Santa María de Eunate

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Santa María de Eunate

Santa María de Eunate ist eine romanische Kirche am aragonesischen Zweig des Jakobswegs in Navarra (Spanien). Sie liegt im freien Feld einige Kilometer vor dem Ort Puente la Reina, wo die beiden Jakobswege über die Pyrenäenpässe von Somport (Aragonien) und von Roncesvalles zusammentreffen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche hat einen achteckigen Grundriss und eine außen fünfeckige und innen halbrunde Apsis. Das Oktogon ist kunstvoll mit zwei Portalen und Arkaden versehen, die kleinen Fenster sind aus Alabaster, die Kapitelle und die Portale sind reich verziert. Mozarabische Einflüsse lassen sich an den wulstigen Rippen ablesen, die sich, von den Pfeilern ausgehend, in der Kuppel des Kirchenraums treffen und das Gewölbe tragen.

Außen ist die kleine Kirche parallel zur Außenwand in einigen Metern Abstand von Arkaden umbaut, die dem Bauwerk wohl zu seinem Namen verholfen haben (baskisch: Eunate – hundert Tore, hunderttorig). Der Arkadenumgang ist wiederum von einer Mauer umgeben. Aus den fehlenden Bauspuren schließt man, dass es zwischen Kirche und Arkadenumgang nie eine Überdachung gegeben hat, wie sie andernorts zum Schutz der Pilger vor Witterung und als Übernachtungsmöglichkeit errichtet wurde.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts im romanischen Stil und mit mozarabischen Einflüssen erbaut. Da sie von keiner Siedlung umgeben ist und bei Grabungen Gräber mit Jakobsmuscheln als Beigaben entdeckt wurden, liegt die Vermutung nahe, dass sie ursprünglich durchreisenden Pilgern als Hospiz oder Friedhofskapelle diente. Architektonische Aspekte wie der achteckige Grundriss weisen eine Ähnlichkeit mit Anlagen der Templer auf;[1] dafür spricht außerdem die Vorliebe – weil orientiert an der Grabeskirche in Jerusalem – der Templer für den Zentralbau. Zudem besteht eine Ähnlichkeit zur nahe gelegenen Heiliggrabkirche in Torres del Río.

Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lage der Kirche, ihre teilweise ungeklärte Geschichte sowie die spezielle Stimmung in der Kirche regten viele Menschen zu Spekulationen an. So existiert in der Gegend der Kirche eine Sage, die die Ähnlichkeit des Kirchenportals mit dem einer anderen nahen Kirche dem Wirken übernatürlicher Kräfte zuschreibt, während sie wohl nur Beleg für das Wirken des gleichen (unbekannten) Steinmetzen ist. Weiterhin glauben Anhänger bestimmter esoterischer Richtungen, dass Eunate neben Notre Dame de Paris und dem Taj Mahal einer der Kraftorte dieser Erde sei.[2]

In der dort lebenden Bevölkerung ist Santa Maria de Eunate speziell als Heiratsort beliebt.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. santamariadeeunate.es/historia/, abgerufen am 12. August 2015
  2. aus: Der Jakobsweg, 16:9, 93 Min., Dokumentarfilm, Deutschland 2005, Regie: André Schäfer, Erstausstrahlung bei arte, themenabend jakobsweg, 6. Januar 2006, 22.15 Uhr

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Santa María de Eunate – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Muszla Jakuba.svg
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Koordinaten: 42° 40′ 20″ N, 1° 45′ 42″ W