Bevölkerung im mit Hakenkreuzfahnen geschmückten Markt einen großen Fackelzug veranstaltet und der Bürgermeister eine Rede gehalten. Bei der Volksabstimmung am 10. April, welche die Wiedereingliederung Österreichs ins Deutsche Reich nachträglich sanktionieren sollte, stimmten in St. Ruprecht alle 555 Stimmberechtigten mit „Ja“. Dafür wurde den Marktbürgern eine „Ehrenurkunde des Führers“ verliehen. Aufmärsche, Ansprachen und Feierlichkeiten bestimmten auch die nachfolgenden Monate in St. Ruprecht und sollten den Bewohnern die von den Nationalsozialisten propagierte „Volksgemeinschaft“ vor Augen führen.[5]

Gemeindefusionierung 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 1. Jänner 2015 wurden die Gemeinden Unterfladnitz und Etzersdorf-Rollsdorf im Zuge der Steiermärkischen Gemeindestrukturreform in die Marktgemeinde eingegliedert. Dadurch stieg die Gemeindefläche von 11,79 km² auf 41,08 km², womit sich die Fläche mehr als verdreifachte. Ebenso verdoppelte sich die Bevölkerungszahl von 2.244 auf 4.927 (Stand: 1. Jänner 2014).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Herbert Pregartner, der 1. Vizebürgermeister ist Werner Reisenhofer und 2. Vizebürgermeister ist Thomas Matzer. Der Gemeinderat setzt sich nach der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen:

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Fusion der drei Gemeinden ging das Wappen der ehemaligen Marktgemeinde Sankt Ruprecht an der Raab - wie auch die Wappen der anderen fusionierten Gemeinden - unter. Ein neues Wappen wurde bisher nicht verliehen.

Hier noch die Beschreibung des ehemaligen und nunmehr historischen Wappens der Marktgemeinde:

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. März 1994.
Wappenbeschreibung: In blauem Schild eine nach vorne gerichtete mit ihren Tor- und Fensteröffnungen durchbrochene silberne Kirche mit seitlichem quadratischen Turm mit je einem Rundbogenfenster unter dem mit einem Wetterhahn besteckten Spitzdach, die erniedrigte Apsis und das Langhaus mit Rundbogentor bis zu je zwei erhöhten Rundbogenfenstern gequadert; die Spitzgielbelfront durch hohes Rundbogentor, zwei Rundbogenfenster und ein Rundfenster gegliedert, Apsis und Giebel mit je einem Kreuz besteckt; die Kirche wird links oben von einem silbernen Salzfaß begleitet.[6]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt Ruprecht ist mit einem Bahnhof an die Weizer Bahn angebunden. 2001 wurde der Fahrkartenverkauf am Bahnhof eingestellt, das Bahnhofsgebäude blieb aber bestehen.

Kirche St.Ruprecht

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Ruprecht an der Raab

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwin Klauber (* 1927), Bürgermeister von St. Ruprecht an der Raab 1965–1974 (verliehen 1987)
  • Ludwig Bloder († 2017), Bürgermeister von St. Ruprecht an der Raab 1974–1999

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August Janisch (* 1942), röm.-kath. Geistlicher
  • Johann Weiß (1850–1919), Dr. theol., Univ.-Prof. und Rektor der Karl-Franzens-Universität Graz

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert F. Hausmann (Hrsg.): Sankt Ruprecht an der Raab. Beiträge zur Geschichte einer oststeirischen Marktgemeinde. Eigenverlag der Marktgemeinde St. Ruprecht an der Raab 1995, o. ISBN.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sankt Ruprecht an der Raab – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  3. Gerald Wolf: St. Ruprecht an der Raab im 20. Jahrhundert. In: Robert F. Hausmann (Hrsg.): Sankt Ruprecht an der Raab. Beiträge zur Geschichte einer oststeirischen Marktgemeinde. Eigenverlag der Marktgemeinde St. Ruprecht an der Raab 1995, o. ISBN., S. 329–376, hier S. 341.
  4. Wolf, a. a. O., S. 342.
  5. Wolf, a. a. O., S. 343f.
  6. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 47, 1997, S. 42