Santa Cruz (Friedhof)

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Der Friedhof von Santa Cruz

Der Friedhof von Santa Cruz liegt im Suco Bemori an der Av. Audian, südöstlich des Zentrums der osttimoresischen Landeshauptstadt Dili.[1]

Der Weg zur kleinen Kapelle im Westteil des Friedhofs ist im portugiesischen Stil mit kleinen, weißen und schwarzen Steinen gepflastert. Steine und Handwerker, die den Weg legten, kamen aus Portugal. Sie verbauten hier übriggebliebenes Material, das ursprünglich für den Platz des Unabhängigkeitsdenkmals gedacht war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Friedhofskapelle
Das Grab von Sebastião Gomes

Nach mündlichen Überlieferungen soll Boaventura, der Anführer der Rebellion von Manufahi (1911–1912) an der Pforte des Friedhofs begraben sein.[2] Außerdem befindet sich hier das Grab von Francisco Duarte, einem Kolonialoffizier, der 1899 fiel,[3] und der französische Weltumsegler und Schriftsteller Alain Gerbault.

Am 12. November 1991 begann nach der Beerdigung von Sebastião Gomes auf dem gleichnamigen Friedhof das Santa-Cruz-Massaker (auch Dili-Massaker). Bei dem Angriff auf Demonstranten und den direkt darauf folgenden Gewalttaten durch das indonesische Militär starben mindestens 271 Menschen, 382 wurden verletzt. 270 Menschen verschwanden spurlos. Das Santa-Cruz-Massaker war ein entscheidender Wendepunkt in der Geschichte Osttimors und brachte mehr internationale Aufmerksamkeit auf die damals bereits 15 Jahre währende Besetzung des Landes durch Indonesien.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Friedhof von Santa Cruz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadtplan von Dili (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive) (PDF; 1,3 MB)
  2. Monika Schlicher: Portugal in Osttimor. Eine kritische Untersuchung zur portugiesischen Kolonialgeschichte in Osttimor 1850 bis 1912, S. 269, Abera, Hamburg 1996, ISBN 3-931567-08-7, (Abera Network Asia-Pacific 4), (Zugleich: Heidelberg, Univ., Diss, 1994).
  3. The case of Alferes Francisco Duarte “O Arbiru” (1862 – 1899) (PDF; 386 kB), abgerufen am 25. März 2013

Koordinaten: 8° 33′ 48″ S, 125° 35′ 10″ O