Santa Cristina (Brunnenheiligtum)

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Skizze
Treppe zum Brunnen
Tholos von unten gesehen

Santa Cristina, fünf Kilometer südlich von Paulilatino in der Provinz Oristano auf Sardinien in Italien gelegen, ist ein sardischer Brunnentempel (italienisch Pozzo sacro) aus der Zeit der Nuraghenkultur (1800 bis regional etwa 234 v. Chr.). Er befindet sich nahe der Cumbessias (Pilgerwohnungen) der kleinen gleichnamigen Kirche, an einer eigenen Ausfahrt der Schnellstraße SS131 Carlo Felice in einem nuraghischen Dorf, das in einem lichten Olivenhain liegt.

Von dem Dorf sind eine kleine Nuraghe, einige Hütten, ein Rundtempel (Capanna circolare), vor allem aber die Mauerreste unzähliger Bauten auf einer Fläche von 14 Hektar erhalten bzw. restauriert. Herausragend ist das von einer niedrigen Mauer (Peribolos) umgebene Brunnenheiligtum. Der Brunnenraum ist schlüssellochartig aufgemauert. Eine präzise gearbeitete Treppe führt in die Tiefe und den ebenso gut gearbeiteten Brunnenraum, der tholosartig ist. Der unterirdische Komplex von Santa Cristina repräsentiert den architektonischen Höhepunkt der Steinbearbeitung der Nuraghenkultur. Er wird anhand gefundener Bronzen an das Ende des 2. Jahrtausend v. Chr. datiert. Die Punier nutzten die Anlage offenbar weiter, was man aus der Existenz ihrer typischen Räuchergefäße schließt.

Zu den besterhaltenen bzw. größeren Brunnenanlagen auf Sardinien, die für den Wasserkult der Nuragher stehen, gehören außerdem: Sa Testa und Milis sowie der Komplex Cabu Abbas (der Anfang des Wassers) alle bei Olbia, Predio Canopoli in Perfugas, das Hypogäum Ipogeo di San Salvatore bei Cabras, Santa Vittoria bei Serri und Serra Niedda bei Sorso. Dass die Anlagen zum Teil moderne Namen tragen, belegt eine Fortdauer des Kultes an alten Wasserkultplätzen oder Quellheiligtümern, wie Su Lumarzu und Su Tempiesu, in christlichem Gewand. Ein fein gearbeiteter, aber völlig andersartiger Brunnen und ein Rundtempel (Capanna circolare) liegt bei dem Nuraghen Noddule bei Bitti.

Der Eingang zum Brunnenheiligtum.jpg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sebastiano Demurtas, Lucia Manca Demurtas: Santa Cristina e i siti archeologici nel territorio di Paulilatino. Zonza Editori, Sestu 1999, ISBN 88-8470-007-8, (Itinerari archeologici).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pozzo sacro di Santa Cristina (Paulilatino) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

http://pecora-nera.eu/santa-cristina-ach-du-heiliger-brunnen/

Koordinaten: 40° 3′ 41″ N, 8° 43′ 57″ O